Digitale Transformation
Mehr Transparenz in den Wertschöpfungsketten
Industrieunternehmen sollten ihre datengetriebene Transformation beschleunigen, sagt Rob McGreevy, Chief Product Officer bei Aveva. Wie das gelingen kann und wie Unternehmen das Potenzial von KI und industriellen Daten erschließen können, darüber spricht er im Interview mit der Redaktion.
Welche Entwicklungen bestimmen die Zukunft der industriellen Fertigung und der Kritischen Infrastrukturen?
Industrieunternehmen müssen zum einen ihre datengetriebene Transformation beschleunigen. Durch generative KI und prädiktive Analytik können Unternehmen Prozesse optimieren und Mitarbeitende befähigen, effizienter zu arbeiten, Verschwendung zu reduzieren und nachhaltiger zu werden. Zum anderen profitieren sie von einer offenen Datenkultur, in der interne Teams und externe Partner Daten gemeinsam im Sinne einer vernetzten Industriewirtschaft nutzen.
Um diese Transformationsprozesse zu fördern, hat Aveva mit Connect die weltweit größte offene, agnostische und cloudfähige Plattform für Industrietechnik und -betrieb entwickelt. Connect führt einen Digitalen Zwilling als virtuelles Abbild realer Anlagen mit einer einzigen vertrauenswürdigen Datenquelle zusammen. Es handelt sich um ein dynamisches Ecosystem, in dem Menschen, Anwendungen und Dienste miteinander verbunden sind. So können Anwender den gesamten Anlagenlebenszyklus revolutionieren.
Wie kann die Digitalisierung diese Transformationen unterstützen?
Die Grundlage für alles ist der Digitale Zwilling, der als Basis für die Planung, die Simulation und schließlich den Betrieb der Anlage dient. Dies betrifft sowohl Greenfield- als auch Brownfield-Projekte. Der Digitale Zwilling wird dabei kontinuierlich mit Informationen über Maschinen, Anlagen und Komponenten angereichert. Während des Betriebs kommen Echtzeitdaten und -modellen zu Produktionsausführung, Lagerbeständen, Produktqualität und -genealogie, Personalplanung oder auch Energienutzung hinzu. Diese umfassende digitale Darstellung ermöglicht eine optimierte Überwachung, Steuerung und Optimierung der Leistung sowie des ökologischen Fußabdrucks der Anlage.
Was ist die Connect-Plattform, und wie unterstützt sie die strategische Integration von der Lieferkette bis hin zum Werk?
Connect verwandelt Daten in kontextualisierte und umsetzbare Echtzeit-Erkenntnisse, die die Entscheidungsfindung verbessern. Dieser Digitale Zwilling ermöglicht eine intelligentere Konstruktion und optimierte Abläufe. So können Teams überall auf der Welt in einer einzigen kollaborativen Cloud-Umgebung arbeiten. Dank der vernetzten Systeme sind Software-Lösungen, ob vor Ort, in der Cloud oder hybrid, leicht zugänglich. Connect ist dabei sowohl mit marktführenden Anwendungen wie Aveva PI System und Aveva System Platform als auch mit Lösungen von Drittanbietern kompatibel.
Zu den neuesten Erweiterungen gehört unsere neue Manufacturing-Execution-Software (MES)-Hybrid-Lösung. Sie bietet Kunden eine Echtzeitansicht ihrer Anlage und ermöglicht es ihnen, diese über die Cloud mit ihrem externen Ecosystem zu teilen. Ein Control-Tower-System kombiniert die standortübergreifenden MES-Daten mit Daten aus dem gesamten Ecosystem und bildet die vollständige Lieferkette ab. So können Unternehmen bessere Entscheidungen treffen, ihre betriebliche Effizienz und Skalierbarkeit steigern sowie die gesamte Wertschöpfungskette resilienter und agiler gestalten.
Gibt es Beispiele, wie ein solches Ecosystem in der Praxis aussehen kann?
Ein großartiges Beispiel für dieses vernetzte Denken in der Praxis ist Henkel, ein weltweit führender Hersteller von Konsumgütern sowie Industriechemikalien. Als Nachhaltigkeitspionier setzt das Unternehmen auf Lösungen, die seine wirtschaftlichen und ökologischen klimafreundlichen Ziele entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfüllen. Der Unternehmensbereich Laundry & Home Care hat mithilfe eines digitalen Rückgrats auf der Basis von Aveva MES und System Platform seine Gesamtanlageneffizienz um 15 Prozent verbessert und über acht Jahre insgesamt mehr als 37 Millionen Euro eingespart.
Durch hybride Cloud-Lösungen wie Connect erschließen Industrieunternehmen den Wert von Daten und KI schneller. Diese leisten einen wertvollen geschäftlichen Beitrag, unterstützen Nachhaltigkeitsziele und stärken die gesamte Wertschöpfungskette. Hybride Cloud-Lösungen überbrücken die Lücke zwischen der Produktionssteuerung vor Ort und dem cloudbasierten Datenmanagement, damit Unternehmen in einer vernetzten Industriewirtschaft langfristig bestehen können.









