Werkstoffe

Einzeln geführte Arme

Wie eng das Thema Beschichtungstechnik mit Materialfluss-Fragen verknüpft ist, zeigt ein aktuelles Projekt von Vollert Anlagenbau. Der Spezialist für bodengeführte und flurfreie Förderanlagen mit Nutzlasten bis 50 Tonnen realisierte eine halbautomatische Anlage zur Beschichtung von Buskarosserien bei Evobus in Mannheim. Hier wurden kürzlich zwei neue Linien zur Funktionsbeschichtung von Buskarosserien in Betrieb genommen. Evobus fertigt vor Ort den Rohbau für Stadt-, Überland- und Reisebusse der Marken Mercedes-Benz und Setra. Jede Linie verfügt über zwei Beschichtungskabinen, die über die Hebe- und Förderanlage zum einfachen, risikofreien Transport der Karossen verbunden sind. Der Hersteller folgte dabei dem Vorschlag von Vollert, anstelle der ursprünglich geplanten stationären Hubsäulen eine deckengeführte Hebeanlage zu entwickeln, die ohne eine Absenkung der Werkstücke den Transport von Kabine zu Kabine leistet. Als Generalunternehmer übernahm Vollert die Planung, Fertigung und Lieferung der gesamten Fördertechnik und des Stahlbaus sowie die Projektkoordination für die Luft- und Filtertechnik. Die Anlage bei Evobus dient zur Funktionsbeschichtung besonderer Belastungszonen der Karosserien. Einzelne, höhenverstellbare und hängend schienengeführte Hebearme sorgen für eine hohe Individualität bei der Aufnahme der unterschiedlichen Omnibus-Typen. Zum Heben und Senken werden die parallelen Laufschienen komplett inklusive der Hebearme und der Buskarosserie bewegt. Ein Vier-Seil-Hubwerk je Kabine sorgt bei Nutzlasten bis fünf Tonnen für einen maximalen Hub von zwei Metern. Mehrfache Überdimensionierungen und eine Absturzsicherung gegen Getriebebruch bieten höchste Sicherheit. Zum Transport der Werkstücke und der gleichzeitigen Rückführung der leeren Hebearme gelang den Ingenieuren von Vollert eine besonders robuste und kostengünstige Lösung: Über eine parallele Verschiebe-Weiche zwischen den Kabinen werden die leeren Hebearme auf ihrem Rückweg zunächst zwischengeparkt. Ein Verschieben der Laufschienen nach außen erlaubt dann die Durchfahrt der Werkstücke, bevor die Hebearme auf zuvor definierte Positionen gelangen. Den nötigen Vorschub der Karosserien und Hebearme leisten zwei Kettenförderer je Lackierkabine. Henry Schulze, Projektleiter von Vollert sagt dazu: "Die Automatisierung der Anlage vereinfacht die Abläufe deutlich. Nach einer eingehenden Wirtschaftlichkeitsprüfung entschied sich Evobus deshalb für diese zukunftsfähige und leistungsstarke Lösung." Als Generalunternehmer oder Intralogistikpartner entwickelt der Anlagenbauer bodengeführte und flurfreie Anlagen zur Nasslackierung und Pulverbeschichtung von Werkstücken bis zu einem Gewicht von 50 Tonnen, beispielsweise für Baggerteile, Elektromotoren und Eisenbahnwaggons und Kunden wie TVSZ, Liebherr oder SEW Eurodrive. Die Lösungen reichen von schienengebundenen Transportwagen über Kettenfördersysteme bis hin zu flurfreien Hängebahnen mit Reibradantrieb - je nach Anwendungsgebiet und Platzangebot. ms

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