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Artikel und Hintergründe zum Thema

Arbeitsplatz

Annina Schopen,

Bessere Raumqualität für Industriearbeitsplätze

Ein angenehmes Raumklima, ausgewogene Beleuchtung und geringe Geräuschbelastung sind wesentliche Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Motivation am Arbeitsplatz.

Während sich viele Untersuchungen bislang auf Büroarbeitsplätze konzentrierten, richtet das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP den Blick nun auf die Produktion mit deutlich komplexeren Umgebungsbedingungen.

Das neue Messsystem DressMan360° erlaubt Rückschlüsse auf den Komfort am Industriearbeitsplatz. © Fraunhofer IBP

Im Projekt Optima Pro – kurz für "Optimized Performance in Temperature, Illumination, Movement, Acoustics and Air Quality @ Production Workplaces" – erfassen Forschende erstmals nicht nur physikalische Messdaten, sondern kombinieren diese systematisch mit der subjektiven Wahrnehmung der Mitarbeitenden. Diese bewerten etwa, wie angenehm sie die Temperatur, das Licht oder die Geräuschkulisse empfinden. Der Ansatz erlaubt eine ganzheitliche Bewertung, die sowohl objektive Umweltfaktoren als auch individuelle Bedürfnisse berücksichtigt. "Die Umgebungsbedingungen in einer Fabrikhalle sind sehr wechselhaft. Da werden Maschinen ein- oder ausgeschaltet, Tore öffnen sich für eine Lieferung und lassen kalte Luft rein, oder Öfen fahren hoch, neben denen es sehr heiß werden kann", erklärt Sabine Giglmeier, Leiterin des Innovationsmanagements am Fraunhofer IBP.

DressMan mit 30 Sensoren

Für die Datenerhebung nutzen die Forschenden ein weiterentwickeltes Messsystem: DressMan360°. Ursprünglich für thermischen Komfort in Fahrzeugkabinen konzipiert, misst das System mit rund 30 Sensoren sowie Mikrofonen und Kameras verschiedene Parameter wie Temperatur, Luft, Akustik und Lichtverhältnisse. Die Sensorik kann an einer Messpuppe oder direkt am Menschen eingesetzt werden. Ergänzt werden die Messungen durch ein digitales Befragungssystem, mit dem Beschäftigte ihre Wahrnehmung dokumentieren. Auch Partikel- und Schadstoffbelastungen lassen sich künftig in die Analyse integrieren.

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Diese Kombination aus technischer Sensorik und menschlichem Feedback macht es möglich, Wechselwirkungen besser zu verstehen. So kann etwa eine wärmere Lichtfarbe die Temperatur wärmer erscheinen lassen. Oder das gleichmäßige Rauschen einer Lüftungsanlage wird als weniger störend empfunden als plötzlich auftretende Einzelgeräusche. Für Unternehmen eröffnet sich eine neue Möglichkeit, Arbeitsplätze in der Produktion zu analysieren und zu verbessern. Optima Pro und DressMan360° liefern dafür die datenbasierte Grundlagen. "Eine hohe Raumqualität, egal ob in der Produktion oder im Büro, reduziert die Belastung der Mitarbeitenden, senkt letztlich auch die Zahl der Krankschreibungen", so Giglmeier. So könnten auch physisch anstrengende Jobs in der Industrie wieder attraktiver werden.

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as

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, www.ibp.fraunhofer.de

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