Fördertechnik
Kurze Wege zum Design
Ihre Kreativität hat große Unternehmen und Marken befruchtet: Bosch und Siemens, Leifheit und Festo, Leitz und Kärcher. Teams Design in Esslingen betreut etwa 40 langjährige Kunden. Für ihre ausgewogenen und innovativen Gestaltungsentwürfe haben die Schwaben über 1.000 nationale und internationale Auszeichnungen gewonnen. Ein gelungenes Beispiel für die Leistungen der Designer im Investitionsgüterbereich ist die Studie RXX für Still, Hamburg. Inzwischen wurden viele Ideen und Elemente der Studie in ein konkretes Produkt umgesetzt, den Elektrostapler RX 50, der vom Dach bis in den Fußraum neu gestaltet wurde.
Das Logistikunternehmen und sein Dienstleister arbeiten bereits seit etwa 20 Jahren zusammen. ;,Das werden wir jetzt noch enger tun, allein schon wegen der räumlichen Nähe“, erklärt Diplom-Designer Ulrich Warth, der als Niederlassungs- und Projektleiter das neue Büro von Teams Design direkt auf dem Produktionsgelände von Still im Hamburger Stadtteil Billbrook führt. Die Gründe für diesen Schritt sind einleuchtend: Einerseits verkürzen sich die Entwicklungszeiten der Industrie generell – also auch bei Flurförderzeugen und Lagersystemen – andererseits nimmt das Design einen immer höheren Stellenwert beim Verkauf von Produkten ein. „Speziell bei Flurförderzeugen ist das Design von großer Bedeutung, weil hier die Durchdringung von Gestaltungsmerkmalen noch nicht sehr weit fortgeschritten ist“, sagt Reinhard Renner, Geschäftsführender Gesellschafter von Teams Design. „Design meint hier nicht nur das Aussehen, sondern insbesondere gute Ergonomie und die Verbesserung der Funktionalität.“ Genau diese Eigenschaften kennzeichnen den Elektrostapler RX 50.
Produktoffensive gestartet
„In den kommenden Jahren starten wir eine Produktoffensive, die mit unserem neuen Elektrostapler ihren Anfang nahm,“ nennt Bert Frisch, Marketing-Chef bei Still, einen weiteren Anlass. Seit dem Bezug der Räume in der Zentrale herrscht das Prinzip der kurzen Wege. Die häufigen Abstimmungen zwischen Design, Vorentwicklung, Entwicklung und Marketing – typisch für derartige Prozessphasen – gehen so effektiver und reibungsloser vonstatten. „Für uns war der Entwicklungsauftrag entscheidend für die Ansiedlung in Hamburg. Langfristig sehen wir hier auch eine Plattform für Norddeutschland insgesamt“, so Teamschef Renner.
Am Anfang jeder Designarbeit steht ein „Zettel voller Anforderungen“, wie Projektleiter Warth das nennt, also eine Art Lastenheft mit den technischen Randbedingungen eines künftigen Produkts. Die werden auf Papier in erste Skizzen, Denkansätze, Ideen umgesetzt. „Dieser Abschnitt dauert nur wenige Wochen“, erklärt Diplom-Designer Walter Heidenfels, der mit seinem Kollegen Warth gemeinsam von der Alb an die Elbe wechselte und sich auf 3D-CAD spezialisierte – dreidimensionales, computerunterstütztes Design.
Wichtig dabei ist, schon hier in der Formgebung alle ergonomischen Notwendigkeiten zu berücksichtigen, wofür als Hilfsmittel Handbücher, Tabellen und Schablonen zur Verfügung stehen. Die bis hierhin gefundenen Lösungen werden anschließend im Rechner als 3D-Computermodelle generiert und weiter optimiert. „Als wichtige Rahmenbedingung verfolgen wir gemeinsam mit dem Design durchgängig eine Gleichteile- und Plattformstrategie, um nach dem Baukastenprinzip – bei niedrigen Kosten – einen modularen Aufbau für möglichst viele Typen zu verwirklichen“, betont Frisch.
Balanceakt zwischen Design und Kosten
Der direkte Übergang von den Handskizzen in den 3D-Raum entspringt dem Gebot, ein hohes Entwicklungstempo vorzulegen und durch den Einsatz von Virtual Reality Zeit zu sparen. Die entsprechenden Datensätze werden dann nach Esslingen übertragen, wo CNC-Fräsmaschinen daraus Modelle im Maßstab 1:2,5 herstellen. Im steten Wechselspiel zwischen Rechneranimation und Modelloptimierung erfolgt dann die Ausformung bis ins letzte Detail. „Hierbei spielen auch Kostenargumente eine wichtige Rolle. So sind zum Beispiel gerade Kanten günstiger als gebogene“, weiß Fachmann Warth. Andererseits sind an dieser Stelle auch besondere Anforderungen des Marketings zu berücksichtigen, um bestimmte stilbildende Elemente zu implementieren und einen durchgängigen Markenauftritt zu realisieren. „Das ist ein permanentes Ausbalancieren bis zum fertigen Serienfahrzeug“, so Heidenfels. Sobald dieser Endzustand definiert ist, werden alle Datensätze über einen direkten Anschluss ins Still-Netz übertragen und bilden dort die Unterlagen für die Produktion.
Hat die RXX-Studie „das Denkbare“ im Staplerbau definiert, ging es anschließend in enger Abstimmung beider Partner an die Umsetzung ins „Machbare“. Mit dem neuen Büro des Designdienstleisters in unmittelbarer Nähe zu Konstruktion, Marketing und Produktion des Staplerherstellers wurden Zeichen für die Zukunft gesetzt. Der RX 50 mit seinen technischen Finessen und der überzeugenden Optik zeigt, wie Still und Teams Design diese Herausforderung gemeinsam gestalten wollen. (gm)









