Interview: Roboter-Integration

Andreas Mühlbauer,

Programmierung einfach gestalten

Roboter lassen sich immer einfacher bedienen und programmieren. Was steckt dahinter und wie komplex ist die Integration in Produktionslinien? Andreas Mühlbauer sprach darüber mit Jörg Reger, Leiter der Division Robotics von ABB in Deutschland.

Jörg Reger, Leiter der Division Robotics von ABB in Deutschland. © ABB

Unter anderem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz wird die Programmierung der Roboter im Feld immer einfacher und auch für nicht geschultes Personal durchführbar. Wie groß ist denn der Programmieraufwand, der dahintersteckt, dies zu ermöglichen?
Die Entwicklungsaufwände sind mit denen der Entwicklung einer neuen Steuerungsgeneration zu vergleichen. Unser Ziel ist, die Programmierung und Steuerung unserer Roboter so einfach wie möglich zu gestalten – und damit die Automatisierung einer immer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen. Wir unterstützen die Kunden mit unseren Programmierlösungen bestmöglich, sodass diese für ihren Anwendungsfall schnell zum optimalen Ergebnis gelangen.

Cobots lassen sich gewissermaßen zum Teachen an die Hand nehmen. Lassen sich klassische Industrieroboter ebenso einfach programmieren?
Die Vorteile der einfachen Programmierung eröffnet vielen Anwendern – von KMU bis hin zu großen Firmen – den Weg in die Robotik. Daher sind wir bestrebt, die Programmierung so intuitiv wie möglich zu gestalten – vom Cobot bis zum klassischen Industrieroboter, die auch immer mehr Funktionen der Cobots enthalten.

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Ende 2020 haben wir etwa die Software Wizard Easy Programming für den klassischen Industrieroboter IRB 1100 zur Verfügung gestellt. Sie treibt die robotergestützte Automatisierung signifikant voran – ganz ohne spezielles Programmier-Know-how oder Kenntnisse in der Erstellung von Rapid-Codes. Wizard Easy Programming basiert auf einfachen grafischen Blöcken, die Aktionen wie das „Anfahren einer Position“, das „Aufnehmen eines Objekts“ und das „Wiederholen von Bewegungen“ repräsentieren. Auf diese Weise gelingt es schnell und intuitiv, eine Reihe von einfachen Prozessen zu erstellen, die der Roboter ausführen soll.

Mit Swifti haben wir darüber hinaus im Februar einen schnellen und präzisen Roboter vorgestellt, der die Lücke zwischen kollaborativen und Standard-Industrierobotern schließt. Er basiert auf dem Industrieroboter IRB 1100 und lässt sich dank Lead-Through-Teaching einfach programmieren. Mithilfe eines Lead-Through-Geräts, das am Endeffektor des Roboters angebracht wird, lässt sich der Roboterarm in die erforderlichen Positionen führen, die anschließend mithilfe des FlexPendant gespeichert werden können. Nach dem Speichern der Positionen lässt sich das Gerät entfernen und zur Programmierung weiterer Roboter verwenden.

Wo liegen die größten Herausforderungen bei der Integration von Robotern in Produktionslinien?
Integrierte Automatisierungslösungen müssen heute Flexibilität, Produktivität, Qualität und Einfachheit effizient verbinden. Flexibilität ist nötig, um eine Produktion mit kleineren Losgrößen zu ermöglichen, die immer stärker nachgefragt wird. Der Platzbedarf und die Posi-tionierung der Roboter spielen für die Integration in Produktionslinien eine wichtige Rolle. Darüber hinaus stellt die Verschmelzung von Robotik und Maschinensteuerung eine Herausforderung dar. Eine einheitliche Architektur bringt Effizienz und eine deutlich höhere Präzision. So wurden etwa ABB-Roboter in das Automatisierungsportfolio von B&R, einer Einheit unseres Geschäftsbereichs, integriert. Die kombinierten Fähigkeiten von ABB und B&R machen uns zu einem starken Partner.

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