Wirtschaft + Unternehmen

Der Maschinenbau läuft weiter wie geschmiert

"Der VDMA erhöht die Produktionsprognose für 2011 von zehn auf 14 Prozent", erklärte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner auf einer Pressekonferenz des Verbandes anlässlich der Hannover Messe. Ein Grund hierfür seien die amtlichen Korrekturen des Produktionsindex 2010. "Das Produktionsniveau unserer Branche lag dadurch zur Jahreswende nochmals höher als wir ohnehin erwartet hatten", sagte Lindner. Außerdem sei der deutsche Maschinen- und Anlagenbau gut ins Jahr gestartet. Die Produktion legte im Januar 2011 im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel (23,6 Prozent) zu.

VDMA-Präsident Lindner: Wachstumsprognose für den Maschinenbau erhöht.

Im Januar lag die Kapazitätsauslastung bei 86,4 Prozent. Im Februar 2011 stieg der Auftragseingang dann um real plus 38 Prozent im Vorjahresvergleich. Das Inlandsgeschäft stieg um 40 Prozent. Bei der Auslandsnachfrage gab es ein Plus von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Dezember 2010 bis Februar 2011 ergibt sich insgesamt ein Plus von 42 Prozent im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 43 Prozent und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 42 Prozent. Die deutschen Exporte erholten sich 2010 gegenüber dem Einbruch des Vorjahres um real 11,5 Prozent. Als stärkster Exportmarkt etablierte sich die Volksrepublik China mit plus 34,7 Prozent im Vorjahresvergleich.

Das sind fast ein Achtel der deutschen Maschinenbauexporte. Doch auch die Maschinenausfuhren in die USA expandierten kräftig um 18,7 Prozent im Vorjahresvergleich. Indien, Russland und Südostasien nahmen deutschen Herstellern jeweils rund ein Fünftel mehr Maschinen und Anlagen ab, bei Brasilien waren es sogar fast 30 Prozent plus, die Türkei schob sich mit einem Plus von 32,7 Prozent auf Platz 15 der Exportländer.

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Bei der erwarteten Neuorientierung der Energieversorgung könnte der Maschinenbau weiter profitieren: Der Maschinen- und Anlagenbau könne beim Umbau der Energieversorgung einen entscheidenden Beitrag leisten. Eine nachhaltige Umbaustrategie setze jedoch zwei Dinge voraus, betonte Lindner: "Wir brauchen den beschleunigten Netzausbau. Das wird eine spannende politische Herausforderung gerade für die Grünen werden." Wie auch immer die Diskussion über den zukünftigen Energiemix in Deutschland ausgeht, die Energieanlagenbauer haben für die gesamte Bandbreite der Energieerzeugung, von fossil bis erneuerbar, hocheffiziente Technologien zur Verfügung.

Lindner betonte: "Energiepolitik darf nicht nach Gefühl und Wellenschlag funktionieren, sondern muss Stabilität für zwanzig Jahre und mehr geben. Wir brauchen ein klares parteiübergreifendes, gesamtgesellschaftliches Energie-Konzept für die Zukunft, das den Menschen eine Perspektive und der Industrie feste und langfristig gültige Investitionsbedingungen und Planungssicherheit gibt - auch über Wahltage hinaus. Wenn die Politik weiter solche Volten macht wie in der Vergangenheit, dann setzt sie den Industriestandort Deutschland aufs Spiel." bw

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