VDMA
Rückgang bei deutschen Maschinenexporten
Viel zitiert und nun bestätigt ist der Rückgang der deutschen Maschinenexporte. Laut VDMA lag das Exportminus bei real 1,5 Prozent. Ein weiterer Rückgang in 2020 ist wahrscheinlich.
Insgesamt führten deutsche Maschinenbauer im Jahr 2019 Waren im Wert von insgesamt 179,8 Milliarden Euro aus. Damit lagen die Maschinenexporte um real 1,5 Prozent unter dem Vorjahr, meldet der VDMA und beruft sich auf die vorläufigen Zahlen des statistischen Bundesamts. Nicht preisbereinigt kamen die Maschinenexporte laut VDMA gerade noch auf eine Stagnation. Die Maschinenbauer aus Deutschland sind mit einer Exportquote von knapp 80 Prozent unverändert stark auf dem Weltmarkt präsent, sind dadurch aber auch besonders von dessen Entwicklung abhängig. „Insbesondere internationale Handelsstreitigkeiten, zunehmender Protektionismus und die Brexit-Hängepartie sowie der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie haben zu Unsicherheiten und Investitionszurückhaltung in vielen Industrien geführt“, schätzt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann die Lage ein. „Mit Blick auf die aktuellen Auftragseingänge der Maschinenbauunternehmen ist ein erneuter Exportrückgang für das Gesamtjahr 2020 wahrscheinlich.“
Starkes Wachstum in den USA
Als wichtigster Abnehmer deutscher Maschinenbaugüter entwickelten sich in 2019 die Vereinigten Staaten: Die Ausfuhren stiegen um nominal 4,3 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. Damit entfällt ein Anteil von 11,2 Prozent an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren auf die USA. Aber auch hier nahm die Dynamik im Wachstum im Jahresverlauf ab. Wortmann: „Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China auch die Industrie in den Vereinigten Staaten geschwächt hat.“ Im ersten Halbjahr 2019 konnten die Maschinenexporte in die USA noch um nominal 7,8 Prozent zulegen. In der zweiten Jahreshälfte war es dagegen nur noch ein Zuwachs von rund 1 Prozent. Dennoch konnten die USA damit ihre Führung gegenüber dem Absatzmarkt China ausbauen.
China, Corona und die Auswirkungen
Auch die Maschinenexporte nach China gehen im Gesamtjahr 2019 um nominal 1,1 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro zurück. Die Volksrepublik hat einen Anteil von 10,5 Prozent an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren. „In der zweiten Jahreshälfte 2019 hatte sich das Wachstum in der chinesischen Industrie wieder stabilisiert, und es gab die Hoffnung, dass der Handelskrieg entschärft werden kann. Doch nun ist China mit dem Coronavirus konfrontiert, dessen Auswirkungen auf die weltweiten Exporte noch nicht abschätzbar sind“, sagte Wortmann. „An der grundsätzlichen Bedeutung des chinesischen Marktes für unsere Industrie auch in der Zukunft ändert die Corona-Gefahr allerdings nichts“, betonte der VDMA-Konjunkturexperte.
Entwicklung der EU und Großbritannien
Die Exporte in die EU-Länder (85,9 Milliarden Euro) verharrten im Jahr 2019 nahezu auf dem Vorjahresniveau. Die EU-Länder nahmen insgesamt 47,8 Prozent der gesamten deutschen Maschinenexporte auf. Wichtigster Partner ist hier traditionell Frankreich, die Nummer Drei im gesamten Exportranking. Deutsche Maschinenexporteure verbuchten im Frankreich-Geschäft ein Plus von 5,3 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro. „Die französischen Investitionen in Ausrüstungen, unter anderem auch deutsche Maschinen, entwickelten sich im Jahr 2019 deutlich dynamischer als im EU-Durchschnitt. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklungen dürfte die Reformpolitik Macrons gewesen sein“, erklärte Wortmann. Andres dagegen das Bild im Export nach Großbritannien. Das politische Gezerre um die Modalitäten des Brexits belastete das Exportgeschäft mit dem Vereinigten Königreich ab dem zweiten Quartal 2019 deutlich. Deutsche Maschinenbauexporteure verbuchten von Januar bis Dezember ein Exportminus von nominal 5,8 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro.
Russland und Türkei im Wachstum
Die Türkei und Russland konnten ihr Vorjahresniveau nicht halten. Im Gesamtjahr 2019 schrumpften die Maschinenexporte in die Türkei um 3,3 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Nach Russland lieferten deutsche Maschinenbauer Waren im Wert von 5,3 Milliarden Euro und damit 1,9 Prozent weniger als 2018. Allerdings verzeichneten die Maschinenexporte in die beiden Länder im zweiten Halbjahr ein Plus von 5,4 beziehungsweise 4,3 Prozent. Weiterhin positiv entwickelten sich die Ausfuhren nach Japan (plus 6,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro).











