SCOPE: Avantec-Werkzeuge zählen nicht zu den Billig-Angebo- ten am Markt – welche Argumente überzeugen die Kunden vor allem? Werthwein: Wir haben kein Interesse, mit den Billig-Anbietern von Wendeschneidplatten und Werkzeugen in Konkurrenz zu treten hier ist der Markt bereits zu Genüge gesättigt.
Unsere Philosophie ist eine andere: Im Grunde verkaufen wir keine Werkzeuge, sondern Lösungen.
Und da kann ein Wettbewerbs- werkzeug kostenlos sein und ist manchmal trotzdem teurer.
Denn wenn man alles in die Waagschale wirft, angefangen von der Bearbeitungszeit über die Bearbeitungssicherheit bis hin zu den Kosten für die Instandhaltung, also Spindel-, Maschinen- und Peripheriekosten, dann sind wir immer attraktiv.
Jeder, der all diese Komponenten rechnen kann und auch muss, wird am Ende unsere Produkte keineswegs mit dem Argument ablehnen, dass wir zu teuer sind.
SCOPE: Wie teilen sich Sonder- und Standardlösungen beim Umsatz auf? Werthwein: Avantec kommt aus der Ecke der Spezial- und Son- derwerkzeuge.
Von der anfänglichen Mischung aus 80 Prozent Sonder- und 20 Prozent Standardlösungen hatten wir uns bis letztes Jahr zu einem 60-/40-Verhältnis entwickelt.
Mit der Krise wächst momentan der Anteil der Sonder- lösungen wieder.
Aber allein von Sonderlösungen zu leben ist schwer.
Deshalb benötigen wir ein Mindestmaß an Standardaufträgen.
SCOPE: Ihr Programmschwerpunkt liegt bei Wen- deplatten für die Schwerzerspanung? Werthwein: Eindeutig.
Wir sind die Stahl- und Guss-Schwerzerspaner mit Wendeschneidplat- ten.
Das ist unser Metier.
Mit unserem neuen Easy-Change-Programm gehen wir bis zu einem Durchmesser von 13 mm herunter.
Darunter ist Vollhartmetall angesagt, das machen wir nicht.
Nach oben gehen wir bis 350 oder 400 mm Durchmesser.
Wir haben auch schon Planfräser mit 800 mm gebaut, aber das ist die Ausnahme.
SCOPE: Die EMO liegt gerade hinter Ihnen.
Welche Neuheiten haben Sie dort präsentiert? Werthwein: Auf der EMO haben wir als Highlight den Signa- vant neu vorgestellt, einen Gussfräser mit acht Schneiden in Tangentialbauweise.
Zudem wurde das erwähnte Easy-Change- Programm präsentiert, ein Fräsprogramm mit auswechselbaren, sehr leistungsfähigen Hartmetallköpfen.
Desweiteren haben wir Produkterweiterungen im Bereich Walzenstirnfräser und Scheibenfräser gezeigt.
SCOPE: Fertigen Sie ausschließlich am Standort Deutschland? Werthwein: Ausschließlich.
Wir haben konsequent auf Au- tomation gesetzt, haben unsere Prozesse entsprechend ausgelegt, und wollen und müssen deshalb in Deutschland fertigen.
Für unsere Strategie benötigen wir gut ausgebildetes Personal, und das haben wir hier am Standort aufgebaut.
Wir können nicht einfach sagen, jetzt gehen wir dahin, wo wir www.scope-online.de Dezember 2009 10 Wortwechsel hh Der Gussfräser Der Signavant SN 87 besitzt einen extrem weichen Schnitt aufgrund seiner positiven Geometrie.
Sein über- durchschnittliches Zerspanvolumen beruht auf einer großen Schnitt-Tiefe.
Die Vielzahn-Bauweise garantiert hohen Vorschub.
Die “echte” achtschneidige tangen- tiale SNH X-Wendeschneidplatte ermöglicht auch die Eckbearbeitung (87°).
Fräswerkzeug gleich Fräswerkzeug? Weit gefehlt! Uli Werthwein, Geschäftsführer von Avantec, erläutert Chefredakteur Hajo Stotz, warum Unternehmen, die nur auf das Preisschild schauen, viel Geld und Produktivität verschenken – und welche Probleme ihm Auftragsflaute und Produktpiraterie bereiten.
„Produktivität istist „Produktivität ihren Preis wert“ ihren Preis wert“