Technologiemanagement

Das technologische Umfeld beherrschen

Anfang des Jahres wurde die Oerlikon Leybold vom Fraunhofer IPT für ihr erfolgreiches Technologiemanagement ausgezeichnet. Mittels einer Fokussierung der Kerntechnologien stellt das Unternehmen sicher, dass sein technologisches Umfeld beherrschbar bleibt.

Besonders beeindruckten die Jury der hohe Stellenwert, den das Technologiemanagement bei Oerlikon Leybold genießt, der Einsatz einer Kompetenz-Matrix zur Mitarbeiterentwicklung sowie der ressourcenoptimierte Ansatz in der Technologiefrüherkennung

Das Unternehmen war durch diesen Ansatz ein mustergültiges Beispiel für die im Konsortial-Benchmarking gewonnene Beobachtung, dass Technologiemanager strategisch entwickelt werden müssen.

Der Rückhalt, den die Aufgaben des Technologiemanagements auf höchster Managementebene bei Oerlikon Leybold genießen, ist sehr hoch. Die Bedeutung eines effektiven Technologiemanagements für Sicherung und Ausbau der eigenen Wettbewerbsposition wurde vom Unternehmen erkannt und die Organisation dementsprechend konsequent daran angepasst. So baute man in knapp zwei Jahren eine funktionierende Prozesslandschaft rund um das Technologiemanagement auf und etablierte sie. Der gesamte im Technologiemanagement aktive Führungskreis verfügt dabei nicht nur über das für solche Aufgaben notwendige technische Grundverständnis, sondern auch über einen großen Erfahrungsschatz, persönliche Netzwerke und soziale Kompetenz. Wegen der eindeutigen Anbindung der Aufgaben des Technologiemanagements an das höhere Management lassen sich die notwendigen Ressourcen darüber hinaus schnell und gezielt bereitstellen. Oerlikon konnte mit diesem Ansatz die Erkenntnisse der Benchmarking-Studie des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT) im Technologiemanagement bestätigen. Eine der Kernerkenntnisse dieses Projekts ist, dass die Etablierung eines Technologiemanagements den Willen und die unbedingte Unterstützung und Mitarbeit des Managements erfordert.

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Kompetenz-Matrix sichert den Überblick über die eigenen Ressourcen

Einen innovativen Ansatz verfolgt Oerlikon Leybold Vacuum mit seiner auf die Aufgaben des Technologiemanagements ausgerichteten Mitarbeiterentwicklung. Mitarbeiter, die in die operativen Aufgaben des Technologiemanagements involviert sind, nehmen diese neben ihren eigentlichen Entwicklungsaufgaben wahr. Bereits bei der Akquisition neuen Personals legt das Unternehmen daher großer Wert auf Expertenwissen und ausgeprägte Vernetzung in der Fach-Community gelegt.

In einer Kompetenz-Matrix wird die unternehmensintern verfügbare Expertise nachverfolgt und, sofern notwendig, frühzeitig Handlungsbedarf daraus abgeleitet. Durch den sehr frühen Abgleich zwischen den in Entwicklungsprojekten geforderten Kompetenzen und den im Unternehmen verfügbaren Ressourcen ist Oerlikon Leybold Vacuum in der Lage, bereits frühzeitig eigenes Personal weiterzuentwickeln oder extern zu rekrutieren. Das Unternehmen war durch diesen Ansatz ein mustergültiges Beispiel für die im Konsortial-Benchmarking gewonnene Beobachtung, dass Technologiemanager strategisch entwickelt werden müssen.

Technologiefrüherkennung durch Technology Watch Guards

Im Bereich der Technologiefrüherkennung zeigt der Spezialist für Vakuumlösungen, wie sich knappe Ressourcen durch einen systematischen Ansatz - den Technology Watch Guards - auffangen lassen. Jeweils in ihrem Fachgebiet exzellent vernetzte Mitarbeiter haben den expliziten Auftrag, Veränderungen im technologischen Umfeld genauestens zu beobachten. Dies geschieht über die weltweite Überwachung von Patentanmeldungen, einer permanenten Marktbeobachtung und den engen Einbezug von Kunden, Lieferanten, sowie Technologieexperten in wissenschaftlichen Einrichtungen.

