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Doch nicht in Shanghai, Bangalore oder Sao Paolo, sondern in Igenhau- sen, Halver, Gevelsberg und Homburg investieren die Hersteller.
Denn viele mittelständische Ferti- gungsbetriebe sehen eine Produktion im Ausland heute weit kritischer als noch vor wenigen Jahren.
So sagt bei- spielsweise Andreas Haimer, Mitglied der Geschäftsleitung des Familienun- ternehmens: „Aus unserer Sicht ist die Vorstellung, in Asien zu niedrigen Löhnen und Grundstückspreisen nach hiesigen Qualitätsstandards günstig produzieren zu können, eine Mär.“ Das stellen nun auch Firmen fest, die bereits im Ausland produzieren: Seit einigen Monaten steigt die Zahl der Unternehmen, die Kapazitäten aus Billiglohnländern in die Heimat zurückverlagern.
Der US-Werkzeug- maschinenhersteller Haas hat nach zwei Jahren den Versuch, in China Maschinen zu bauen, beendet und die Produktion nach Kalifornien zu- rückverlagert.
Begründung von Haas Europa-Chef Peter Zierhut: „Zu teu- er.“ Auch Kettensägenhersteller Stihl hat Kapazitäten aus Brasilien ins hei- mische Waiblingen zurückgeholt.
Die Verlagerungen ins Ausland sind auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken.
Während zwischen 2004 und 2006 16 Prozent der In- dustriebetriebe Teile ihrer Produk- tion verlegten, zogen zwischen 2007 und 2009 nur noch neun Prozent ins Ausland.
Mittlerweile kommt auf einen Verlagerer ein Rückkehrer.
Hauptmotiv für die Rückkehr oder der Verbleib in der Heimat ist die Qualität.
Denn Qualitätsmängel und lange Lieferzeiten passen nicht zum Premiumanspruch.
Doch es hat nicht allein mit der Qualität zu tun, dass die Unterneh- men die so genannten Hochlohn- länder wie Deutschland und USA wieder entdeckt haben: Während die Lohnsteigerungen sich hier auf nied- rigem Niveau bewegen und real das Einkommen teilweise sinkt, folgen die Kosten in den Wachstumsländern den Umsatzzahlen.
Das führt zu bemerkenswerten Ent- wicklungen: So haben indische Call- Center-Betreiber angekündigt, Teile ihrer Betriebe in die USA zu verlagern und tausende Jobs zu schaffen.
Denn aufgrund der Probleme auf dem US- Arbeitsmarkt sind die Löhne dort in- zwischen auf indischem Stand.
Sresh Vaswani, Chef der indischen IT-Firma Wipro (3.500 Mitarbeiter) kündigte an, dass in zwei Jahren mehr als die Hälfte der Mitarbeiter nicht mehr in Indien arbeiten würde.
Nach Deutschland werden diese Firmen aber vermutlich dennoch nicht kommen.
Da müssten sie den umgerechneten Hartz IV Stunden- lohnsatz von 7,21 Euro deutlich über- bieten, um Arbeitslose anzulocken – das ist in Indien oder China aber immer noch Ingenieursniveau.
Hajo Stotz, Chefredakteur Go West /Kennziffer