Motek 2024
Künstliche Intelligenz und noch viel mehr
Unterschiedliche Technologiefortschritte begünstigen einander gegenseitig – das erfahren die Besucher der Motek/Bondexpo im Oktober in Stuttgart. Die Geschäftsführerin des Messeveranstalters P. E. Schall, Bettina Schall, gibt im Interview mit Andreas Mühlbauer einen Ausblick auf die Themen in diesem Messeherbst.
Anfang Oktober startet wieder die Motek/Bondexpo. Was sind aktuelle Trends und Highlights?
Natürlich ist KI in aller Munde und auch Thema auf der Motek/Bondexpo. Sowohl in den Reihen der Aussteller als auch im Rahmenprogramm wird KI aufgegriffen. Es wird vor allem erläutert, in welchen Bereichen die produzierenden Unternehmen konkreten Nutzen daraus ziehen können. Und auch die Themen Digitalisierung, Automatisierung, Flexibilität, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden vielfach bespielt. Das sind keine leeren Schlagwörter, sondern große Aufgaben, die miteinander verbunden sind. Die Branche steht unter großem Druck und muss noch wirtschaftlicher, sparsamer fertigen, um am Markt bestehen zu können. Das ist ein ganzes Bündel von komplexen Herausforderungen, die zu bewältigen sind.
KI hat natürlich auch großen Einfluss auf die Branche. Wie wird die Motek das konkret behandeln?
Vor allem durch Aufklärung und Information. Aber auch durch Praxisbezug. Beispielweise wird im Messeforum behandelt, dass KI Potenziale birgt, die Unternehmen dabei helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. KI unterstützt Anwender dabei, Daten zu selektieren, einzuordnen, zu bewerten sowie Zustände und Abläufe zu prognostizieren. Das geht über das hinaus, was der Mensch leisten könnte. Zum Beispiel bedient sich die automatisierte Zuführtechnik ebenso der KI wie die Werkerunterstützung bei assistierten Arbeitsplatzsystemen. Ein weiteres Beispiel ist die Qualitätssicherung bei der Oberflächeninspektion. Wenn die Ziele Ressourcenschonung, Ausschussminimierung und Energieeinsparung erreicht werden sollen, führt kein Weg an der KI vorbei. Die Motek/Bondexpo 2024 will zu einem tieferen Verständnis für die Potenziale von KI beitragen.
Dieses Jahr ist die 42. Motek und die 17. Bondexpo – thematisch wohl kein Vergleich mehr zu früher?
Nein. Denn die Welt der Produktion hat sich tiefgreifend verändert. Wir steigen von der Komponentenebene hinauf zum Gesamtprozess. Diesen Technologiefortschritt ist die Motek zusammen mit der Bondexpo immer mitgegangen! Das Kleben zum Beispiel ist heute eine Schlüssel- und Zukunftstechnologie und integraler Bestanteil der industriellen Produktion. Auch das Produzieren und Prüfen wächst zusammen. Erkennen, Messen, Testen – all das geschieht inline und ist in den Fertigungsprozess eingebunden. Dank der Digitalisierung und Vernetzung – und auch mithilfe der KI – werden Zustände während des Produzierens analysiert und autonom geregelt. Das unterstützt die Ziele Effizienz und Materialschonung. Zusätzlich entfallen mit automatisierten Inline-Prüfprozessen auch manuelle Sichtkontrollen, was dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Die Technologiefortschritte sind miteinander verknüpft und begünstigen sich gegenseitig – eine spannende Entwicklung, die auch die Motek/Bondexpo begleitet.









