Meinung

Deutschland im Vorteil

Noch vor wenigen Jahren galt der Dienstleistungssektor als treibender Wachstumsfaktor für die deutsche Wirtschaft. Zur Wende 2014 ergibt sich ein anderes Bild. Seit Mitte des letzten Jahrzehnts erzielen eher die Länder mit hohem Industrieanteil ein kräftigeres Wachstum als jene, bei denen die Dynamik der Wirtschaft vor allem aus Dienstleistungen herrührt. Deutschland ist auf unserem Kontinent mit einem Anteil von rund 25 Prozent Industrie gut positioniert. Mehr erreichen lediglich einige osteuropäische Länder und Finnland, berichten Eurostat und IKB.

Die Industrialisierung steht wieder vorn als zentraler Antrieb der wirtschaftlichen Entwicklung. Entlang der Megatrends Mobilität, Kommunikation, Versorgung und Gesundheit wird die Industrialisierung der Schwellenländer signifikant vorangetrieben. Auch der Auf- und Ausbau industrieller Fertigung gilt als Schwerpunkt in den Schwellenländern. Hier entsteht vorrangig die globale Wirtschaftsdynamik. Zu Beginn des Jahrtausends haben die Schwellenländer beim Wachstumsprozess die etablierten Industrienationen abgehängt; selbst im horriblen Jahr 2009 war der Einbruch dort spürbar geringer als in den Industrienationen. Die Krise zahlreicher Industrienationen hat System.

In der vor kurzem geführten Debatte über deutsche Exportüberschüsse beweist sich vor allem das Dilemma jener Länder, deren Offenheitsgrad erheblich geringer ist. Der Offenheitsgrad - zusammengefasster Anteil der Importe und Exporte am BIP - zeigt Deutschland gut positioniert, während die klagenden Nationen wie Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien - also die anderen wirtschaftsstarken Nationen der EU - eher schwächlich dastehen. Dabei ist der Maschinenbau eine entscheidende Wirtschaftsstütze für den Erfolg. Diese Investitionsgüterbranche leistet einen hohen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Stärke Deutschlands. Und das hilft uns in der Zukunft weiter. Denn die globalen wirtschaftlichen Trends setzen auf einen Ausbau industrieller Fertigung; sie ist Voraussetzung für eine Befriedigung der wachsenden Nachfrage in den prosperierenden Märkten, vor allem Asiens.

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Deutschlands Maschinenbau sollte zuversichtlich in die Zukunft - und damit auch in das Jahr 2014 - starten. Unser Maschinenbau kann die Potenziale, die sich aus der Vernetzung der Produktionsbereiche - Stichwort Industry 4.0 - ergeben, in den Weltmarkt einbringen und nutzen, vor allem weil auch die interdisziplinären Kompetenzen vorliegen, die für innovative Lösungen notwendig sind.

Die Redaktion wünscht allen Lesern eine schöne Weihnachtszeit und einen gelungenen Start ins Jahr 2014.

Herzlichst Ihr

Bernd Waßmann

Stellv. Chefredakteur

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