Handhabungstechnik

Spannt Rundes

Sechsbacken-Ringgreifer für Teilefamilien
Getriebe aus Steilgewindespindeln, Zahnrädern und Kulissensteinen. (Grafiken: Maul)
Das Konstruktionsbüro Maul stellt einen Ringgreifer für vorwiegend runde, ringförmige Teile wie Buchsen oder Rohre vor. Der Greifer hat einen großen Spannbereich im mittleren Durchmesser; damit lassen sich ganze Teilefamilien von Ringen mit einem einzigen Greifer handhaben.

An einem Ring wird an drei Stellen auf der Wandung mit gegeneinanderspannenden Backen so gegriffen, dass der Kraftfluss geschlossen ist. Das vermeidet, dass der Ring zum Polygon verformt wird. Im Ringgreifer sind drei vollständige Getriebe um jeweils 120 Grad versetzt eingebaut. Es sind drei kreissegmentförmige Kolben in einem Zylindergehäuse installiert. Die Getriebe bestehen aus einem Segmentkolben und hierin einer Steilgewindespindel, die bei axialer Bewegung des Segmentkolbens eine Drehbewegung erzeugt. Diese Drehbewegung wird von zwei Zahnrädern über Kulissensteine in linear geführte Spannbackenpaare übertragen. Jedes dieser drei Spannbackenpaare besteht aus einer von außen nach innen und einer von innen nach außen auf die Wandung wirkenden Spannbacke. Die Kulissensteine, die die Spannbackenpaare bewegen, werden von in Schwingen gelagerten Zahnrädern gedreht. Diese Schwingen können im mittleren Durchmesser verändert werden. Damit wird der Ring auf der Wandung zunächst gegriffen, aber noch nicht zentriert.

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Eine Zentrierung wird erreicht, indem die Schwingen mit je einem Stift in einen formschlüssig wirkenden Zentrierstern in Führungsnuten eingreifen. Durch Drehen des Zentriersterns lässt sich der mittlere Durchmesser der Spannbackenpaare verändern. Der Zentrierstern kann über eine ausgleichende Torsionsfeder in eine Vorzugslage gebracht oder über einen in der Bohrung des Zylindergehäuses sitzenden Getriebemotor elektrisch voreingestellt werden. Die Führungen der Spannbackenpaare sind in drei Ebenen angeordnet – dadurch kann die Backenführung große Spannkräfte aufnehmen. Ein solcher Ringgreifer eignet sich für das Greifen ganzer Teilefamilien. Die Durchmesser der Ringe können zum Beispiel von 20 bis 60 Millimeter oder von 60 bis 100 Millimeter differieren. Dabei kann die Wandung von null bis 33 Millimeter schwanken. Der Ringgreifer verformt die Ringe nicht, sodass auch präzise und sehr dünne, empfindliche Ringe gehandhabt werden können. Das System ist zum Patent angemeldet. pb

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