Wiegezellenautomaten
Schutz im Schrank
Ein Hersteller von Elektromotoren und Großantrieben wollte die Ausgabe von persönlicher Schutzausrüstung optimieren. Die Aushändigungen liefen manuell ab und sollten unkomplizierter, schneller und wirtschaftlicher werden. Der Werkzeugdienstleister Hahn+Kolb hatte dafür eine neue Komplettlösung parat: Wiegezellenautomaten, die sämtliche Verwaltungs- und Ausgabeprozesse automatisieren.
Am Standort Tübingen entwickelt das Unternehmen Innomotics Getriebemotoren, die weltweit unter anderem in der Fördertechnik, Flughafen-Logistik oder Automobilbranche eingesetzt werden. Doch ein Umstand stellte sich im Betrieb als herausfordernd dar: Wollten Mitarbeitende persönliche Schutzausrüstung holen, war das lange eine zeitaufwendige Angelegenheit. Sämtliche Artikel für die PSA waren in einfachen Schränken in Meisterbüros zwischengelagert und mussten bei Bedarf einzeln von den Abteilungsleitern ausgehändigt werden.
Das nimmt einerseits wertvolle Arbeitszeit in Anspruch, ist aber auch mit hohen Materialausgaben verbunden. Verbrauch und Bestand der PSA können so nicht zentral nachverfolgt werden und jede Abteilung muss Artikel einzeln manuell nachbestellen. Die Organisation und Bereitstellung von wichtigen Schutzmitteln war daher zeitintensiv und nicht reibungslos sichergestellt.
Wiegezellen-Automaten für die PSA-Verwaltung
Eine Lösung musste her – und damit PSA-Ausgabeautomaten von Hahn+Kolb. Mit den neuen Wiegezellenautomaten können Mitarbeitende einfach den Schrank öffnen und Artikel herausnehmen, ohne sie manuell verbuchen zu müssen. Sogar mehrere unterschiedliche Produkte auf einmal sind möglich. Die Schränke erfassen den Bestand jedes einzelnen Lagerfachs mittels der Wiegezellen, berechnen entnommene Mengen automatisch über die Gewichtsdifferenz und verbuchen Entnahmen zentral. Das revolutioniert die PSA-Ausgabe – lange und umständliche Verwaltungs- und Buchungsvorgänge entfallen komplett. Die Lösung von Hahn+Kolb spart den Abteilungsleitenden bei Innomotics daher mehrere Stunden pro Woche. Für den Zugang zum Schrank wird kein Code benötigt. Mitarbeitende können RFID-Chipkarten verwenden, bei Innomotics handelt es sich sogar um die bereits bestehenden Stempelkarten. Zugangsrechte können mit den Karten über eine Benutzerregistrierung genau geregelt werden: Wer welche Artikel zu welcher Uhrzeit aus den Schränken entnehmen darf, lässt sich einrichten. Die Menge der herausgenommenen Produkte ist überprüfbar.
"Die Automaten sind ein Dreh- und Angelpunkt im Unternehmen, denn ohne Schnittschutzhandschuhe in der Fertigung oder Schutzanzüge in der Lackiererei können wir nicht arbeiten", sagt Michael Löwel, Prozesstechnologe bei Innomotics. "Uns war es wichtig, eine zuverlässige Versorgung mit PSA-Artikeln zu gewährleisten und gleichzeitig unsere Meister von der zeitaufwendigen Verwaltungsaufgabe zu entlasten. Diesen Effekt haben wir mit den PSA-Ausgabeautomaten schnell erreicht."
Automatisierung spart Kosten
Zunächst hat Innomotics vier Schränke angeschafft, die seit drei Jahren in der Fertigung, Montage und Lackiererei für Zeitersparnis sorgen. Nun sind Ausgabe und Verwaltung der wichtigen Schutzartikel keine Ressourcenfresser mehr. Die Menge der verbrauchten PSA-Produkte sowie deren Beschaffungskosten sind sogar um rund ein Drittel gesunken, denn häufig führt die manuelle Ausgabe zu unnötigen Mehrentnahmen. "Teils wurden zu viele PSA-Artikel geholt, oder es kam zu Fehlern bei der Einlagerung oder Ausgabe", erinnert sich Michael Löwel. Mit dem jetzigen System werden Artikel personalisiert auf die jeweiligen Mitarbeitenden ausgegeben, was zu einer besseren Selbstkontrolle führt. Dank einer Echtzeit-Überwachung des Bestands in den Schränken erkennen es die Automaten außerdem, wenn zuvor festgelegte Mindestmengen unterschritten werden, und lösen automatisch Nachbestellungen aus. So stehen die Artikel rund um die Uhr zur Verfügung.
Automatischer Nachfüllservice
Darüber hinaus umfasst das Gesamtkonzept von Hahn+Kolb nicht nur die Ausgabeautomaten selbst, sondern auch einen Auffüll-Service, der eine fortlaufende Bestückung der weit über 50 verschiedenen Produkte gewährleistet. Um benötigte Bestände zu kalkulieren, hat Innomotics ursprünglich den Artikel- und Mengenbedarf der vorhergehenden 18 Monate ermittelt. Zunächst wurde mit einer Belieferung alle 14 Tage kalkuliert, mittlerweile konnte der Befüll-Rhythmus auf alle drei Wochen verlängert werden – das senkt zusätzlich Kosten. Außerdem können Vorgesetzte und Projektleiter von jedem mobilen Gerät oder PC aus stets auf eine Übersicht der Bestände zugreifen.
Nikolai Barbje, Gebietsverkaufsleiter bei Hahn+Kolb, freut sich über die gelungene Integration der Automaten: "Unser Konzept, die Beratung und der Rundum-Service haben nicht nur die Projektverantwortlichen überzeugt, sondern auch große Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden ausgelöst. Die PSA-Ausgabe ist jetzt unkomplizierter und wirtschaftlicher." Zeitraubende Prozesse bei der Besorgung von Gehörschutz, Schutzbrillen oder -anzügen gehören bei Innomotics nun der Vergangenheit an.
Aufgrund der hohen Akzeptanz des neuen Systems bei allen Beteiligten ergänzte Innomotics in Tübingen das Inventar Ende 2024 um zwei weitere PSA-Ausgabeautomaten. Sie stehen in der Lackiererei, um auch Arbeitsmittel wie Pinsel und Dosen rund um die Uhr verfügbar zu machen und Beschaffungs- sowie Ausgabeprozesse weiterhin zu optimieren. Auch gibt es mittlerweile Überlegungen, die Automaten von Hahn+Kolb für die Verwaltung von Büromaterial einzusetzen.
Hahn+Kolb, http://www.hahn-kolb.de Innomotics, http://www.innomotics.com