Abhängig von der Informationsquelle, die ein Signal für die Früherkennung liefert, werden Ergebnisse in Reports verdichtet, mit angemessenen Vorlaufzeiten in die jeweils relevanten Unternehmensbereiche berichtet und dort zur Entscheidung gebracht. Die Erkenntnis, dass die Technologiefrüherkennung vergleichbar einer Nervenzelle erst dann richtig funktioniert, wenn man die aufgenommenen Signale auch weiterleitet, wurde beim Unternehmensbesuch bestätigt.

Ressourcenoptimiertes Technologiemanagement

Oerlikon Leybold Vacuum hat im Konsortial-Benchmarking bewiesen, dass ein funktionierendes Technologiemanagement kein Luxus ist, den sich ausschließlich Großkonzerne leisten können. Mit seiner geschickt an die Grundvoraussetzungen des Unternehmens und des Marktumfelds angepassten Organisationsform des Technologiemanagements wusste das Unternehmen zu überzeugen. Relevante Kernthemen des Technologiemanagements wurden ausgewählt und dementsprechend eine sehr ressourceneffiziente Organisation aufgebaut. Daher verlieh das Konsortium dem Unternehmen den Titel eines »Successful Practice« im Technologiemanagement. jg

Konsortial-Benchmarking Technologiemanagement

Gemeinsam mit einem hochkarätigen Industriekonsortium hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in einem europäischen Benchmarking zum insgesamt vierten Mal im Technologiemanagement besonders erfolgreich agierende Unternehmen gewürdigt. Neben der Oerlikon Leybold Vacuum GmbH zeichnete das Fraunhofer IPT die 3M Deutschland GmbH, Rolls Royce PLC, den Bereich Automotive Seating der Johnson Controls GmbH sowie die Infineon Technologies AG als »Successful Practices« für ihre herausragenden Leistungen aus. Das Konsortium, mit dem das Institut gemeinsam regelmäßig die Studie durchführt, setzt sich aus Experten des Technologiemanagements und der Forschung und Entwicklung technologie-orientierter internationaler Unternehmen zusammen. Dieses Jahr wirkten die Aesculap AG, die Alstom (Schweiz) AG, Bosch Diesel Systems der Robert Bosch GmbH, die Daimler AG, die Mibelle AG, die Miele & Cie. KG, die MTU Friedrichshafen GmbH, die Roche Diagnostics GmbH, die Schaeffler Technologies AG & Co. KG sowie die V-Zug AG als Partner am Konsortial-Benchmarking mit. Professor Günther Schuh, Mitglied des Direktoriums des Fraunhofer IPT und des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen, leitete das Projekt. Zu Projektbeginn im Frühjahr 2012 erarbeitete das Fraunhofer IPT in enger Zusammenarbeit mit dem Konsortium die aktuellen Herausforderungen im Technologiemanagement. Diese bildeten die Basis für eine detaillierte schriftliche Befragung, an der sich 160 Führungskräfte aus dem Technologiemanagement oder der FuE ausgewählter europäischer Unternehmen beteiligten. Etwa 70 Prozent der teilnehmenden Unternehmen stammten dabei aus Deutschland, die übrigen Teilnehmer aus dem europäischen Ausland. Im Vordergrund der Analyse standen ausgewählte strategische, organisatorische und methodische Aspekte des Technologiemanagements sowie die Ausgestaltung der Technologiefrüherkennung und -planung, die Nutzung von Open Innovation sowie die softwaretechnische Unterstützung des Technologiemanagements. Ausführliche Interviews mit den aussichtsreichsten Kandidaten führten zu detaillierten, anonymisierten Fallstudien, die den Konsortialpartnern während eines »Review-Meetings« im September 2012 vorgestellt wurden. Das Konsortium wählte auf dieser Grundlage die fünf besten Unternehmen aus. Anschließend besuchten die Konsortialpartner die ausgewählten Unternehmen vor Ort und ließen sich von den gewählten Ansätzen im Technologiemanagement überzeugen. Das nächste Konsortial-Benchmarking findet im Herbst 2013 im Bereich der Technologiefrüherkennung statt. Weitere Informationen sind hier zu finden.

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