Der Schutz von Personen und Anlagen spielt bei elektrischen Betriebsmitteln eine große Rolle.
Für Niederspannungs- Schaltanlagen war hier seit 1993 die DIN EN 60439 Teil 1 gültig, die jetzt durch die neue Normenreihe DIN EN 61439 abgelöst wird.
Die alte Norm darf nur noch wäh- rend der Übergangsfrist bis zum 1.
No- vember 2014 angewendet werden.
Es ist also höchste Zeit für Schaltanlagenbau- er, die Anforderungen der neuen Norm in ihren Anlagen umzusetzen.
Unterstüt- zung dabei bietet die Planungssoftware Power Engineering von Rittal, die jetzt in Version 6.0 erschienen ist.
Die bisher gültige DIN EN 60439 unter- scheidet zwischen typgeprüften Schalt- gerätekombinationen (TSK) und partiell typgeprüften Schaltgerätekombinationen (PTSK).
Diese Unterscheidung führte zu Diskussionen, nach welchen Vorausset- zungen Schaltanlagen als TSK oder PTSK auf den Markt kommen.
Die neue Normenreihe, die aus einem allgemeinen (DIN EN 61439- 1) und aus produktspezifischen Teilen (DIN EN 61439-2 bis -6) besteht, soll die Anfor- derungen klarer definieren.
Gleichzeitig entfallen die Begriffe TSK und PTSK und werden durch „PSC-Energie-Schaltgeräte- kombination“ ersetzt.
Die bisher zum Nach- weis verwendeten Typprüfberichte werden durch den Bauartnachweis ersetzt.
Prinzip der Black Box In der neuen Norm sind einige konzep- tionell neue Ansätze eingeflossen.
Dies betrifft unter anderem die Behandlung einer Energie-Schaltgerätekombination (PSC-Power Switchgear Combination).
Diese PSC ist nun in einem so genann- ten Black-Box-Modell dargestellt, deren Schnittstellen explizit definiert werden müssen.
Neu dabei ist, dass für alle Stromkreise der tatsächlich erforderliche Strom Inc seitens der Planer vorgegeben wird und der Schaltanlagenhersteller den Nachweis zu erbringen hat, dass die aus- gewählte Gerätezusammenstellung unter den Einbaubedingungen in der Schaltan- lage (Schutzart, Umgebungstemperatur, Klimatisierung, etc.) den geforderten Strom führen kann.
Dabei dürfen die zu- lässigen Grenzübertemperaturen an den Teilen der Schaltgerätekombination nicht überschritten werden.
Den Begriff des Herstellers definiert die DIN EN 61439 neu: Unterschieden wird nun zwischen dem ursprünglichen Hersteller und dem Hersteller der Schalt- gerätekombination.
Der ursprüngliche Hersteller ist dabei definiert als: „Orga- nisation, die die ursprüngliche Kons- truktion und den zugehörigen Nachweis der Schaltgerätekombination nach der zugehörigen Schaltgerätekombinations- norm durchgeführt hat.“ Der Hersteller der Schaltgerätekombination ist dagegen die „Organisation, die die Verantwortung für die fertige Schaltgerätekombination übernimmt.“ Neu ist auch die Definition des Be- messungsstroms der Schaltgerätekom- bination InA.
Dieser Bemessungswert entspricht der Summe der parallel einge- speisten Ströme bzw.
dem Gesamtstrom, der über das Hauptsammelschienensys- tem verteilt wird.
Da der Strom eines Sammelschienensystems als separater Strom Inc eines Stromkreises zu defi- nieren ist, ist es zulässig, z.
B.
bei einer Mitteneinspeisung einer Schaltanlage, aufgrund der nach links und nach rechts verteilten Ströme den Bemessungsstrom des Sammelschienensystems darauf an- www.scope-online.de November 2011 42 Advertorial hh Software unterstützt bei Planung nach DIN EN 61439 Schaltanlagen, die mit dem Systembaukasten Ri4Power realisiert werden, lassen sich einfach auch ge- mäß der neuen DIN EN 61439 planen und dokumentieren.