Meinung

Lost in Datenschutz?

Als Google auf seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz I/O die Software Duplex vorgestellt hat, sorgte das für viele erstaunte Gesichter. Der Anrufassistent kann Telefonate übernehmen, auf die wir keine Lust haben und ist dabei von einer menschlichen Stimmte kaum zu unterscheiden. Er kann eigenständig Termine beim Friseur ausmachen oder einen Tisch reservieren.

Annina Schopen, Redakteurin handling © WEKA BUSINESS MEDIEN GmbH

Künstliche Intelligenz ist längst alltäglich – man denke an selbstfahrende Autos, Gesichtserkennungssoftware, Chatbots oder einfach den intelligenten Lautsprecher zu Hause. Aber von einer allgemeinen Intelligenz, wie sie der Mensch besitzt, mit Verstand und Bewusstsein, ist KI noch weit entfernt. Maschinen und Systeme lernen, sich selbst zu verbessern und eigenständig zu handeln. Die Methoden hinter Deep Learning sind nicht neu, schon in den 60er Jahren wurden Algorithmen entwickelt. Aber erst heute hat sich durch das Internet und die sozialen Medien ein riesiger Datenberg angesammelt, ohne den KI nicht arbeiten kann. In der Industrie entstehen durch die Flexibilisierung der Automation und die steigende Anzahl an smarten, vernetzten Geräten Daten, die aufbereitet werden müssen, damit sie die Wertschöpfung steigern und Wettbewerbsvorteile erzielen.

Nun ist seit dem 25. Mai 2018 die DSGVO in Kraft, was die Entwicklung dieser vielversprechenden Technologie verlangsamen könnte. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom sehen 63 Prozent der Unternehmen die Anforderungen an den Datenschutz als Hürde für den Technologie-Einsatz an, und das, obwohl der Einsatz von KI, Blockchain, Big Data oder Internet of Things als wettbewerbsentscheidende Schlüsseltechnologie eingestuft wird.

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Datenschutz ist sicherlich wichtig und sollte mit Blick auf beispielsweise den Cambridge-Analytica-Skandal nicht mehr nur als Schutz der Privatsphäre sondern auch als Schutz vor verdeckter Manipulation und Diskriminierungen verstanden werden. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Zugriff auf nutzbare Daten wichtig ist für die Entwicklung von KI, dem Schlüssel für die digitale Transformation. Daten allein liefern keinen Mehrwert – es braucht intelligente Analysesysteme, mit denen sich daraus Anwendungen und Geschäftsmodelle schaffen lassen. Der Wettlauf um fortschrittliche KI ist längst gestartet; Google, Microsoft, Amazon, Facebook und Co. kämpfen um die Vorherrschaft und auch China hat angekündigt, bis 2030 die Führungsposition übernehmen zu wollen.


Lassen wir uns also nicht abhängen.

Ihre

Annina Schopen
Redakteurin handling

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