zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Für große und kleine Roboter

Neil Richmond, Business Development Industrial Brakes bei Kendrion / Andreas Mühlbauer,

Bremsen sorgen für mehr Sicherheit

Wo Automatisierung im Spiel ist, muss sichergestellt sein, dass es auch bei einem Steuerungs- oder Stromausfall nicht durch ungewollte Bewegungsabläufe zu Gefährdungen oder Schäden kommt. Es gilt, Mitarbeitende vor Verletzungen und Investitionsgüter vor Zerstörung zu schützen. Hier kommen elektromagnetische Bremsen von Kendrion zum Einsatz.

Bei einem Steuerungs- oder Stromausfall dürfen weder Menschen noch Investitions­güter zu Schaden kommen. Elektromagnetische Bremsen sind hierfür bestens geeignet. © Kendrion

Aufgrund unterschiedlicher Funktionsprinzipien, Baugrößen und Leistungsklassen eignen sich elektromagnetische Sicherheitsbremsen für verschiedene Applikationen. Kendrion zeigt, dass sich mit Federkraft- oder Permanentmagnetbremsen für praktisch jede Aufgabenstellung eine passende Lösung realisieren lässt, in Robotik und Intralogistik wie zum Beispiel bei fahrerlosen Transportsystemen und Flurförderzeugen oder in Windkraftlagen sowie bei medizinischen Geräten. Dabei können die Anforderungen beachtlich variieren. Während große Industrieroboter eher hohe Bremsmomente erfordern, sind bei kollaborativen Robotern möglichst kleine Abmessungen und geringes Gewicht gefragt. Deshalb werden die unterschiedlichen Bremsen-Baureihen kontinuierlich für die verschiedenen Einsatzbereiche optimiert, sodass sich auch für extreme Umgebungsbedingungen oder Anwendungen, bei denen die Bremsen möglichst geräuschlos arbeiten sollen, passende Lösungen finden lassen.

Bremsen für große und kleine Roboter

Roboter sind so unterschiedlich wie die Aufgaben, die sie bewältigen. Für die verschiedenen Baugrößen, Bauarten und Lasten gibt es deshalb bei Sicherheitsbremsen meist keine Lösung von der Stange. Dabei haben die Anwender oft hohe Anforderungen, zum Beispiel was den Platzbedarf, die Lebensdauer der eingesetzten Komponenten oder die Umgebungsbedingungen betrifft. Kendrion ist seit vielen Jahren im Robotik-Markt aktiv und hat heute für nahezu alle Robotermodelle die passende, auf Bauraum, Haltekraft, Lebensdauer oder Temperaturbereich abgestimmte Bremsenlösung im Programm, für große Industrieroboter ebenso wie für kleine Knickarm-, Delta- oder kollaborative Roboter. Die Bremsenspezialisten unterstützen bei technischen Fragen mit Beratung, helfen bei der Auswahl oder entwickeln für spezielle Aufgabenstellungen applikationsspezifische Lösungen. Kurze Kommunikationswege sorgen dabei für rasche Ergebnisse.

Anzeige

Neben der Permanentmagnetbremsenbaureihe „High Torque“, die sich gut für die hohen Drehmomente und für spielfreie Lösungen an großen Industrierobotern eignet, wurde auch mit der Servo-Line-Baureihe eine praxisgerechte Lösung entwickelt. Sie beruht auf dem Federdruckprinzip, liefert hohe Bremsleistungen und ist sehr langlebig. Durch die Möglichkeit, die Reibpaarung mit unterschiedlichen Belagtypen herzustellen, können die Federdruckbremsen ganz individuell und applikationsspezifisch konstruiert werden. Typische Einsatzgebiete sind neben Robotern auch Anwendungen in der Medizintechnik, wie Stative oder Röntgen-Bögen.

Schlankes Format für platzkritische Anwendungen

Schlanke Bremsen für kollaborative oder mobile Roboter. Die Kabel lassen sich durch die Hohlwelle führen. © Kendrion

Ein Beispiel für Federdruckbremsen, die sich bestens für kleinere Roboter oder elektrisch angetriebene Fahrzeuge eignen, liefert die Servo-Slim-Line-Baureihe: Sie ist beispielsweise für Cobots oder Fahrerlose Transportsysteme (AGV) für kleinere Traglasten ausgelegt, kann jedoch auch in anderen Applikationen verwendet werden, die geringe geometrische Abmessungen erfordern. Die „schlanken“ Einscheibenbremsen sind bezogen auf ihre Leistungsdichte flacher und leichter als der Marktstandard und durch ihre großen Innendurchmesser gut für Hohlwellenantriebe geeignet. Bei diesem Bremsenmodell neu hinzu gekommen ist die Baugröße 12 als logische und konsequente Baureihenerweiterung für höhere Drehmomentanforderungen. Darüber hinaus wurde die Baureihe durch die Type 502 in zwei Baugrößen erweitert. Bei dieser Ausführung besteht für den Anwender die Möglichkeit, den Mitnehmer beidseitig zu installieren, somit wird die Bauhöhe weiter reduziert.

Für hohe Lasten und gleichzeitig geringen Einbauplatz, beispielsweise im Flurförderbereich, eignen sich die Federkraftbremsen der Intorq-BFK-Baureihen optimal. Über die letzten Jahre hat Kendrion die Bremsenbaureihen für diese Anwendungen weiter erweitert. Durch ihre äußerst kompakte Bauweise sind sie für viele weitere Aufgabenstellungen in der Intralogistik geeignet, da bestimmte Baureihen eingekapselt und somit staub- und spritzwassergeschützt sind.

Applikationsspezifische Lösungen

Wo Standardlösungen nicht infrage kommen, bietet Kendrion dem Anwender die passenden applikationsspezifischen Lösungen. Solche Anwendungen finden sich in der Robotik, der Intralogistik, aber auch in mobilen Anwendungen, wie AGV, AMR sowie autonomen Flurförderzeugen und überall dort, wo elektromagnetische Sicherheitsbremsen gebraucht werden. Bei der Validierung und Verifikation der Bremsen kann sich der Anwender auf das kompetente Labor des Bremsenspezialisten verlassen. Das Labor ist ausgestattet mit Prüfvorrichtungen für den Messbereich von 0,01 bis hin zu 10.000 Nm. Sämtliche Messdaten werden unter verschiedenen Einsatzbedingungen wie Temperatur, Reibarbeit, Drehzahl und Drehrichtung aufgezeichnet und für die technischen Daten herangezogen. Durch diese Möglichkeiten können fundierte technische Angaben bereitgestellt werden. Auch das passende Zubehör gehört dazu, zum Beispiel kompakte Ansteuermodule, die den Haltestrom der Bremsen absenken. Sie reduzieren den Energiebedarf und infolgedessen auch die Wärmeentwicklung. Besonders Anwendungen, bei denen die Kühlung schwierig ist, weil Motor, Getriebe und Bremsen auf engstem Raum montiert sind, profitieren davon.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Yaskawa auf der Automatica 2025

KI trifft Robotik

Zur diesjährigen Automatica dreht sich bei Yaskawa alles um KI-basierte Robotik-Lösungen für die smarte Fabrik und darüber hinaus. Als ein Messe-Highlight präsentiert der Hersteller sein neues Produkt-Konzept Motoman Next.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Interview mit Jörg Rommelfanger

Robotik in 25 Jahren

Der jährliche IFR-Report zeigt, dass die Anzahl der Industrieroboter weltweit stetig stark zunimmt. Im Portfolio von ABB spielen sie bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Wie sich die Robotik in der Industrie allerdings in näherer und...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren