Nominiert als Produkt des Jahres 2026
Arburg: Digitale Fertigungszelle NextGen Medical
NextGen steht für moderne Technologie, Digitalisierung und die Bündelung des umfassenden Know-hows verschiedener Partner. Am Beispiel der Fertigung von Kappen für Injektoren-Pens zeigt Arburg zusammen mit einem namhaften OEM, welche Vorteile eine frühzeitige Zusammenarbeit von Schlüsselpartnern bei der Umsetzung anspruchsvoller Fertigungszellen bietet.
Grundlage dafür ist die digitale Vernetzung von Spritzgießmaschine, Werkzeug, Automation und Peripherie sowie zahlreiche in die Gestica-Steuerung integrierte intelligente Funktionen.
Im Zentrum des Projekts steht eine Turnkey-Anlage, die in enger Kooperation von Arburg (Maschinentechnik), Hack Formenbau (Werkzeugtechnik) und HB-Therm (Temperiergeräte) hinsichtlich Kosteneffizienz, Energiebedarf, Platzbedarf sowie Verfügbarkeit, Produktivität und Bauteilqualität ganzheitlich optimiert wurde. Die frühzeitige Auswahl und anforderungsspezifische Auslegung von Maschine, Werkzeug, Peripherie und Material führte zu deutlich reduzierten Gesamtkosten (TCO), schneller Produktionsbereitstellung (Time to Production), Pharmafreigabe (Parametric Release) und einfacher Bedienbarkeit.
Die Anlage basiert auf einem elektrischen Allrounder 570 A in Reinraumausführung und einem 8-fach-Werkzeug von Hack, fertigt Kappen aus medizinischem PP in weniger als zehn Sekunden pro Zyklus und setzt einen hängend montierten, in die Steuerung integrierten Sechs-Achs-Roboter zur kavitätenspezifischen Entnahme ein.
Die Gestica-Steuerung fungiert als zentrale Kommunikationsschnittstelle, bündelt Daten von Werkzeug, Temperiergeräten und Roboter und erleichtert die Bedienung durch zentrale Übersicht und intelligente Assistenzfunktionen. Dazu gehören Pilot- und Assistenzsysteme wie FillAssist, EnergyAssist, FlowPilot, MeltAssist, CycleAssist, PressurePilot und MoldlifeAssist, die Einrichten, Überwachung, Wartung und präventives Ersatzteilmanagement unterstützen.
Diese Maßnahmen ermöglichen kurze Zykluszeiten, hohe Bauteilqualität, optimale Schmelzqualität und eine sehr hohe Gesamtanlageneffektivität (OEE). Die Turnkey-Anlage benötigt rund 25 % weniger Stellfläche als herkömmliche Fertigungszellen und reduziert den Energieverbrauch um rund 50 %, wodurch auch CO₂-Emissionen und der Product Carbon Footprint sinken. Das MoldlifeAssist-System überwacht das Werkzeug, unterstützt Wartungsplanung, Einrichten und vorbeugende Maßnahmen und erhöht Verfügbarkeit, Bedienkomfort und Sicherheit.
Das Produkt ist nominiert für den Wettbewerb INDUSTRIAL Production Produkte des Jahres in der Kategorie Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung.










