Fraunhofer FKIE

Melanie Steinbeck,

Neuer Standort für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung

Das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE hat am 23. April 2026 im Rahmen einer Konferenz zum Thema „Gesamtstaatliche Verteidigung und Resilienz“ erstmals seine Forschungs- und Innovationsthemen am neuen Standort in Leipzig vorgestellt. Gleichzeitig markierte die Veranstaltung die offizielle Eröffnung des neuen Institutsstandorts sowie den Start des sächsischen Forschungsnetzwerks „Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit“ (I2SN).

Mehr als 150 Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft, Industrie sowie von NATO, Bundeswehr und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben waren der Einladung des Fraunhofer FKIE gefolgt. Zu den Unterstützern und Gästen zählten auch Generalmajor Armin Fleischmann, Abteilungsleiter Planung CIR und Digitalisierung der Bundeswehr im Kommando Cyber- und Informationsraum, sowie der sächsiche Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (v.l.n.r.). © Fraunhofer FKIE/Jörg Riethausen

Mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie sowie von NATO, Bundeswehr und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben nahmen an der Veranstaltung teil. Zu den Gästen gehörten unter anderem Generalmajor Armin Fleischmann, Abteilungsleiter Planung CIR und Digitalisierung der Bundeswehr im Kommando Cyber- und Informationsraum, sowie Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow, der die Veranstaltung eröffnete.

Mit rund 650 Mitarbeitenden zählt das Fraunhofer FKIE zu den führenden Instituten für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung in Deutschland. Seit mehr als 60 Jahren arbeitet das Institut international an Forschungs-, Technologie- und Innovationsprojekten gemeinsam mit der Bundeswehr, der NATO sowie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Dabei deckt das Institut alle Domänen gesamtstaatlicher Verteidigung ab – zu Land, zu See, in der Luft, unter Wasser, im Cyberspace und im Weltall. Ziel ist die Entwicklung von Technologien, um existenzbedrohende Risiken frühzeitig zu erkennen, zu minimieren und beherrschbar zu machen.

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Am neuen Standort in Leipzig werden noch in diesem Jahr bereits 15 Mitarbeitende tätig sein.

Kompetenzbündelung mit der Industrie

„Sicherheits- und Verteidigungsforschung haben für Fraunhofer höchste Priorität. Mit unserer interdisziplinären Expertise und anwendungsnahen Forschung stärken wir gezielt die technologische Souveränität Deutschlands und Europas, tragen zum Aufbau einer resilienten Sicherheitsarchitektur bei und entwickeln innovative Lösungen, um aktuellen und zukünftigen Bedrohungen wirksam zu begegnen“, sagt Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

„Aktuell von besonderer Bedeutung: Cyberangriffe, Desinformation oder Sabotage treffen unsere Gesellschaft zeitlich und räumlich verteilt. Gerade durch die zunehmende hybride Kriegsführung, ist es in der Verteidigungsforschung immanent wichtig, dass Lösungen schnell aus dem Labor in die Anwendung kommen. Am neuen Standort des Fraunhofer FKIE bündeln wir unsere Kompetenzen in Software Defined Defence sowie Cybersicherheit und Resilienz und entwickeln zusammen mit der Industrie anwendernahe Technologien, um solche komplexen Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und schnell handlungsfähig zu sein.“

Mit den Schwerpunkten „Software Defined Defence“ sowie „Cybersicherheit und Resilienz“ fokussiert sich das Fraunhofer FKIE in Leipzig auf zentrale Zukunftsthemen der Sicherheits- und Verteidigungsforschung.

Innovationskraft in Sachsen stärken

„In der Innovationskraft der sächsischen Forschung in Technologieentwicklung und Methodik liegt großes Potenzial“, sagt Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. „Dieses Potenzial muss auch für die Sicherheit und Verteidigung Deutschlands zur Verfügung stehen. Mit dem Fraunhofer FKIE und dem Forschungsnetzwerk ‚Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit‘ (I2SN) hat Sachsen dafür nun die Voraussetzung geschaffen. Ich bin überzeugt, dass wir damit einen entscheidenden Beitrag für mehr Sicherheit und künftig auch mehr industrielle Wertschöpfung leisten.“

Ergänzend engagiert sich das Institut in Mittel- und Ostdeutschland im „Lernlabor Cybersicherheit“ zur digitalen Forensik an der Hochschule Mittweida sowie mit einem im Aufbau befindlichen „Joint Research & Testing Lab“ für Transfer und Innovation in landbasierten Operationen in Löbau.

Dazu sagt Prof. Dr. habil. Christoph Igel, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer FKIE und verantwortlich für die Aktivitäten in Mittel- und Ostdeutschland: „Als Verteidigungsinstitut stehen wir seit Jahrzehnten fest an der Seite der Bundeswehr und der Sicherheitsbehörden. Mit unseren neuen Aktivitäten in Mittel- und Ostdeutschland stärken wir den Transfer in die regionale Industrie und Wirtschaft und bereiten den Boden für neue Innovation im Freistaat Sachsen. Industrienah zu agieren und schnell anwendbare Lösungen für Bedarfe in Verteidigung und Sicherheit zu liefern, ist Teil unserer DNA als Institut der Fraunhofer-Gesellschaft.“

Neues Forschungsnetzwerk gestartet

Die Konferenz war zugleich die Auftaktveranstaltung des neuen Forschungsnetzwerks „Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit“ (I2SN). Das Netzwerk wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) des sächsischen Ministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus finanziert.

An insgesamt 18 Instituten und Professuren im Freistaat Sachsen wird künftig zu Anforderungen der äußeren, inneren und zivilen Sicherheit in den Themenfeldern Cyber/IT, Energie und Material geforscht. Gemeinsam mit Industriepartnern sollen daraus neue Innovationen entstehen. Das Fraunhofer FKIE verantwortet innerhalb des Netzwerks das Themenfeld „Cyber/IT“. Christoph Igel übernimmt zudem die Rolle des Netzwerksprechers.

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