www.scope-online.de November 2011 15 - Business Integration.
Meyer: „Mit der Integration aller wesentlichen Geschäftsprozesse in unser Opera- tions System erreichen wir das frühestmögliche Ver- ständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden.
Unseren Anspruch an lean- und qualitätsgerechte Produktde- signs verankern wir bereits im Entwicklungsprozess.“ Qualität der Zukunft Die Zielsetzung von BOS ist unter anderem die Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungs- prozesses im gesamten Unternehmen sowie die Umsetzung einer schlanken Fliessfertigung in der Produktion.
Die initiierten Maßnahmen werden vorangetrieben und in allen Baumer Gesellschaften ausgebaut.
Dabei werden die lokal angewendeten Methoden und Werkzeuge vernetzt und zu einem ganzheitlichen System zusammengeführt.
Werkslei- ter Wolfgang Meyer: „Ziel ist es, die jeweils beste im Unternehmen bekannte Lösung in allen Standorten der Baumer Group anzuwenden.“ Ursprung des BOS war das Werk in Frauenfeld, das bereits vor etlichen Jahren als erster Produktions- standort der Gruppe das Muda-Programm auf Basis der Kaizen-Werkzeuge zur Vermeidung von Verschwen- dung auf den Weg gebracht hatte.
Muda entstammt dem japanischen und bedeutet „Verschwendung“.
Die Zielsetzung des Programms war u.
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die Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses im gesamten Unternehmen, sowie die Umsetzung einer schlanken Fliessfertigung in der Produktion.
Von den weltweit 2.500 Mitarbeitern der Baumer- Gruppe arbeiten rund 650 in Frauenfeld.
In erster Linie werden hier Sensoren zur Objekt- oder Positi- onserkennung.
Die Produktpalette reicht dabei vom induktiven Näherungsschalter bis zum Vision Sensor.
Die Losgrößen in der Produktion liegen zwischen eins bis zu mehreren Tausend.
Mit dem Baumer Operations System, einer Mi- schung aus Lean Production Philosophie und Six Sigma Methoden, wird der mit Muda eingeschlagene Weg weiterentwickelt und verstärkt in allen Berei- chen des Unternehmens eingeführt.
„Zur Erzielung größtmöglicher Kundennähe“, so erläutert Wolfgang Meyer, „sind in unserem Baumer Operations System nicht nur die Elemente der effektiven Produktion auf- genommen, sondern auch Vertrieb, Entwicklung, Lo- gistik und Beschaffung einbezogen.
Denn das wich- tigste Ziel ist es, die Kundenerwartungen zu erfüllen oder zu übertreffen.
Und die zweite Zielsetzung ist es, Verschwendung zu reduzieren.
Deshalb haben wir Lean-Methoden mit Six Sigma kombiniert.“ Six Sigma ist eine statistische Methode des Quali- tätsmanagements, um einen möglichst fehlerfreien Prozess zu erreichen.
Die Werkzeuge aus dem Six Sigma Baukasten erlauben nicht nur eine Analyse der vergangenen Zeit, aus der die Ergebnisse vorliegen, sondern zeigen auf Basis der Wahrscheinlichkeits- rechnung auch schon die Qualität der Zukunft für den Prozess an.
Somit werden Aussagen über zu er- h Bei dem Sensor- und Messinstrumente-Hersteller Baumer hat jedes Werkzeug seinen definierten Platz, Fertigungslinien und Montageeinrichtungen stehen genau in Linie, die Komponen- ten und Bauteile befinden sich in Kanban-Kisten, deren Posi- tion am Boden exakt aufgezeichnet ist, die Werkzeuge haben ihren festen Platz am Board, wo ein Umriss den richtigen Platz anzeigt.
Damit reduziert das Unternehmen Zeitverschwendung durch zu lange Wege, überflüssiges Suchen, unnötige Tätig- keiten und störende Dinge am Arbeitsplatz.
(Bild: Baumer) Mit Lean Production- und Six Sigma Methoden konnte Baumer die Durch- laufzeiten verringern und die Qualität steigern, wie Wolfgang Meyer, Leiter des Baumer-Werkes in Frauenfeld erläutert: „Wir haben kürzlich ein Projekt realisiert, bei dem wir die Durchlaufzeiten von 20 Tagen auf drei reduziert haben.“ (Bild: Stotz)