Hubsäulen
Smart gesteuert, global gewartet
Leo Feinwerktechnik setzt für seinen höhenverstellbaren Fügetisch für die Spiralsiebproduktion auf synchron verfahrbare Hubsäulen, gesteuert über die RKX-Software von RK Rose+Krieger. Die Lösung ermöglicht Echtzeitüberwachung, einfache Konfiguration und weltweite Fernwartung.
Damit aus Holzfasern, Altpapier und Wasser neues Papier wird, sind zahlreiche Fertigungs- und Veredlungsschritte erforderlich. Ein entscheidender Vorgang am Ende des Prozesses ist die Trocknung der noch feuchten Papierbahn durch Heißluft. Dazu liegen die Bahnen auf mehrere Meter breiten Transportsieben. Diese Siebe bestehen aus einzelnen Kunststoffspiralen, die auf einer Fügemaschine mit Steckdrähten zunächst zu einzelnen Siebsegmenten und diese dann zu einem beliebig langen Spiralsieb verbunden werden. Anschließend erfolgt die Thermofixierung des Siebs auf einem Kalander.
Leo Feinwerktechnik aus dem hessischen Dietzenbach ist Hersteller von Kunststoffspiralen sowie Wickel-, Füge- und Füllmaschinen für die Spiralsiebfertigung. Der Familienbetrieb ist auf die Fertigung kundenspezifischer Einzelmaschinen und Kleinstserien spezialisiert. "Typischerweise ordern unsere Kunden nicht nur eine Maschine, sondern komplette Fertigungsstraßen inklusive Materialbereitstellung. Der Kunde profitiert in diesem Fall davon, dass alle Maschinen präzise aufeinander und das zu verarbeitende Material abgestimmt sind", erklärt Martin Leo, Geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens, das sich eine einzigartige Technologie zur besonders schonenden Weiterverarbeitung der Siebspiralen patentieren ließ.
Weltpremiere: höhenverstellbarer Fügetisch
Die Tische der Fügemaschinen von Leo setzen sich aus identischen 3 Meter langen und rund 950 Millimeter hohen Tisch-Sektionen zusammen. Diese werden je nach Bedarf des Kunden bzw. je nach Siebbreite zu 6, 9 oder 12 Meter langen Fügetischen gekoppelt. "Für den Transport zum Kunden zerlegen wir die Maschinen dann wieder in die einzelnen Segmente. Das erleichtert den Transport ganz wesentlich", erklärt Martin Leo. Sein jüngstes Projekt ist eine Weltpremiere: eine Fügemaschine mit einem höhenverstellbaren Tisch. Auftraggeber der Maschine ist ein niederländischer Kunde, dem viel an der Gesundheit seiner Mitarbeiter gelegen ist. Der Tisch selbst ist 12 Meter lang und 1,5 Meter breit. Der Output der Maschine liegt bei rund 30 bis 35 Quadratmeter Spiralsieb pro Stunde.
Für die Höhenverstellung des Fügetisches sorgen insgesamt 22 Hubsäulen vom Typ RK Powerlift M für Druckbelastungen bis 3.000 Newton und Zugbelastungen bis 1.500 Newton, die synchron verfahren werden können. Sie passen die Tischhöhe im Bereich von 850 bis 1.050 Millimetern innerhalb weniger Sekunden an die Körpergröße des jeweiligen Werkers an. Lieferant der Hubelemente und der Steuerungen ist RK Rose+Krieger, auf die Martin Leo durch eine Internetrecherche stieß. Das mittelständische Unternehmen aus Minden ist spezialisiert auf die Entwicklung und Realisierung von Komponenten für die Linear-, Verbindungs- und Profiltechnik sowie Systemlösungen für Automatisierungs- und Produktionsanwendungen. "Die leistungsstarken Powerlift M Hubsäulen von RK Rose+Krieger sind sehr stylisch. Anders als andere Produkte auf dem Markt benötigen sie keine Verkleidung, sondern können so verbaut werden, wie sie geliefert werden", meint Martin Leo. Um Verspannungen und damit Funktionsstörungen durch unebene Böden zu vermeiden, verbaute Leo zudem bei allen Hubsäulen das Syncflex-System aus Minden. Die speziellen Adapterplatten gleichen Höhendifferenzen durch einen Vertikalausgleich in der Z-Achse aus.
Steuerungskonfiguration leicht gemacht
Insgesamt acht Antriebssteuerungen vom Typ RK MultiControl II duo regeln den Hubsäulenverbund des Fügetisches von Leo. Dabei kontrolliert jeweils eine Steuerung zwei bis vier Hubelemente. Die Synchronisierung übernimmt ein integrierter Synchronisationsbus. Die Bedienung erfolgt über die eigens entwickelte RKX-Software. Die Software erleichtert den Anwendern der RK MultiControl II die Konfiguration individueller Steuerungsprofile und gestattet deren Speicherung. "Mit der Standardversion der RK MultiControl II lassen sich acht Steuerungen und bis zu 32 Hubsäulen – vier pro Steuerung – miteinander vernetzen", erklärt Daniel Prenzel, der für Leo Feinwerktechnik zuständige Servicemitarbeiter von RK Rose+Krieger. Die Steuerung wird über PC oder Laptop bedient, wobei die Navigation durch die Menüstruktur besonders einfach gehalten ist. Dazu tragen eine klar strukturierte Benutzeroberfläche sowie unterstützende Hilfen wie Erklärungsvideos bei. Zudem bietet das System zahlreiche individuelle Einstellungsmöglichkeiten, darunter das Antriebsgruppenmanagement, die relative und absolute Positionierung sowie eine integrierte Kollisionserkennung.
