Die Entwicklung des Kom-Tronic Feinbohrsystems M042 begann schon in den Achtzigerjahren.
Bereits damals war es das Ziel, die Schneideneinstellung in Feinverstellköpfen zum Zweck der Ver- schleißkompensation zu optimieren.
Man wollte dabei genauer und komfortabler, also schneller werden.
Mit der Entwicklung geeigneter Elektronikbausteine erhielten die ursprünglich manuell einstellbaren Feinverstellköpfe ein elektronisches Messsystem, um den Verstellweg direkt am Schieber exakter zu erfassen.
Ein Mikroprozessor brachte die Messwerte auf einem LC-Display zur Anzeige – was den Einstellvorgang wesentlich beschleunigte.
Mit der späteren Integration eines Elektromotors in den Werkzeugkopf wurden ergänzend erste Möglichkeiten zur Daten- und Energieübertragung geschaffen.
In ähnlicher Form stattete die Komet Group dann Plandrehköpfe mit Flachbahn- schieber, wie sie hauptsächlich in Sondermaschinen oder Trans- ferstraßen zum Einsatz kamen, aus.
Sie waren die eigentlichen Vorläufer der Kom-Tronic U-Achssysteme, die heute dank ihrer induktiven, berührungslosen Energie- und Datenübertragung auch in Bearbeitungszentren automatisch einwechselbar sind.
Dazu ist spindelseitig ein segmentförmig ausgeführter Stator angebaut.
Auf der U-Achsseite gewährleistet die ringförmige induktive Übertragungseinheit (Rotor) den sicheren Daten- und Energieaustausch in jeder Winkellage, selbst unter dem Einfluss von Kühlschmiermitteln.
Eingebunden in die Maschi- nensteuerung wird die U-Achse mit der Z-Achse interpolierend verfahren.
Die Programmierung erfolgt in der üblichen NC-Pro- grammiersprache, wobei alle Funktionalitäten einer normalen ISO-Programmierung zur Verfü- gung stehen.
Als frei program- mierbare Achse reichen die Mög- lichkeiten der U-Achssysteme über die ursprüngliche Intention der Verschleißkompensation hinaus.
Sie erlauben im Rahmen ihres Achshubes flexible Konturbearbeitungen und Stechopera- tionen.
Somit sind Drehbearbeitungen im Bearbeitungszentrum in einem Konturzug machbar.
Die universelle Verwendbarkeit der Werkzeugsysteme macht sie vor allem für die Fertigung kleiner und mittlerer Serien interessant.
Mit ihrer Performance stellen die U-Achssysteme auch die Basiskomponente für eine automa- tisierte Verschleißkompensation in geregelten Prozessen dar.
Auch deshalb werden die U-Achsen immer häufiger in kleineren und mittleren Losgrößen eingesetzt, wo hohe Qualitätsansprü- che für entsprechende Cpk-Toleranzeinengungen sorgen.
Die Regelkreise schließen Um solche Regelkreise zu schließen, werden ergänzend zu den U-Achssystemen Messmethoden eingesetzt, die Korrekturwerte generieren.
Neben der Werkzeugvermessung bieten Messungen am Werkstück praktikable Möglichkeiten.
Diese erfolgen meist im Rahmen von Post-Prozess-Einrichtungen, bei denen die Werkstücke nach der Bearbeitung vermessen werden.
Soll-/ Ist-Abweichungen stellen dann für folgende Werkstücke neue Eingangsparameter dar.
In Transferlinien sind solche Messein- www.scope-online.de November 2010 28 Produktionstechnik + Werkzeugmaschinen hh Eingebunden in den Regelkreis der CNC-Steuerung von Bearbeitungsmaschinen sind die Kom-Tronic U-Achssysteme von Komet wesentliche Systemkomponenten, die Zerspanungs- prozesse durch Bestimmung der Schneidenposition innerhalb vorgegebener Cpk-Grenzen halten.
Sie sichern präventiv die Qualität und sorgen für stabile Prozesse.
Außerdem sparen sie manuelle Werkzeugeinstellungen und Programmierungen.
Ganz automatisch automatisch Das Unternehmen Mit Werkzeugkonzepten und gesamtheitlichen Lösungen für die Bohrungsbearbeitung ist die Komet Group einer der weltweiten Technologieführer.
Das Unternehmen wurde 1918 von dem Tüftler und Er- finder Robert Breuning gegründet und führt seit 1924 den Namen Komet.
Seit 1948 ist der Stammsitz Besigheim.
Mit den Übernahmen der Dihart AG 1996 und der Jel GmbH 1999 hat das Unternehmen sein Produktportfolio zur Bohrungsbearbeitung abgerundet.
Der Hersteller von Präzisionswerkzeugen für anspruchsvolle Innenbearbeitung ist die Gruppe mit 15 Tochterunternehmen 40 Service- und Vertriebs- centern und 10 Produktionsstandorten weltweit vertreten.
Im Jahr 2009 beschäftigte die Gruppe 1.475 Mitarbeiter und hatte einen Auftragseingang von 105 Millionen Euro.