Bilanz der Schaeffler Gruppe

Andrea Gillhuber,

Automotive schwächelt, Industrie mit Wachstum

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler veröffentlicht seine Geschäftszahlen: Der Umsatz konnte leicht gesteigert werden, trotz leichtem Rückgang im Automotive-Geschäft. Zwei Regionen trugen besonders zum Wachstum bei.

Schaeffler gab seine Bilanz für 2019 bekannt. © Schaeffler

Die Schaeffler Gruppe hat heute ihre Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht. Demnach lag der Umsatz bei rund 14,4 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 14,2 Milliarden Euro). Währungsbereinigt stieg der Umsatz um 0,1 Prozent. Das der beiden Automotive-Sparten Umsatzwachstum war auf währungsbereinigter Basis leicht rückläufig, zeigte im zweiten Halbjahr aber eine positive Tendenz. Das Umsatzwachstum der Sparte Industrie konnte über das gesamte Berichtsjahr gesehen zulegen, flachte aber in der zweiten Jahreshälfte aber ab. Von den vier Regionen trugen die Regionen Greater China und Americas zum währungsbereinigten Umsatzwachstum bei, während die Umsatzentwicklung in den Regionen Europa und Asien/Pazifik rückläufig war.

Zum Geschäftsverlauf im Jahr 2019 sagte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG: „Wir konnten in einem schwierigen Umfeld unsere im Juli angepasste Prognose mit Blick auf das Umsatzwachstum erfüllen und die Zielmarke für die EBIT-Marge leicht übertreffen. Noch erfreulicher ist der starke Free Cash Flow, der mit 478 Millionen Euro die Erwartungen deutlich übertraf.  Das Ergebnis des Jahres 2019 zeigt, dass sich unsere Aufstellung als globaler Automobil- und Industriezulieferer bewährt. Zum anderen sehen wir, dass sich die von uns ergriffenen Maßnahmen zur Stärkung der Kapital- und Kosteneffizienz sowie die drei Spartenprogramme RACE, GRIP und FIT auszahlen.“

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Sondereffekte belasten Ergebnis

Der Automobil- und Industriezulieferer erwirtschaftete 2019 ein EBIT in Höhe von 790 Millionen Euro (Vorjahr: 1.354 Millionen Euro), das im Berichtszeitraum mit Sondereffekten in Höhe von 372 Millionen Euro belastet war. Die Sondereffekte gehen im Wesentlichen aus den Aufwendungen im Zusammenhang mit den im Jahr 2019 etablierten Transformations- und Effizienzprogrammen RACE (Automotive OEM), GRIP (Automotive Aftermarket) und FIT (Industrie) in Höhe von 356 Millionen Euro zurück. Das EBIT vor Sondereffekten lag damit bei 1.161 Millionen Euro (Vorjahr: 1.381 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 8,1 Prozent (Vorjahr: 9,7 Prozent). Maßgeblich für den Rückgang der EBIT-Marge vor Sondereffekten waren neben dem anhaltend schwierigen Umfeld insbesondere negative Verkaufspreiseffekte und ein veränderter Produktmix in der Sparte Automotive OEM. Außerdem belasteten Aufwendungen für IT- und Digitalisierungsprojekte die Margenentwicklung.

Dividende fällt deutlich niedriger aus

Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnende Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum 428 Millionen Euro und lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (881 Millionen Euro). Das Ergebnis je Vorzugsaktie lag bei 0,65 Euro (Vorjahr: 1,33 Euro). Auf dieser Basis wird der Vorstand der Schaeffler AG der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende in Höhe von 45 Cent je Vorzugsaktie vorschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 43 Prozent (Vorjahr: rund 40 Prozent) bezogen auf das den Anteilseigern zuzurechnende Konzernergebnis vor Sondereffekten.

Zum Geschäftsverlauf im Jahr 2019 sagte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG: „Wir konnten in einem schwierigen Umfeld unsere im Juli angepasste Prognose mit Blick auf das Umsatzwachstum erfüllen und die Zielmarke für die EBIT-Marge leicht übertreffen. Noch erfreulicher ist der starke Free Cash Flow, der mit 478 Millionen Euro die Erwartungen deutlich übertraf.  Das Ergebnis des Jahres 2019 zeigt, dass sich unsere Aufstellung als globaler Automobil- und Industriezulieferer bewährt. Zum anderen sehen wir, dass sich die von uns ergriffenen Maßnahmen zur Stärkung der Kapital- und Kosteneffizienz sowie die drei Spartenprogramme RACE, GRIP und FIT auszahlen.“

Prognose für das Jahr 2020

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet der Industrie- und Automobilzulieferer mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von 2 bis bis 0 Prozent. Zugleich geht das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2020 davon aus, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 6,5 bis 7,5 Prozent zu erzielen. Für das Jahr 2020 erwartet die Gruppe zudem einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten zwischen 300 und 400 Millionen Euro.

Für die drei Sparten gelten die folgenden Ziele:

Sparte (Prognose)

Automotive OEM

Autom. Aftermarket

Industrie

Umsatzwachstum1)

-2 bis 0 %

0 bis 2 %

-2 bis 0 %

EBIT Marge2)

4,5 bis 5,5 %

13 bis 14 %

9,5 bis 10,5 %

1) währungsbereinigt; 2) vor Sondereffekten

„Unsere Prognose für das Jahr 2020 ist bewusst vorsichtig. Sie berücksichtigt das, was wir per Anfang März über die aktuelle Umfeld- und Marktentwicklung wissen. Wie sich die Corona-Krise weiterentwickelt, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand genau sagen. Wir werden trotzdem alles daransetzen, unsere Ziele zu erreichen“, sagte Klaus Rosenfeld.

Am 24.03.2020 wird die Schaeffler Gruppe im Rahmen der Roadmap 2024 ihre aktualisierte Strategie für die Jahre 2020-2024, ein neues Transformationsprogramm zur Umsetzung der Strategie sowie die mittelfristigen Ziele für diesen Zeitraum im Rahmen einer Pressekonferenz und eines Kapitalmarkttages in Herzogenaurach kommunizieren.

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