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Fachmessen

Daniel Schilling,

Comeback der Industriemessen

Noch im Frühjahr 2022 verschoben die Veranstalter große Industriemessen kurzfristig in den Sommer, doch dann zeigten Aussteller und Besucher, wie wichtig Messen weiterhin als Treffpunkt und Informationsquelle sind.

SEW-Eurodrive-Stand auf der SPS in Nürnberg © WEKA BUSINESS MEDIEN/ Daniel Schilling

Der Schock in der Branche saß tief, als im November 2021 die Leitmesse SPS plötzlich abgesagt werden musste, angesichts einer anrollenden neuen Corona-Welle. Alle Beteiligten waren sich zu diesem Zeitpunkt sicher gewesen, dass Großmessen wieder weitgehend normal stattfinden können. Im Frühjahr 2022 wichen dann LOGImat und Hannover Messe auf den Juni aus. Würde sich die deutsche Messebranche von diesen Rückschlägen erholen können?

Nach Ende der Messesaison 2022 ist die Antwort ein klares Ja. Die Aussteller- und Besucherzahlen haben durchgehend noch nicht ganz das Vor-Corona-Niveau von 2019 erreicht, aber die Zahlen gehen wieder erkennbar nach oben. Das ist umso bemerkenswerter, als neben Corona auch noch der russische Angriff auf die Ukraine mit allen daraus folgenden Konsequenzen die Gemüter belastete. Ein entscheidender Faktor dafür, dass die Ausstellerzahlen noch nicht das Vorkrisenniveau erreichen, sind aber auch die strengen chinesischen Quarantäneregelungen, die Unternehmen aus der Volksrepublik davon abhielten, ihre Mitarbeiter auf ausländische Messen zu schicken. Und natürlich ist auch Corona nicht vorbei.

Chinesische Aussteller fehlen

Bei der SPS trafen im November 2022 nach der unfreiwilligen Pause 999 Aussteller auf 43.813 Besucher; 2019 lagen die Werte bei 1.585 Ausstellern und 63.708 Besuchern. Dass die Stimmung auf in Nürnberg dennoch sehr gut war, lag auch daran, dass die Big Player von Beckhoff bis SEW-Eurodrive wieder mit an Bord waren. Bei den Ausstellern fehlten vor allem die zahlreichen Kleinanbieter aus China.

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Bei der automatica 2022 lagen die Zahlenverhältnisse ähnlich: 574 Aussteller und 28.937 Besucher nach 890 Ausstellern mit 46.000 Besuchern im Jahr 2018. Dennoch war auch auf der Münchner Robotikmesse die Stimmung auf den Ständen ausgezeichnet. Die Aussteller freuten sich über qualifizierten Besucherzuspruch und gute Leads.

Zufriedenheit auch auf dem Stuttgarter Messegelände am Flughafen mit LOGImat, AMB und Motek. Gerade die Logistikmesse, die nach Terminänderungen Anfang Juni parallel zur Hannover Messe stattfinden musste, konnte punkten: 1.571 Aussteller waren etwas weniger als im Rekordjahr 2019 mit 1.624 Ausstellern, aber mehr als noch 2018 mit 1.560 ausstellenden Firmen. 50.000 Menschen besuchten die Veranstaltung laut Veranstalter Euroexpo.

Auch die AMB zog Mitte September ein Massenpublikum an: 64.298 Besucher zählte die Landesmesse Stuttgart an den Eingängen, die auf 1.238 Ausstellerstände trafen. Die Vergleichszahlen 2018 lagen zwar deutlich höher – 91.016 Besucher bei 18.853 Ausstellern –, der Zufriedenheit der Aussteller und Besucher tat das aber keinen Abbruch; die Stimmung auf der Metallverarbeitungsmesse war sehr gut.

Stimmungstief im Norden

Weniger Euphorie herrschte kurioserweise auf der am besten besuchten Industriemesse in diesem Jahr, der Hannover Messe Ende Mai und Anfang Juni. 75.000 Besucher und rund 2.500 Aussteller erschienen auf dem riesigen Areal unter dem Hannoveraner Messeturm weniger als auf den deutlich kleineren Anlagen in Stuttgart, München oder Nürnberg; zahlreiche Hallen waren ganz geschlossen oder zur Hälfte abgesperrt. An den Ständen der erschienen Aussteller machten sich die Exponate rar. Vor allem aber waren vor der Krise 211.338 Besucher auf 6.188 Aussteller getroffen – prozentual doch ein erheblicher Absturz. All das schlug auf die Stimmung.

Die 3D-Druck-Spezialmesse Formnext erfuhr im November guten Zuspruch von Ausstellern und Besuchern. © WEKA BUSINESS MEDIEN/ Daniel Schilling

Einen Ausgleich für Hannover schuf dann Ende Oktober die Umform- und Metallverarbeitungsmesse Euroblech 2022. Zwar lagen Besucher und Ausstellerzahlen im Vergleich zu 2018 noch zurück – 1.300 zu 1.507 Aussteller und 38.076 zu 56.307 Fachbesucher –, aber der Rückgang war weniger deutlich und vor allem war die allgemeine Stimmung auf dem Messegelände positiv.

Nach drei herausfordernden Jahren können die deutschen Industriemessen damit wieder optimistischer in die Zukunft blicken.

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