Anwenderbericht
Michael Kunststofftechnik setzt chemiefreie Wasseraufbereitung ein
Im Anwenderbericht beschreibt der Gastautor den Einsatz eines Verfahrens zur chemiefreien Wasseraufbereitung in Spritzguss-Kühlkreisläufen sowie die Erfahrungen mit Korrosionsschutz, pH-Regelung und Wartung bei Michael Kunststofftechnik in Eppingen.
Als bei Michael Kunststofftechnik in Eppingen im Jahr 2023 für die Spritzgussfertigung eine neue Kühlanlage angeschafft werden musste, war für den Technischen Leiter Sven Schmitt klar: „Um keine Probleme mehr mit der Wasserqualität beim halboffenen Kühlkreislauf für Werkzeuge und Maschinen zu haben, muss eine spezielle Technologie her. Eine, die zuverlässig und ohne Chemie für sauberes Prozesswasser und damit für eine optimale Schonung der Anlagenkomponenten sorgt.“
Die Lösung fanden die Spezialisten für die Entwicklung und Fertigung von Technischen Kunststoffteilen bei der Enwa AS Deutschland: Das System "EnwaMatic" soll durch ein patentiertes, selbstregulierendes Verfahren glasklares Wasser, einen zuverlässigen Korrosionsschutz und eine natürliche Bakterienbarriere garantieren.
Schmitt überzeugte vor allem die automatisierte Funktionsweise, der Verzicht auf Biozide sowie der geringe Wartungsaufwand: „Als umweltfreundliches mittelständisches Unternehmen wollten wir in der neuen Kühlanlage keine Zusätze mehr für das Systemfluid verwenden. Das leistet die EnwaMatic®. Nach deren Einbindung als Bypassfilter in den Hauptstrom unseres Kühlsystems haben sich Korrosionen an den Maschinen rasch gelöst, unsere Wasserqualität war schon nach kurzer Zeit sehr gut. Es gibt keine Ablagerungen und Biofilme mehr. Und das alles ohne Chemie! Das Handling ist problemlos und einfach, die Anlage muss nur einmal jährlich gewartet werden. Wir sind sehr zufrieden!“
Der richtige pH-Wert gegen Korrosion und Bakterien
Herzstück der Anlage sind die patentierten fünf Filtermedien ohne anorganische Substanzen. Sie sorgen für einen konstanten pH-Wert zwischen 9 und 10,5, der eine Oxydschicht auf den wasserberührten Rohrmaterialien bildet. Diese schützt die Werkstoffe vor Korrosion. Der hohe pH-Wert dient gleichzeitig als Bakterienbarriere. Darüber hinaus bilden die anorganischen Filtermedien keine Nahrungsquelle für Bakterien, Pilze, Flechten oder Farne.
Die Anlage filtert zudem kontinuierlich Schlamm und Partikel bis 5 Mikrometer. Die automatische Rückspülung reinigt das Filterbett. Eine Systemspülung ist meist nicht erforderlich. Das Abwasser sei laut schriftlicher Stellungnahme der unteren Wasserbehörde in Celle keiner Wassergefährdungsklasse zuzuordnen und kann ohne Probleme in den Abfluss geleitet werden. Für Anlagen mit Frostschutzmitteln muss eine spezielle Rückspülung durchgeführt werden, bei der die Konzentration des Wasser-Glykol-Gemischs unverändert bleibt. Hierfür gibt es eine spezielle Ausführung des Bypassfilters. Auch Luft und Mikroblasen scheidet das System automatisch ab.
Durch den geringeren Personaleinsatz bei der Wartung und die hundertprozentige Einsparung bei den Chemikalien reduziere die Anlage zudem die laufenden Betriebskosten und sorge bei dauerhaft optimierter Wasserqualität für eine besondere Langlebigkeit aller Anlagenkomponenten.
Die selbstregulierenden Prozesse bieten den Kunden eine große Betriebssicherheit, da auch das aufbereitete Nachfüllwasser automatisch auf den gewünschten pH-Wert zum Korrosionsschutz des Systems optimiert wird – ohne Eingriff des Betreibers. Typische Schäden wie verstopfte Siebe, Abrasion an Pumpenrädern oder Anlagerungen in Rohrleitungen gehören der Vergangenheit an. Ausfallzeiten bei der Produktion werden dadurch vermieden. Die Lebensdauer aller Anlagenkomponenten erhöht sich signifikant.
