SPS 2025
Wie Yaskawa die Integration von Motion Control, Antrieben und Robotik vorantreibt
Auf der SPS 2025 rückt Yaskawa die Integration von Motion Control, Antriebstechnik und Robotik in den Mittelpunkt – ein Themenfeld, das die Branche aktuell stark beschäftigt. Richard Tontsch, Head of Marketing bei der Yaskawa Europe GmbH, erläutert im Interview, wie das Unternehmen mit der neuen Automationsplattform "iCube Control" auf den Bedarf nach offenen und skalierbaren Systemen reagiert, welche technologischen Entwicklungen es als besonders relevant einstuft und welche Herausforderungen die Industrie in den kommenden Jahren prägen werden. Zudem spricht er darüber, welche politischen Rahmenbedingungen aus seiner Sicht notwendig wären, um Wachstum und technologische Entwicklung zu fördern und was für ihn persönlich den besonderen Reiz der SPS 2025 ausmacht.
Welche Technologien stehen bei Ihnen im Mittelpunkt?
Im Dreiklang von Motion Control, Drives und Robotik stehen bei Yaskawa zur SPS „#onesourcesolutions“ rund um die Automations-Plattform iCube Control im Fokus. Mit iCube Control vereinen wir Motion Control, Servotechnik und Robotik in einem offenen, flexiblen System.
Unsere Kunden profitieren von einer gemeinsamen Plattform, geringerem Programmier- und Hardwareaufwand – und von einer Automatisierungslösung, bei der alle relevanten Komponenten vom gleichen Hersteller geliefert werden können.
Darüber hinaus stellt Yaskawa den neuen Frequenzumrichter HV600 vor, der speziell für die Gebäudeautomation entwickelt wurde. Ebenfalls neu ist die Floor Standing Lösung mit U1000, ein hochmoderner Frequenzumrichter auf Basis der innovativen Matrix-Technologie von Yaskawa.
Welcher Branchentrend hat für Ihr Unternehmen derzeit die größte Relevanz?
Ein zentraler Trend, der für uns aktuell höchste Relevanz hat, ist die Integration von Motion Control, Robotik und Steuerungstechnik auf einer geeigneten Plattform. Mit unserer neuen Automatisierungsplattform iCube Control reagieren wir auf die wachsende Nachfrage nach offenen, skalierbaren und sicheren Systemen, die klassische SPS-Programmierung mit modernen Hochsprachen wie C/C++ oder Matlab Simulink verbinden – alles in einer Echtzeit-Linux-Umgebung mit Fokus auf Cybersicherheit nach IEC 62443.
Dieser Ansatz ermöglicht es, Servoantriebe, Frequenzumrichter und Roboter – inklusive Delta- und Scara-Kinematiken – ohne zusätzliche Robotercontroller direkt aus einer Steuerung zu betreiben. Das reduziert Komplexität, spart Bauteile und verkürzt die Time-to-Market erheblich.
Darüber hinaus sehen wir den Trend zu Machine Integrated Robotics: Mit iCube Control und dem High-End-Servosystem Sigma-X schaffen wir eine Plattform, die nicht nur höchste Motion Performance bietet, sondern auch die Entwicklung mechatronischer Systeme deutlich vereinfacht. Für unsere Kunden bedeutet das mehr Effizienz, Flexibilität und Zukunftssicherheit in der Automatisierung.
Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Ihre Branche in den nächsten zwei bis drei Jahren?
Die Automatisierungsbranche steht in den kommenden zwei bis drei Jahren vor großen Herausforderungen. IT- und Cybersicherheit bringt die Notwendigkeit, dass Steuerungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg sicher und updatefähig bleiben müssen, was Entwicklungs- und Wartungsaufwand deutlich erhöht. Parallel steigt die Komplexität durch die Integration neuer Technologien wie KI für Bildverarbeitung, Predictive Maintenance und Prozessoptimierung. Hier gilt es, Lösungen einzubinden, die echten Mehrwert schaffen und gleichzeitig transparent und sicher bleiben.
Ein weiterer kritischer Punkt ist der Fachkräftemangel. Die Nachfrage nach Experten für KI, IIoT und Robotik wächst, während qualifiziertes Personal knapp ist. Unternehmen müssen massiv in Weiterbildung und Know-how-Transfer investieren. Hinzu kommen wirtschaftliche Unsicherheiten: Konjunkturschwäche und die Abhängigkeit von Schlüsselindustrien wie Automotive zwingen die Branche zu mehr Agilität und Kostenoptimierung.
Schließlich spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Strengere Umweltauflagen und der Trend zu energieeffizienten, ressourcenschonenden Lösungen erfordern neue Ansätze in der Automatisierung. Wer diese Herausforderungen meistert, wird die Weichen für eine zukunftsfähige Produktion stellen.
Was müsste sich aus Ihrer Sicht politisch oder gesellschaftlich ändern, damit die Branche wieder stärker wachsen kann?
Damit die Automatisierungsbranche wieder stärker wächst, braucht es weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und steuerliche Anreize für Investitionen in Robotik und Digitalisierung. Wettbewerbsfähige Energiepreise sind ebenso entscheidend wie eine klare Strategie für nachhaltiges Wachstum, die die Industrie nicht überfordert. Gesellschaftlich müssen wir wieder mehr bereit sein, etwas zu leisten. Zudem braucht es eine positive Innovationskultur, die technologische Veränderungen als Chance sieht. Planungssicherheit, Technologieoffenheit und Investitionen in Infrastruktur sind die Basis für nachhaltiges Wachstum.
Und ganz persönlich: Was ist für Sie das Highlight an der SPS 2025?
Für uns bei Yaskawa ist das Highlight, auf einer der führenden Messen für Automatisierung die Zukunft aktiv mitzugestalten – mit Lösungen, die unsere Kunden jetzt dringend brauchen. Mit iCube Control präsentieren wir eine Plattform, die Motion Control, Robotik und Steuerungstechnik vereint und damit die Komplexität reduziert, die Time-to-Market verkürzt und neue Möglichkeiten für KI-Integration und Cybersecurity eröffnet.
Die SPS ist für uns nicht nur eine Bühne, sondern ein Ort des Austauschs: Wir zeigen, wie offene, skalierbare Systeme die Automatisierung revolutionieren und wie Yaskawa als Partner für Innovation und Nachhaltigkeit die Weichen für die Industrie von morgen stellt.
Herzlichen Dank für das Interview.
Die Fragen stellte Melanie Steinbeck









