3D-Postprocessing

Andreas Mühlbauer,

3D Automatic Unpacking Station von HP und AM Solutions

Mit der innovativen 3D Automatic Unpacking Station stellen HP und die Rösler-Marke AM Solutions – 3D post processing technology das erste gemeinsam entwickelte Produkt der vor rund einem Jahr geschlossenen Kooperation vor.

Die 3D Automatic Unpacking Station. © HP

Die skalierbare, industrietaugliche Post-Processing-Lösung ermöglicht das vollautomatisierte, reproduzierbare Entpacken von additiv hergestellten Teilen des 3D-Druck-Systems HP Jet Fusion 5200 in einem durchgängigen Workflow. Neben einer signifikanten Produktivitätssteigerung und einer stark verbesserten Kosteneffizienz wird zudem im Vergleich zum manuellen Entpacken eine deutlich höhere Pulver-Recyclingrate, abhängig von der Bauteilgeometrie, erzielt. Die Produktion der 3D Automatic Unpacking Station erfolgt bei AM Solutions – 3D post processing technology am Standort Deutschland.

HP hat frühzeitig erkannt, dass die Industrialisierung des 3D-Drucks nur gelingt, wenn Druck und Post Processing in einer automatisierten, skalierbaren Prozesskette abgebildet werden. Durch die Kooperation mit AM Solutions wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen. Denn während bei 3D-Druckern bereits Lösungen zur Verfügung stehen, die Industriestandards erfüllen, war das Post Processing bisher meist mit vielen manuellen Tätigkeiten verbunden. Dies ändert sich mit der 3D Automatic Unpacking Station für die HP-Jet-Fusion-5200-Serie. Eingeflossen in die erste gemeinsame Maschinenentwicklung sind Druck- und Softwaretechnik sowie Material-Know-how von HP und die über 80-jährige Erfahrung in den Bereichen Oberflächenbearbeitung und Maschinenbau für industrielle Anwendungen von Rösler.

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Reproduzierbares, schnelles Entpacken und hohe Pulverrecyclingrate

Der automatische Entpackprozess startet direkt nach dem Abkühlen des Druckjobs in der HP Natural Cooling Unit. Die Cooling Unit wird mit einem Hebelift zur 3D Automatic Unpacking Station transportiert, darauf platziert, automatisch entriegelt und der komplette Druckjob in die Station geladen. Sämtliche Daten zum Druckjob werden per RFID-Tag an die Steuerung der Entpackstation übermittelt. Dadurch wird sichergestellt, dass die baujob- und prozessbezogenen Daten verfolgt und der Prozess mit Hilfe des HP Software 3D Centers fernüberwacht werden kann. Darüber hinaus lässt sich durch den automatisierten, teilespezifischen Entpackvorgang, abhängig von der jeweiligen Geometrie, deutlich mehr Pulver zurückgewinnen. Das entfernte Pulver wird in der Station kontinuierlich abgesaugt und in einem externen Behälter gesammelt. Die Ausgabe der entpackten Teile erfolgt in eine Entladebox. Der volle Pulverbehälter wird durch einen leeren ersetzt, und das gesammelte Pulver kann mittels Behälter über die 3D Processing Station wieder der HP Build Unit zugeführt werden.

Die 3D Automatic Unpacking Station minimiert nicht nur manuelle Eingriffe, sondern reduziert auch die Prozesszeit für bestimmte Applikationen, da der Auspackvorgang unmittelbar nach Ablauf der empfohlenen Mindestkühlzeit beginnen kann. „Neue Lösungen für skalierbares, effizientes Post Processing und die Automatisierung des Workflows sind der Schlüssel, um das Potenzial der additiven Fertigung voll auszuschöpfen und in die industrielle Serienfertigung zu überführen“, erklärt Ramon Pastor, GM and Global Head of HP 3D Printing & Digital Manufacturing. „Mit Rösler/AM Solutions haben wir einen Partner, der mit den Industriestandards verschiedenster Branchen bestens vertraut ist und das notwendige Know-how sowohl im Bereich der Oberflächenbearbeitung als auch im Maschinenbau mitbringt.“

Stephan Rösler, CEO der Rösler Oberflächentechnik GmbH, merkt an: „Die extensive Expertise von HP in den Bereichen 3D-Druck, Software und digitale Fertigung ermöglicht uns, industrietaugliche Innovationen für das 3D Post Processing zu beschleunigen und Produktentwicklungen zielgerichtet an die Anforderungen industrieller Anwender anzupassen“.

Dass dies der Fall ist, bestätigt Matteo Rigamonti, Gründer von Weerg: „Die HP 3D Automatic Unpacking Station hat unsere Erwartungen an eine automatisierte Entpacklösung wirklich erfüllt. Unser Auspackprozess wurde nicht nur wesentlich schneller, sondern wir können jetzt auch mehr Pulver zurückgewinnen. Das Verfahren ist präzise und funktioniert auch bei kleinen und empfindlichen Teilen.“ Das im italienischen Scorzè ansässige Unternehmen fertigt täglich rund 2.500 Teile im 3D-Druck und hat die neue Maschine bei sich vor Ort im Probebetrieb auf Herz und Nieren getestet. "Mit der Erweiterung unseres Geschäfts sollen diese verbesserten Möglichkeiten uns dabei helfen, die Kundennachfrage zu erfüllen und unsere Durchlaufzeiten für die Serienproduktion zu verbessern,“ ergänzt Matteo Rigamonti.

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