Christian Barth, Prokurist der 2009 gegründeten Enwa AS Deutschland, die seit 2024 Teil der Skion-Gruppe ist, betont:
„Die hohe Qualität des Prozesswassers erspart den Betreibern nicht nur Ärger und Kosten. Auch die ständige Dosierung von Inhibitoren und Bioziden hat ein Ende, denn eine Über- oder Unterdosierung von Chemikalien ist Hauptursache für Anlagenschäden: In anderen Anlagen werden häufig Inhibitoren zugesetzt, die zwar durch die Steigerung des pH-Werts vor Korrosion schützen sollen, aber gleichzeitig durch die in ihnen beinhalteten, organischen Stoffe auch das Bakterienwachstum fördern. Die Folge: Es müssen Biozide verwendet werden, die nicht nur die Bildung von Biofilmen verhindern, sondern auch den pH-Wert wiederum senken und gleichzeitig die Leitfähigkeit des Prozesswassers anheben. Also müssen wieder Inhibitoren in das Kreislaufwasser dosiert werden. Aus diesem Grund verwendet ENWA bei seinen Filtermedien ausschließlich anorganisches Material. Der Verzicht auf Chemie schützt darüber hinaus natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion vor Kontamination durch die meist toxischen Inhaltsstoffe der Chemikalien.“
Bedarfsorientierte Installation in halboffenen und geschlossenen Kühlkreisen
Die Anlage kann je nach Anforderung und Kundenwunsch in verschiedenen Ausführungen im Neubau wie auch im Bestand verwendet werden: für geschlossene (VDI2035) und halboffene Heizsysteme ohne Alu (bis 140°C/PN25 – bis 1500 m³), für geschlossene (VDI6044) und halboffene Kühlkreise (bis –20°C/PN25 – bis 1500 m³) – auch mit Frostschutzmitteln (Wasser-Glykol) bis -20°C – sowie für halboffene Hydraulik- und Werkzeugkühlkreise beim Kunststoffspritzguss. Das Gerät eignet sich für Rohre und Armaturen aus Mischmetallen, Kupfer, Stahl, Edelstahl, Eisen, Guss sowie Kunststoff.
Die Produkte beginnen bei einem Anlagenvolumen von ca. 500 Litern als Mini-Version und reichen in der normalen Produktlinie bis ca. 130 Kubikmeter. Die Ausführung der größeren BS-Systeme bereitet Wasserkreisläufe von aktuell bis zu 500 Kubikmeter als Einzelprodukt auf. Eine Kombination mehrerer Bypassfilter in einem Systemkreislauf ermöglicht auch die Aufbereitung noch größerer hydraulischer Systeme. Maßgeblich für die Auslegung ist immer der Wasserinhalt zuzüglich etwaiger Ergänzungswassermengen, zum Beispiel beim Spritzguss. Alle Produkte stellt Enwa selbst her. Der Platzbedarf ist gering: für das kleinste Modell beträgt er etwa einen Quadratmeter Wandfläche; ab drei Kubikmeter Anlagenvolumen sind es ca. 0,7 Quadratmeter Aufstellfläche.
Nicht selten habe ein ursprünglich korrosiv-braunes Prozesswasser schon nach drei Wochen durch die Anlage ein glasklares Erscheinungsbild und ist nahezu frei von Partikeln. Dies optimiert die Kälte- bzw. Wärmeübertragung in den Anlagen und spart Energiekosten – insbesondere bei Fertigungsprozessen mit hohen Wandungstemperaturen am Wärmetauscher. Die Technologie wirkt auch bei Altlasten in bestehenden Anlagen sowie bei einem aktiven Eintrag von Schwebstoffen in das Kühlwasser.
„Voraussetzung für das optimale Funktionieren unserer neuen Wasseraufbereitungsanlage war die umfassende Bedarfsanalyse durch Enwa", so Sven Schmitt. „Auch die montagefreundliche Installation und die fachliche Betreuung haben uns überzeugt. Überhaupt ist die Zusammenarbeit mit Enwa vorbildlich.“
„Der erfolgreiche Einsatz bei Michael Kunststofftechnik ist ein gutes Beispiel für perfekte Teamarbeit. Zusammen haben wir Schritt für Schritt die für den Kunden beste Lösung erarbeitet", ergänzt Christian Barth. „Dazu gehören die technische Beratung, die Begehung im Betrieb, Planung und Konzeption, die Komponentenauswahl sowie die Bestimmung der Wasserqualität durch das weltweit operierende Labor Eurofins. Nur so funktioniert eine exakt auf den Betrieb abgestimmte optimale Wasseraufbereitung, die langfristig die Investitionen schützt.“









