Deutsche Messe
Hannover Messe startet
Themen wie Digitalisierung und nachhaltige Produktion prägen die Hannover Messe 2026. Zudem werden im Rahmen der Messe einige Preise vergeben.
Die Hannover Messe setzt auch dieses Jahr auf zentrale Zukunftsthemen der Industrie. Vom 20. bis 24. April kommen in Hannover laut Messeveranstalter mehr als 4000 Unternehmen aus Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie Energiewirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt stehen Lösungen für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Produktion, wobei Künstliche Intelligenz als Querschnittstechnologie eine wichtige Rolle spielt.
Auszeichnungen auf der Industrieschau
Bereits im Vorfeld der Messe wurden mehrere Auszeichnungen vorbereitet. Für den ‚Hermes Award‘ hat eine Jury drei Unternehmen nominiert: Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg. Die eingereichten Innovationen reichen von integrierten Systemen für die Medizintechnik über kompakte Aktuatoren für humanoide Robotik bis hin zu Antriebslösungen ohne seltene Erden. Neben dem technologischen Innovationsgrad fließen auch Kriterien wie Marktreife und Wirtschaftlichkeit in die Bewertung ein. Die Preisverleihung ist für den 19. April im Rahmen der Messeeröffnung vorgesehen.
Parallel dazu richtet sich der Blick auf die Förderung von Fachkräften und Diversität in technischen Berufen. Im Rahmen des Femworx-Kongresses werden erneut der ‚Engineer Woman Award‘ sowie der ‚Young Engineer Woman Award‘ vergeben. Die nominierten Ingenieurinnen stammen aus unterschiedlichen Disziplinen, darunter Raumfahrt, Robotik, Energie- und Rohstofftechnik sowie Informatik. Ihre Projekte verbinden technologische Entwicklung mit gesellschaftlichen Fragestellungen, etwa in den Bereichen Inklusion, nachhaltige Energie oder digitale Bildung.
Schon im Rahmen der Press Preview der Hannover Messe am 25. Februar wurde der ‚Robotics Award 2026‘ an das Startup GoodBytz vergeben.
Partnerland Brasilien
Ergänzend dazu rückt Brasilien auf der Hannover Messe 2026 insbesondere seine Rolle als Rohstofflieferant und Energie-standort in den Fokus. Das Land verfügt über umfangreiche Reserven strategisch wichtiger Materialien sowie ein großes Potenzial im Bereich erneuerbarer Energien. Vor allem bei grünem Wasserstoff und nachhaltiger Stromerzeugung sieht die brasilianische Industrie Chancen für eine engere Kooperation mit europäischen Partnern.
Im Kontext der erwarteten Handelsvereinbarung zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur-Abkommen, das am 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft treten soll, gewinnt die Präsenz Brasiliens zusätzliche Bedeutung. Unternehmen nutzen die Messe gezielt, um Investitionsprojekte anzustoßen und bestehende Geschäftsbeziehungen auszubauen. Gleichzeitig stehen Fragen der Dekarbonisierung, der industriellen Transformation und der Integration neuer Technologien im Mittelpunkt der bilateralen Gespräche.
Robotik im Application Park
Im Application Park wird deutlich, dass sich Robotik zunehmend in Richtung flexibler und vernetzter Systeme entwickelt. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglicht es Robotern, komplexe Umgebungen zu erfassen und auf Veränderungen in Echtzeit zu reagieren. Damit verschiebt sich der Fokus von starren Produktionsabläufen hin zu adaptiven Systemen, die sich schneller an neue Anforderungen anpassen lassen.
Parallel gewinnt die Integration von Robotik in bestehende industrielle Prozesse an Bedeutung. Lösungen, die ohne umfangreiche Umrüstungen eingesetzt werden können, erleichtern insbesondere KMU den Einstieg in die Automatisierung. Digitale Zwillinge und simulationsbasierte Verfahren tragen dazu bei, Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Inbetriebnahme effizienter zu gestalten.
Internationale Ausrichtung
Auch die internationale Ausrichtung der Messe bleibt ein zentrales Element. Für 2027 wurde Spanien als Partnerland benannt, eine entsprechende Vereinbarung bereits 2025 unterzeichnet. Spanien verfolgt derzeit einen umfassenden Transformationsprozess seiner Industrie, der auf Digitalisierung, Dekarbonisierung und den Ausbau erneuerbarer Energien abzielt. Staatliche Programme in Milliardenhöhe unterstützen insbesondere KMU bei der Modernisierung. Die enge wirtschaftliche Verflechtung mit Deutschland gilt dabei als wichtiger Faktor für die industrielle Entwicklung in Europa.









