
Automobilindustrie investiert in – beide!
Die Automobilindustrie bleibt mit Abstand der größte Kunde für Robotik und Automation, sagt die Statistik des VDMA. Von 2010 bis 2014 weitete die Automobilindustrie ihren Bestand an Industrierobotern am Standort Deutschland um 15 Prozent aus – auf insgesamt knapp 92.000 Einheiten. Im gleichen Zeitraum erhöhte die Automobilindustrie ihre Beschäftigtenzahl um zehn Prozent: 775.000 Menschen waren dort 2014 beschäftigt. Das zeigt, dass die Substitutionswirkung der Robotik und Automation überschätzt wurde. Unterschätzt hingegen wurde der starke Effekt einer Ergänzung der menschlichen Arbeitskraft durch die unermüdlichen maschinellen Helfer. Dieser Effekt steht im Mittelpunkt des nunmehr aktuellen Themas – die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Roboter werden für die direkte und sichere Interaktion mit den menschlichen Werkern entwickelt. Damit können sich beide auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren: Der Roboter auf Kraft und Wiederholgenauigkeit, der Mensch auf Fingerspitzengefühl, situative Intelligenz und Flexibilität. Dabei werten die Roboterassistenten die menschliche Arbeit eher auf, als sie zu ersetzen, zum Beispiel indem ergonomisch belastende Tätigkeiten vermehrt auf Roboter übertragen werden. Außerdem werden in den kommenden Jahren viele Mitarbeiter in Ruhestand gehen, sodass die Kunst eher darin besteht, die Belegschaft durch entsprechende Neueinstellungen auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Fakt ist: Durch die Roboterassistenten kann die Arbeitskraft der Menschen länger erhalten und der Fachkräftemangel gemildert werden.