Interview mit Nico Müller von Jumo

KI und intelligente Sensorik

Im Zuge der Digitalisierung muss auch die Sensorik mitwachsen. Welche die Schlüsselthemen sind und in welche Richtung die Entwicklungen gehen, erläutert Nico Müller, Produktmanager Software bei Jumo, im Gespräch mit Andreas Mühlbauer.

Nico Müller, Produktmanager Software bei Jumo © Jumo

Die vernetzte Automatisierung und Digitalisierung sind zunehmend auf intelligente Sensorik angewiesen. Wie entwickelt sich hier der Markt zurzeit?

In einer Welt, in der Daten zum wichtigsten Rohstoff geworden sind, gewinnen intelligente Sensoren eine immer größere Bedeutung. Sie dienen nicht nur dazu, traditionelle Messungen durchzuführen, sondern bieten auch eine Vielzahl von Zusatzfunktionen. Die Nachfrage steigt unter anderem in der Fertigungsindustrie, der Automobilbranche, der Logistik und der Energieerzeugung rapide. Dieser Trend wird durch die Notwendigkeit vorangetrieben, Produktionsprozesse zu optimieren, Qualität zu verbessern, Energieeffizienz zu steigern und die Betriebskosten zu senken.

Intelligente Sensoren ermöglichen eine Echtzeitüberwachung von Anlagen und Prozessen, unterstützen die Predictive Maintenance und tragen zur Realisierung von autonomen Systemen bei. Für Jumo spielt vor allem die neue Single-Pair-Ethernet-Sensorik eine entscheidende Rolle. Mit Hilfe digitaler SPE-Sensoren lassen sich Metadaten am Gerät erfassen und über digitale Schnittstellen zur Analyse weiterleiten. Daneben setzt Jumo auch auf IO-Link. Beide Technologien haben sowohl Vor- als auch Nachteile sowie unterschiedliche Einsatzgebiete.

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Künstliche Intelligenz hält derzeit Einzug in die Bildverarbeitung, die Robotik sowie die Datenauswertung an sich. Werden Sensorik- und Messtechnikunternehmen immer mehr zu KI-Schmieden?

Die Integration von KI in Sensorik- und Messtechnikunternehmen ist eine logische Entwicklung im Zeitalter der Industrie 4.0. KI bietet die Möglichkeit, aus den umfangreichen Sensordaten wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und komplexe Probleme zu lösen. Dies umfasst nicht nur die Datenauswertung und -analyse, sondern auch die automatische Anpassung von Systemen, die Fehlererkennung und -behebung sowie die Vorhersage von zukünftigen Ereignissen.

Unternehmen aus der Mess- und Regeltechnik – so auch Jumo – erkennen das Potenzial von KI, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu verbessern und zusätzlichen Mehrwert zu schaffen. "KI-Schmiede" ist hierbei ein sehr großes Wort. Jumo hat sich wie viele andere Unternehmen in ähnlicher Lage bereits mit dem Thema auseinandergesetzt und arbeitet intensiv an neuen Kundenlösungen. Vieles steckt noch in den Kinderschuhen, die Zeit wird zeigen, welche Anwendungen sich hier durchsetzen werden.

Wie sehen Sie die Zukunft der Branche, und in welche Richtung geht die Entwicklung für Jumo in den nächsten Jahren?

Die Zukunft der Branche ist von Innovation, Digitalisierung und Integration geprägt. Jumo und andere Unternehmen, die sich erfolgreich an diese Veränderungen anpassen können, haben die Möglichkeit, ihr Wachstumspotenzial weiter auszuschöpfen und ihre Marktposition zu stärken.

Für Jumo bedeutet dies unter anderem, sich vom reinen Komponentenverkäufer zum System- und Lösungsanbieter weiterzuentwickeln. Das Unternehmen hat bereits eine solide Basis durch seine langjährige Erfahrung, sein technisches Know-how und seine etablierte Kundenbasis. Um mit den sich wandelnden Anforderungen Schritt zu halten, investiert Jumo in die Entwicklung und Integration von intelligenten Sensor- und Automatisierungslösungen.

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