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Polyamid partikelfrei schweißen

Auf die Heizplatte pressen, angeschmolzene Teile zusammen pressen und erkalten lassen. So simpel läuft das übliche und weit verbreitete Heizelementschweißen von Kunststoffteilen ab. Das funktioniert mit einer Vielzahl thermoplastischer Kunststoffe. Probleme gibt es jedoch bei Kunststoffen, die eine relativ dünnflüssige Schmelze ergeben, weil die oft an den Heizelementen haftet. Das ist beispielsweise bei Polyamiden der Fall. Diese Werkstoffgruppe ist deshalb für dieses Verfahren nicht geeignet. Oder besser: Sie war es nicht.

Das Bild zeigt eine speziell für Polyamide entwickelte Schweißmaschine, die das kontaktbehaftete Heizelement durch Strahlungswärme ersetzt hat. Die Schweißtemperaturen liegen zum Teil über 500 Grad Celsius. Die NC-Achsen können unterschiedliche werkstoffspezifische Programme abfahren. Inzwischen wurden verschiedene Baugruppen aus Medizintechnik und Fahrzeugbau erfolgreich auf das Verfahren umgestellt. Damit tritt die Technik gegen Methoden wie Reibschweißen und Fügetechniken mit Licht und Laser an.

In den Werkstücken treten während des Schweißens kaum mechanische Kräfte auf, eventuell integrierte elektrische Baugruppen werden nicht belastet. Es bleiben keine Späne und Kunststoffpartikel im Inneren zurück. Verfahrenstypisch ist die Homogenität des Materials im Bereich der Naht, die übrigens nahezu alle dreidimensionalen Konturen aufweisen kann. Verfärbungen im Material können mit Einsatz von Schutzgas ausgeschlossen werden.

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Ein bewährtes Verfahren scheint hier durch Weiterentwicklung eine Renaissance zu erfahren. Damit wird es möglich sein, nicht nur Polyamide partikelfrei zu verschweißen, sondern auch andere, als schwierig geltende Werkstoffe wie POM und PBT. Wer solche Werkstoffe verbinden muss, sollte sich einmal wieder mit der alten und doch sehr neuen Heizelement-Methode beschäftigen.dr

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