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Druck mit Sicherheit
Funktionierende Systeme gibt es bereits seit mehreren Jahren. Nun aber zeichnet sich eine größere Verbreiterung ab, die es möglich macht, in industriellen Anwendungen bereits bewährte modernere Technologien und neue Fertigungsmethoden zu nutzen. Heute übliches ¿Anzeigeinstrument¿ für Druckverlust ist der kritische Blick des kundigen Autofahrers auf die Besohlung seines Fahrzeugs. Eine echte Druckkontrolle ist nur ¿offline¿, über die in Tankstellen oder Werkstätten verfügbaren Mess- und Füllgeräte möglich. Ein sachtes Pfeifen oder ¿ im schlimmeren Fall ¿ ein lauter Knall sind mögliche Folgen eines nicht ordnungsgemäß eingestellten Drucks und dadurch verursachte Schäden.
Wohl jeder Autofahrer hat sich schon einmal ausgemalt, was passiert, wenn sich nahe der Höchstgeschwindigkeit ein Reifen in seine Bestandteile zerlegt. Kontinuierlich haben die Autobauer die durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit aller verkauften Fahrzeuge gesteigert. Vor allem in der Mitteklasse und der Oberklasse gehören Spitzenwerte jenseits der 200 Kilometer pro Stunde zum Alltag, Werte bis 250 Kilometer pro Stunde und darüber hinaus sind nicht mehr nur reinrassigen Rennfahrzeugen vorbehalten. Trotz innovativer Reifentechnik steigt die Gefahr schwerer Unfälle bei nicht korrektem Druck. Porsche hat, nicht zuletzt aufgrund strenger werdender amerikanischer Vorschriften einen Entwicklungs- und Lieferauftrag an den Ludwigsburger Zulieferer Beru erteilt. Ab dem Modelljahr 2002 soll es in verschiedenen Typen zum Einsatz kommen. Bereits für den Typ Cayenne wurde ein Stand-alone-System aus Sensorik, Antennen und elektronischer Steuerung entwickelt, das ab Mitte 2002 eingebaut wird.
Den Anlass für die neue Initiative liefert die amerikanische Gesetzgebung: Sie fordert für alle ab November 2003 zugelassenen Personenkraftwagen und leichte Lastkraftwagen eine moderne Reifendruck-Prüfeinrichtung.
Für die pfiffigen Zulieferer bieten sich, wie immer wenn frühzeitig auf neue technische oder gesetzgeberische Trends reagiert wird, ein enormes Absatzpotenzial: Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Reutz zeigt sich zuversichtlich: ¿Allein aus der elektronischen Reifendruck-Kontrolle erwartet er in den nächsten Jahren Steigerungen des Umsatzes von jährlich mehr als 50 Prozent.¿ Nachdem der Schlüsselmarkt USA die Entwicklung vorantreibt sich auch in Europa, zunächst in der Oberklasse steigende Ausstattungsraten zu erwarten. Erfahrungsgemäß wird die Technologie schließlich langsam aber sicher in die unteren Klassen einsickern.
Auch künftig wird kein Reifen vor einem Platzer sicher geschützt sein. Die Mehrzahl der Reifenschäden kündigt sich jedoch zuvor über einen schleichenden Druckverlust an. Die neu entwickelten und sich voraussichtlich sukzessive verbreitenden Überwachungssysteme werden also einen erheblichen Beitrag ur Sicherheit liefern.
dr
Links: http://www.beru.de








