Wirtschaft + Unternehmen

China: Lufft gründet Tochtergesellschaft

Das Mess- und Regeltechnikunternehmen G. Lufft hat in China eine Tochtergesellschaft gegründet. LufftChina vertritt das Unternehmen seit wenigen Wochen direkt auf dem chinesischen Markt. Insgesamt sind im Hauptsitz in Shanghai und im Büro in Peking zehn Mitarbeiter tätig. In der Vergangenheit hatte das Fellbacher Unternehmen seine Produkte über Partner-Beziehungen mit chinesischen Firmen vor Ort vertrieben.

Das Team von Lufft China mit CEO Klaus Hirzel.

"China wird meiner Einschätzung nach spätestens in zwei bis drei Jahren die USA überholt haben und somit zur Wirtschaftsmacht Nummer 1", erklärt der Geschäftsführer Klaus Hirzel. Deutschland sei für China der wichtigste Handelspartner innerhalb der Europäischen Union, der Warenverkehr liege in beiden Richtungen bei jeweils etwa 75 Milliarden Euro in diesem Jahr. "Längst hat China eigene Technologien entwickelt, die zu Weltmarktführern wurden, zum Beispiel die Fertigung von Solarzellen. Die Umwelttechnik nimmt im aktuell zwölften Fünf-Jahresplan der chinesischen Regierung eine herausragende Rolle ein. Daher war es für uns nur eine logische Konsequenz, dort mit einer Tochtergesellschaft aktiv zu werden", so Hirzel weiter.

Der chinesische Markt für Mess- und Regeltechnik ist bereits seit Mitte 2010 im Aufwärtstrend und vor allem deutsche Lieferanten sind gefragter denn je. Momentan verzeichnet der Markt für klimatologische Messtechnik ein Wachstum, das mit dem Ausbau der Infrastruktur des Landes Hand in Hand geht. Große Projekte erfordern Qualitätsarbeit: Rund 100 Flughäfen sind aktuell im Bau und müssen mit entsprechender Messtechnik zur Wetterdatenerfassung ausgestattet werden. Für die nächsten Jahre ist außerdem die Inbetriebnahme von bis30.000 Glättemeldeanlagen in Planung. Zudem setzt China zunehmend auf erneuerbare Energien, die Stromerzeugung durch Wind soll in den nächsten Jahren auf 120.000 MW Leistung erhöht werden.

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In den vergangenen Jahren wurden bereits einige Lufft-Produkte erfolgreich in China installiert. Der Ventus-UMB wird schon seit einiger Zeit von mehreren Windturbinenherstellern im Norden Chinas eingesetzt. Das Messgerät sorgt mit einer Heizleitung von 240V für vereisungsfreie Messköpfe und misst im "cold climate" zuverlässig Daten wie Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Temperatur. Vereisung ist auch für Strommasten ein Problem. Immer wieder brechen diese unter der Last vereister Leitungen zusammen, weshalb in China vermehrt die von Lufft entwickelte All-In-One Wetterstation WS600 eingesetzt wird, um die meteorologischen Umgebungsbedingungen zu ermitteln.

Auch im chinesischen Zugverkehr ist Lufft mittlerweile unverzichtbar: Entlang der Hochgeschwindigkeitsstrecken sorgt die WS400 für zuverlässige Windmessungen, um die Zuggeschwindigkeit an die jeweilige Windsituation anpassen zu können. Die Wetterstationen sind in etwa alle fünf Kilometer platziert. Darüber hinaus werden auch die Sensoren WS200 und WS500 bereits in China eingesetzt, um Wind- und Wetterveränderungen zu ermitteln. Auf 100 Meter hohen Messtürmen sind die Sensoren in drei verschiedenen Höhen angebracht, um ein genaues Wind-Profil des Standortes und seiner Umgebung anfertigen zu können.

Das Unternehmen plant in den nächsten Jahren den aktiven und konsequenten Ausbau der bereits vorhandenen strategischen Partnerschaften innerhalb Chinas. Weitere Projekte wie zum Beispiel die Installation von Frühwarnsystemen zum Schutz vor Wetterextreme oder zur Überwachung des Feinstaubs in der Luft sind in Planung. Ziel ist es, innerhalb der nächsten zwei Jahre 20 Prozent des Gesamtumsatzes im Reich der Mitte zu erzielen. kf

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