RK Rose+Krieger konfiguriert die Software nach den individuellen Anforderungen der Kunden. Diese können dann auch eigenständig zusätzliche Einstellungen vornehmen und als Profile abspeichern. Die Profile lassen sich jederzeit abrufen und müssen nicht mehr an jeder Steuerung händisch eingegeben werden, wodurch eine mögliche Fehlerquelle eliminiert werden kann.
Echtzeitdaten und Fernwartung
RKX hebt sich von vergleichbaren Lösungen vor allem durch zwei Merkmale ab: Die Software zeigt Motorströme und weitere Betriebsparameter in Echtzeit an – selbst in Bussystemen mit bis zu 32 Antrieben. Auf diese Weise können Verspannungen und andere Unregelmäßigkeiten im System unmittelbar erkannt und frühzeitig eliminiert werden. Aufwändige Messarbeiten wie das Anklemmen von Strommessdosen an jedem Antrieb lassen sich somit deutlich reduzieren. RKX liefert alle Daten für das Gesamtsystem auf Knopfdruck. Noch mehr Komfort bietet die Möglichkeit, Serviceeinsätze überall auf der Welt per digitaler Fernwartung vom RK Servicepersonal durchführen zu lassen – abhängig von der Internetverfügbarkeit und Regularien im Betrieb. "Der Fügetisch, der in China steht, könnte von Minden aus in der Höhe verfahren werden – beispielsweise um Blockaden zu lösen", erklärt Daniel Prenzel. Auch das anschließende Neuinitialisieren der Hubsäule(n) und das Hochfahren des Systems kann der Servicetechniker aus der Ferne übernehmen. Typisch ist allerdings das Auslesen und Exportieren von Service- und Fehlerhistorien sowie Motorströmen. Dabei gibt die Auswertung der Ströme in der Regel bereits Hinweise auf die mögliche Fehlerursache. Auf diese Weise können die Anwender der Höhenverstellung langfristige Probleme identifizieren und abstellen, was zu einer Verlängerung der Lebensdauer seines Gesamtsystems führt.
Schwachstellen erkennen und beheben
Von diesen Features profitieren insbesondere Maschinenhersteller wie Leo Feinwerktechnik. "Der höhenverstellbare Fügetisch ist eine Neuentwicklung. Vieles mussten wir ausprobieren. Die Steuerungssoftware von RK Rose+Krieger half uns nicht nur bei der Montage, sondern auch dabei, die Schwachstellen in der Konstruktion zu erkennen und zu beheben", sagt Martin Leo. Dabei hatte er den höhenverstellbaren Fügetisch zunächst ohne die RKX-Steuerung geplant. Doch je mehr Hubsäulen montiert wurden, desto häufiger kam es zu Störungen, obwohl die Belastungsgrenze rein rechnerisch noch gar nicht erreicht war. "Als die Servicetechniker von RK Rose+Krieger zu Hilfe kamen, brachten sie die neue Steuerungssoftware mit und stellten fest, dass die erforderliche Anfangsenergie, um die Säulen in Bewegung zu setzen, über der Belastungsgrenze lag. Ohne RKX wären wir nie darauf gekommen", so Martin Leo. Zudem erleichterte die Steuerung bei der Montage das aufeinander abgestimmte Verfahren der einzelnen Hubsäulen des Fügetisches.
Ein weiterer Vorteil für Maschinenbauer wie Martin Leo: Baut er in Zukunft einen baugleichen höhenverstellbaren Fügetisch, kann er die mit RKX gespeicherte Konfiguration des ersten Tisches ganz einfach auf das neue System übertragen. Geht es nicht um einen baugleichen, sondern um einen ähnlichen Tisch, kann die gespeicherte Konfiguration mit der neuen Software schnell und einfach angepasst werden.
Martin Leo zeigt sich mit der Zusammenarbeit mit den Lineartechnik-Spezialisten von RK Rose+Krieger zufrieden. Ausschlaggebend seien das Design der Hubsäulen, die benutzerfreundliche Steuerungssoftware sowie der verlässliche Service gewesen. Sollte sich das eingesetzte Hubsäulensystem in den Fügetischen bewähren, plant Leo auch künftig auf Produkte von RK Rose+Krieger zu setzen. "Es kommen immer wieder Folgeaufträge und wir konzentrieren uns bei der Beschaffung von Maschinenkomponenten gern auf wenige Anbieter", erläutert er.










