Verleihung des Berthold Leibinger Laser-Innovationspreises

Heute abend: Lasershow bei Trumpf in Ditzingen

Eine ungewöhnliche Himmelserscheinung ist heute abend über der Region Stuttgart zu erwarten. Ein grüner Laserstrahl wird bei wolkenfreiem Himmel bis in 30 Kilometer Höhe reichen. Wolken taucht er in dramatisches Licht. Ursache hierfür ist ein besonders starker Laser, dreihunderttausendfach so hell wie ein Laserpointer.

Den Anlass bietet die achte Preisverleihung des internationalen Laser-Innovationspreises der Berthold Leibinger Stiftung am Stammsitz des Ditzinger Maschinenbauer und Laserspezialisten Trumpf. Je nach Wetter ist das Laserlicht zwischen 20:30 und 23:30 Uhr aus Entfernungen von 50 Kilometer rund um Ditzingen zu sehen. Der Laser selbst ist nicht zugänglich. Aufgeregte Ufo-Meldungen und besorgte Anrufe registrierten Polizei und Feuerwehr bei den ersten Versuchen mit diesem Laser in Schramberg im Schwarzwald. Doch das Licht kündet weder Außerirdische an noch stellt es eine Gefahr dar. Für die Sicherheit des Flugverkehrs sorgt ein spezielles Radar. Es wurde vom Osnabrücker Eventlaser-Spezialisten Lightline entwickelt und schaltet den Laser automatisch aus, wenn Flugzeuge in die Nähe des Strahls kommen. Nur bei Regen kann der Laser aus Sicherheitsgründen nicht eingeschaltet werden.

Laser sind nicht nur als Showeffekt beliebt, in der Industrie sind sie ein vielseitiges Werkzeug, in der Messtechnik ist Laserlicht allgegenwärtig und auch in der Medizin sind Laser unverzichtbar. Beispiele für die Anwendungen geben die diesjährigen Preisträger des Berthold Leibinger Innovationspreises. Der amerikanische Physiker Alexander Oraevsky hat ein laserbasiertes Tomographieverfahren zur Brustkrebserkennung entwickelt und zwei BMW-Entwickler das Laser-Fernlicht für den neuen Hybrid-Sportwagen i8 (lesen Sie hierzu bitte auch die Tielgeschichte in der SCOPE Ausgabe 10/2014, die am 1. Oktober erscheint). Für ein intelligentes Laser-Sensorennetzwerk im Bahnverkehr erhalten drei Wissenschaftler der Polytechnischen Universität Hong Kong die angesehene Auszeichnung. Die Auswahl trifft eine Jury internationaler Experten, darunter der deutsche Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch.

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Erste Laserstrahlen wurden bereits 1969 ins All geschossen, allerdings mit weitaus geringeren Lichtleistungen. Bei der ersten Mondlandung platzierten Neil Armstrong und Buzz Aldrin einen Reflektor, um Laserlicht von der Erde zurückzuschicken. Wissenschaftler messen bis heute die Entfernung des Mondes, indem sie die Zeit stoppen, die ein Lichtstrahl bis zum Mond und zurück braucht: Die einfache Distanz von rund 370.000 Kilometer legt das Licht in etwas mehr als einer Sekunde zurück. kf

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