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Artikel und Hintergründe zum Thema

Elektromobilität und Zulieferindustrie

Melanie Steinbeck,

Bosch gewinnt Großauftrag von Mercedes-Benz für E-Motoren

Die Automobilindustrie sucht in schwierigen Zeiten nach Stabilität. Die Nachfrage nach Elektroautos entwickelt sich vielerorts langsamer als erwartet, zugleich wächst der Konkurrenzdruck, vor allem aus China. Für den Zulieferer Bosch kommt da ein neuer Großauftrag von Mercedes-Benz zur rechten Zeit: Das Unternehmen soll bis in die 2030er Jahre E-Motoren für die nächste Generation elektrischer Antriebe des Premiumherstellers liefern.

Produktionsprozess © Bosch

Großauftrag in einem schwierigen Marktumfeld

Es geht um Motoren für mehrere Leistungsklassen und um große Stückzahlen. Für Bosch ist der Auftrag deshalb nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern auch ein Signal im globalen Wettbewerb der Automobilzulieferer. „Der neue Auftrag bekräftigt unsere langjährige Partnerschaft mit Mercedes-Benz und zeigt, dass wir unsere Kompetenzen auch in technologisch anspruchsvollen Projekten erfolgreich einbringen“, sagt Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender von Bosch Mobility.

Bosch setzt auf globale Skaleneffekte

Der Konzern verweist darauf, allein im vergangenen Jahr weltweit mehr als 70 Projekte im Bereich Elektromobilität gewonnen zu haben. Inzwischen beliefert Bosch nach eigenen Angaben mehr als 50 Autohersteller mit Technik für elektrisches Fahren. Trotz der schwierigeren Marktbedingungen sieht sich das Unternehmen deshalb auf Kurs.

Prozesskontrolle von E-Motoren © Bosch

„Wir überzeugen Kunden mit unserer Kernkompetenz, komplexe Technik in hohen Stückzahlen mit signifikanten Skaleneffekten weltweit entwickeln und fertigen zu können. Wir liefern Lösungen für das elektrische Fahren in alle Märkte der Welt“, sagt Heyn.

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Fokus auf Effizienz und modulare Plattformen

Technologisch setzt Bosch dabei vor allem auf Effizienz und Skalierung. Die E-Motoren erreichen laut Unternehmen einen Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent. Möglich werde dies unter anderem durch eine neue Wicklungstechnologie sowie eine sogenannte Rotor-Ölkühlung, die die entstehende Wärme besser ableitet. Zugleich verfolgt Bosch einen modularen Ansatz: Die Motoren können je nach Leistungsanforderung unterschiedlich lang gebaut und in verschiedene Achsvarianten integriert werden. Das soll Herstellern helfen, Entwicklungs- und Produktionskosten zu senken.

Statoren für den E-Motor von Bosch © Bosch

Für die Zulieferindustrie wird genau diese Flexibilität immer wichtiger. Während die Hersteller versuchen, ihre Elektroplattformen weltweit zu standardisieren, wächst die Bedeutung großer Systemanbieter, die hohe Stückzahlen effizient produzieren können. Bosch arbeitet deshalb längst nicht mehr nur an einzelnen Komponenten, sondern an kompletten integrierten Antriebslösungen.

Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben, 2026 mehr als sieben Millionen Komponenten für das elektrische Fahren zu produzieren. Weltweit liefen derzeit rund sieben Elektromotoren pro Minute vom Band.

Indien und China bleiben Schlüsselmärkte

Besonders wichtig bleiben dabei die internationalen Märkte. In Indien entwickelt Bosch gemeinsam mit Tata AutoComp Systems im Rahmen eines Joint Ventures eAchsen für den lokalen Markt. Und auch in China, dem größten Automarkt der Welt, baut das Unternehmen seine Aktivitäten weiter aus.

„Wir arbeiten mit fast allen chinesischen, aber auch mit zahlreichen in China tätigen, internationalen Automobilherstellern zusammen“, sagt Marco Zehe, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Electrified Motion.

Bosch produziert nach eigenen Angaben bereits seit mehr als zehn Jahren für zahlreiche chinesische Hersteller und beliefert dort inzwischen mehr als 30 Kunden mit Technik für Elektromobilität.

Vom Komponentenlieferanten zum Systemanbieter

Dabei erweitert der Konzern sein Angebot kontinuierlich. Neben klassischen eAchsen entwickelt Bosch inzwischen sogenannte X-in-1-Systeme, in denen E-Motor, Leistungselektronik, Getriebe und Energiemanagement gebündelt werden. Die Systeme sollen kompakter, leichter und kostengünstiger sein. Für die Hersteller könnte das ein entscheidender Vorteil werden, in einem Markt, in dem Effizienz zunehmend wichtiger wird als Prestige.

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