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Artikel und Hintergründe zum Thema

Mehrwegsystem MyEcoBag

Fraunhofer entwickelt Einkaufstasche mit Pfand

Gemeinsam mit dem Schuhhaus Böhmer hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML im Ruhrpark Bochum „MyEcoBag“ gestartet, ein neues Mehrwegsystem für Einkaufstaschen. Es ermöglicht Kunden den Kauf einer Tasche mit Pfand und schafft ein Kreislaufsystem für zurückgegebene Taschen wie bei Mehrweg-Pfandflaschen.

MyEcoBag ist ein ökologisches Mehrwegsystem für Einkaufstaschen, entwickelt vom Fraunhofer IML in Dortmund. Es ermöglicht dem Kunden den Kauf einer Mehrweg-Einkaufstasche. (Bild: Fraunhofer IML)

Laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung verbraucht der deutsche Konsument pro Jahr etwa 45 Einkaufstaschen aus Plastik; hinzukommen Taschen aus Papier, Baumwolle und anderen Materialien. Einweg-Taschen aus Kunststoff oder Papier sind ökologisch nicht optimal. Aber auch Taschen aus Baumwolle sind nur dann eine umweltfreundliche Alternative, wenn sie sehr häufig wiederverwendet werden. Oftmals vergisst der Kunde die Taschen jedoch beim Einkauf. „Unsere Umfragen haben ergeben, dass bis zu 25 Prozent der Kunden im Supermarkt und bis zu 78 Prozent der Kunden in Einkaufszentren regelmäßig eine Tasche vergessen. Mehrfach nutzbare Taschen werden daher nicht häufig genug eingesetzt, um wirklich ökologisch vorteilhaft zu sein“, berichtet Christiane Auffermann, Leiterin des Projekts.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat das Fraunhofer IML ein Mehrwegsystem für Einkaufstaschen entwickelt, das am 11. Januar 2018 im Schuhhaus Böhmer im Ruhrpark Bochum erstmals in einem Test an den Start ging. Weitere Händler im Dortmunder Raum soll schon bald hinzukommen.

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Mehr als 30 Nutzungszyklen lassen sich realisieren

Das System funktioniert so: Wie bisher kann der Kunde die Taschen im Laden erwerben. Für diese zahlt er zusätzlich zum Kaufpreis noch Pfand. Benötigt er die Tasche nicht mehr, ist sie dreckig oder abgenutzt, kann der Kunde sie zurückgeben. Die zurückgegebenen Taschen werden sortiert, gereinigt und wieder an den Handel zurückgeführt. So lassen sich deutlich mehr als 30 Nutzungszyklen realisieren. So viele sind mindestens notwendig, um ökologisch vorteilhaft zu sein.

„Das System ist vorteilhaft für die Umwelt und bietet dem Kunden einen Zusatznutzen, denn er kann eine ökologisch vorteilhafte Tasche immer dann nutzen, wenn er sie braucht – ohne vorher lang zu planen – sogar, wenn er seine Tasche vergessen hat. Darum haben wir uns entschlossen, gemeinsam mit dem Fraunhofer IML in die Testphase zu gehen“, berichtet Heinz-Werner Döring, Prokurist bei Schuhhaus Klauser, zu der das Schuhhaus Böhmer in Bochum gehört.

Die sechsmonatige Pilotphase dient nun dazu, Erkenntnisse im Hinblick auf die Rücklaufquote und Umlaufgeschwindigkeit der Taschen zu erlangen sowie die Wirtschaftlichkeit des Systems besser beurteilen zu können. as

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