Das Publikum schaut immer ganz genau hin, wenn der Münchener Oberbürgermeister auf der Welt größtem Oktoberfest anzapft.
Angetan mit Brau- erschürze, schaffte es Christian Ude dieses Jahr - zum 200sten Jubiläumsfest -, den Hahn mit zwei Schlägen ins Fass zu treiben, ohne nennenswert von dem kostbaren Nass zu versabbern.
Während auf der Wiesn die Gaudi um das Anzapfen gewollt ist, wird beim Thema e-Mobility fieberhaft daran gearbeitet, denselben Vorgang, also das Aufladen der Fahr- zeuge, zukünftig so unauffällig, einfach und sicher wie möglich zu machen.
Denn e-Mobility wird sich, auch wenn die deut- schen Autohersteller die Materie nur zögernd angehen, zum maßgeblichen Faktor beim Thema Mobilisierung entwickeln.
Die Automobilhersteller werden weltweit durch die CO2-Reduzierungspläne der Regierungen gezwungen, ihren Flottenver- brauch drastisch zu senken.
Modellrechnungen zeigen, dass das für 2020 angepeilte EU-Ziel von 95 g/km CO2 nur durch eine weitgehende Elektrifi- zierung der Flotten erreicht werden kann.
Darüber hinaus werden fossile Brennstoffe zunehmend knapper und damit teurer, und ihre Förderung für Natur und Umwelt immer riskanter.
Den stärksten Drive wird e-Mobility aber durch die Finanzmärkte erhalten: die gewinnorientierten Kräfte setzen mittel- und langfristig auf zukunftsorientierte Unternehmen und Technologien und weniger auf Unternehmen der „Last-Man-Standing“-Sorte.
Zentrale Rolle spielen Zulieferer Weltweit werden daher Milliarden in die Forschung für Elektrofahrzeuge investiert.
Doch Marktvolu- men und -entwicklung sind schwer einschätzbar, denn noch existiert kein nennenswerter Markt für Elektrofahrzeuge.
Die deutsche Bundesregierung prognostiziert bis zum Jahre 2020 ein Wachstum an Elektroautos von über einer Million Fahrzeuge alleine in Deutschland, plant bisher aber keine spezielle Förderung wie die Abwrackprämie bei Ver- brennungsmotoren.
Viele Länder, darunter Frank- reich, Großbritannien, USA und China, fördern den Kauf eines E-Autos mit bis zu 7.500 Euro.
Weiteren Auftrieb wird der Elektroantrieb aus den großen Ballungszentren erhalten, wo die Innenstädte durch die Errichtung von Null-Emissions-Zonen ihre Luftschadstoffe zu verringern suchen.
www.scope-online.de Oktober 2010 16 Elektrotechnik + Elektronik Titelthema hh Dem Markt für e-Mobility werden teilweise gewaltige Wachstumschancen vorausgesagt.
Während die deutschen Auto-Hersteller abwartend agieren, bringt sich die Zulieferindustrie in Position.
SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz zeigt Beispiele und gibt einen Einblick in das Trendthema.
O´zapft is Kabel zum Sprechen zu bringen, wie es Siegbert Lapp ausdrückt, ist nur eine der vielen Aufgaben, die sich die Lapp Gruppe zum Ziel gesetzt hat.
Sie gehört zu den bedeutendsten Herstellern und Zulieferern von hochflexiblen Kabeln, Leitungen und Kabelzubehör sowie Industriesteckverbindern und Kabel- konfektionen.
Weltweit bekannt sind die Marken Ölflex Anschluss- und Steuerleitungen, Unitronic Datenleitungen und Etherline Datenübertragungssysteme für Ethernet-Technologie, um nur drei zu nennen.
Im Geschäftsjahr 2008/2009 beschäftigte die Gruppe 2600 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 508 Millionen Euro.