SCOPE: Herr Evertz, welche strategischen Schwerpunkte setzen Sie bei der Führung des Unternehmens? Evertz: Walter ist ein Global Player und gehört weltweit zu den Top-Anbietern von Präzisionswerkzeugen.
Mein Ziel ist es, das Unternehmen auf diesem Weg kontinuierlich weiter zu entwi- ckeln.
Entscheidend ist dabei der Ausbau unserer Position als Kompetenzführer in der Branche.
Diese Kompetenzführerschaft gründet sich auf drei Säulen: Unserem Komplett-Angebot an innovativen Zerspanungslösungen, unserem tiefen Know-how in den Branchen unserer Zielkunden sowie einem maßgeschnei- derten, kundenindividuellen Angebot an Dienstleistungen.
Gerade unsere Service-Kompetenz müssen wir noch stärker in den Fokus rücken.
Qualitativ hochwertige Werkzeuge sind natürlich nach wie vor die Grundvoraussetzung für gute Zer- spanungsergebnisse.
Doch die Kunden verlangen mittlerweile viel mehr von einem Anbieter: ganze Lösungskonzepte, wie sie mit Hilfe von Werkzeugen ihre Produktivität steigern und ihre Bauteilkosten senken können.
Dabei kommt es darauf an, die Werkzeuge richtig einzusetzen und so in die bestehenden Produktionsprozesse einzubinden, dass sie dem Anwender den bestmöglichen Nutzen bringen.
Mit unserer Kompetenzmarke „Walter Multiply“, die wir auf der AMB erstmals vorgestellt ha- ben, unterstützen wir unsere Kunden mit Dienstleistungen ent- lang der gesamten Wertschöpfungskette darin, Kosten und Kom- plexität zu reduzieren.
Den Kunden können wir damit erheblich mehr als nur die Summe der einzelnen Services bieten.
Durch das mehrstufige und integrierte Konzept werden die Erfolgsfaktoren vielmehr multipliziert.
Walter Multi- ply steht somit für eine neue Qualität vernetzter, kunden- individueller Maßnahmen- pakete.
Das Konzept ist das Ergebnis eines kontinuierlichen und sehr engen Austauschs mit unseren Kunden.
Hiermit rücken wir die Anforderungen der Kunden nach Effizienzsteigerung noch stärker in den Mittelpunkt.
Unter dem Dach der neuen Kompe- tenzmarke bieten wir ein umfangreiches Service-Konzept für die Bereiche Planung, Produktion & Logistik, Instandhaltung sowie Training & Know-how.
Dadurch werden unsere Kunden noch mehr von unserem umfassenden Know-how in allen Fragen der Zerspanung profitieren.
SCOPE: Wie lief das bisherige Jahr 2010 bei Walter und den Toch- tergesellschaften? Evertz: Das bisherige Geschäftsjahr läuft ganz hervorragend.
Der Aufschwung hat bereits Ende letzten Jahres begonnen und seit März alle unsere Ländergesellschaften erfasst.
Im Schnitt liegen wir bei einem Plus von circa 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und in wichtigen Wachstumsregionen wie Asien sogar bei 100 Prozent.
Auch in der Auslastung haben wir fast das Vor- krisen-Niveau erreicht und erhöhen seit Januar kontinuierlich die Produktionskapazitäten in unseren Werken.
SCOPE: Ihr Vorgänger Peter Witteczek erklärte 2008, bis 2010 das Umsatzziel von einer Milliarde Euro zu erreichen – sehen Sie ein solches Ziel, nicht in 2010, aber mittelfristig, noch als realistisch an? www.scope-online.de November 2010 16 Wortwechsel hh Das Unternehmen Die Walter AG mit Sitz in Tübingen beschäftigt weltweit circa 3.600 Menschen.
Ihr Portfolio reicht von der Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Präzisionswerkzeugen für die Metallbearbeitung bis hin zu einem umfangreichen Service mit 34 Niederlassungen.
Die 49.000 Katalogwerkzeuge werden in Deutsch- land, Frankreich und USA sowie Brasilien und China hergestellt.
Das Unternehmen ist zertifiziert nach ISO 9001 Qualitätsmanagement, ISO 14001 Umweltmanagement und OHSAS 18001 Arbeitsschutzmanagement.
Seit 1.
April ist Andreas Evertz Vorstandsvorsitzender der Walter AG und übernahm die Führung in einem schwierigen Umfeld: Nach 540 Millionen Euro 2008 war der Umsatz im vergangenen Krisenjahr um ein Drittel auf rund 360 Millionen Euro eingebrochen.
Im Interview mit SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz beschreibt Evertz seine strategischen Ziele und gibt Einblick in das neue Servicekonzept für die Anwender der Walter-Werkzeugsysteme.
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