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Artikel und Hintergründe zum Thema

Interview mit Jörg Rommelfanger

Andreas Mühlbauer,

Robotik in 25 Jahren

Der jährliche IFR-Report zeigt, dass die Anzahl der Industrieroboter weltweit stetig stark zunimmt. Im Portfolio von ABB spielen sie bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Wie sich die Robotik in der Industrie allerdings in näherer und weiterer Zukunft technologisch entwickeln wird, darüber spricht Jörg Rommelfanger, Leiter der Robotics-Division von ABB in Deutschland, im Interview mit INDUSTRIAL Production.

Jörg Rommelfanger, Leiter der Robotics-Division von ABB in Deutschland: „Die Fabrik der Zukunft wird stärker vernetzt sein und flexibel reagieren können“. © ABB

Mit mittlerweile 50 Jahren Erfahrung in der Robotik blickt ABB in die Zukunft. Welche Herausforderungen sehen Sie für ABB in den nächsten Jahren?

Wir müssen unsere Kunden in der komplexen Gemengelage abholen, in der sie sich zurzeit befinden. Mit unseren Kunden verfolgen wir gemeinsame Ziele: Dekarbonisierung, nachhaltige und langlebige Produkte, ressourcenschonende Technologien sowie energieeffiziente Prozesse. Der Fachkräftemangel erfordert eine Demokratisierung der Robotik. Wir müssen es ermöglichen, dass auch Mitarbeitende ohne tiefes Expertenwissen Roboter bedienen können. Das bedingt, dass sich die Robotik an die Bedürfnisse der Anwender anpasst, und nicht umgekehrt.

In welche innovative Robotertechnik investieren Unternehmen derzeit?

Roboter entlasten Mitarbeitende von schweren, unergonomischen und monotonen Aufgaben und ermöglichen es, das Personal für höherwertige Aufgaben einzusetzen. © ABB

Um die Robustheit ihrer Unternehmen und Lieferketten zu erhöhen, nutzen unsere Kunden robotergestützte Automatisierungslösungen. Roboter entlasten Mitarbeitende von schweren, unergonomischen und monotonen Aufgaben. Sie ermöglichen es, das Personal für höherwertige Aufgaben einzusetzen. Zudem senken wir durch Cobots und einfache Programmiertools wie Wizard Easy Programming die Einstiegsbarrieren. Nur wenige Minuten nach der Installation sind sie in der Lage, ihren Roboter zu benutzen – tiefergehende Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Das gilt ebenso für standardisierte Fertigungszellen, die direkt einsatzbereit sind, und autonome mobile Roboter (AMR). Sie alle ermöglichen eine leichtere Integration, auch in Branchen, die traditionell weniger automatisiert sind – etwa Bau, Life Sciences oder Gesundheitswesen.

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Welche Veränderungen nehmen Sie bei der roboterbasierten Automatisierung wahr?

Die Nachfrage nach Robotik und Automatisierung steigt aufgrund globaler Megatrends – vom Fachkräftemangel und Unsicherheiten in den Lieferketten über die gestiegene Nachfrage nach individualisierten Produkten bis hin zum wachsenden Druck, nachhaltig zu wirtschaften. Flexibilität und Einfachheit sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Die Mechatronik steht nicht mehr an erster Stelle. Der nächste Entwicklungsschub wird durch die Sammlung und Auswertung von Daten und den verstärkten Einsatz von KI getrieben. Die flexible Fertigung von morgen verbindet KI-gestützte Bildverarbeitung, mobile Roboter, Cobots und modulare Zellen. Die Zellen sind dabei beispielsweise mit autonomen mobilen Robotern (AMR) vernetzt, die per Software miteinander kommunizieren und koordiniert werden.

Wenn ABB im Jahr 2049 das 75-jährige Jubiläum feiert, welche Technologien werden dann die Branche prägen?

Wir erwarten, dass sich heutige Entwicklungen weiter beschleunigen. Die Fabrik der Zukunft wird stärker vernetzt sein und flexibel reagieren können. Themen wie Interoperabilität und Standardisierung bleiben entscheidend, und künstliche Intelligenz wird weiterhin eine große Rolle spielen. Roboter werden dank KI-basierter Technologien präziser und flexibler mit dynamischen Umgebungen interagieren. Auch Nachhaltigkeit wird weiter in den Fokus rücken. Unser Ziel ist eine noch ressourcenschonendere Nutzung durch Kreislaufdenken und State-of-the-Art-Technologien.

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