Coscom.
„Werkzeugverwaltungssysteme werden ja häufig als Katalog für ein CAM-System missbraucht.
Engel legte dagegen starken Wert darauf, den Ge- samtprozess zu betrachten.“ Weltweite Einheitlichkeit Und Erwin Aberl fügt an: „Das wichtigste an der Lö- sung ist, dass wir wirklich weltweit in allen Werken das System einsetzen, und in allen Werken auch eine strategische Ausrichtung des Maschinenparks ha- ben.“ Garant dafür ist Werkzeugkoordinator Ludwig Kastner.
Er stellt sicher, dass in den Werken weltweit immer die für den jeweiligen Zweck wirtschaftlichs- ten Werkzeuge eingesetzt werden.
Die globale Werk- zeugbeschaffung läuft ausschließlich über ihn.
So wird in jedem Engel-Werk mit dem gleichen Werkzeug am gleichen Produkt gearbeitet.
„Gleiche Maschine, gleiche Werkzeuge, gleiche Technologie – das geht durchgängig bis zum Zoller Messgerät“, erklärt Be- reichsleiter Aberl.
„In allen Werken setzen wir auch ein einheitliches Messprogramm ein.“ So hat auch das chinesische Werk keinen eigenen Programmierer mehr, sondern es erhält alle Ferti- gungsprogramme aus Österreich.
Die Produktion in China bekommt über Coscom alle wichtgen Informa- tionen zu den notwendigen Werkzeugen und kann sie sich entweder selbst beschaffen oder dann über Österreich bestellen.
„Damit stellen wir sicher, für gleiche Teile weltweit gleiche Technologien zu verwenden“, so Erwin Aberl.
„Prototypen werden grundsätzlich in Österreich ge- fertigt, und das wird dann von den anderen Werken übernommen.
Dazu haben wir auch seit kurzem ein einheitliches Programmiersystem in allen Werken und programmieren auch wirklich einheitlich.
Das sind Dinge, die jetzt im Zentralbereich angesiedelt sind, und diese Prozesse werde ich weiter vorantreiben.“ Doch bereits heute lassen sich die Ergebnisse seiner Optimierungsbestrebungen sehen: Die Werkzeugviel- falt wurde um ein Vielfaches reduziert.
4.500, also fast 30 Prozent der 17.500 Werkzeugdaten, wurden bis heute gelöscht, die entsprechenden Werkzeuge verschrottet.
Von 23.000 Werkzeugstücklisten konn- ten ebenfalls fast 3.000 gelöscht werden.
„Das waren Werkzeuge, die wurden irgendwann in einem der Werke mal beschafft“, erläutert Werkzeugkoordinator Kastner.
„Mit Hilfe des Tool Director konnten wir fest- stellen, welche Werkzeuge in welchem Werk für welche Maschine eingesetzt sind, wie oft das Werkzeug einge- setzt wird – das sind Dinge, die hat man vorher nicht gesehen.
Kein Werk wusste, was die anderen Werke für Werkzeuge hatten.
Jeder hat dann im Bedarfsfall das Rad eben noch mal neu erfunden.“ Heute greift der Programmierer auf den Werkzeug- katalog in Coscom zu und sieht, welches Werkzeug er einsetzen kann.
Organisationsleiter Friedl: „Er muss nicht überlegen, ob er das Werkzeug hat oder nicht.
Das ist eine erhebliche Zeiteinsparung für ihn.“ Jedes Werk kann nach wie vor neue Werkzeuge bestellen – aber erst nach einer Betrachtung des Ge- samtprozesses.
Dazu gibt es bei Engel ein Formular, auf dem die Optimierung des Prozesses belegt werden muss.
Ludwig Kastner: „Wenn wir sehen, dass uns das einen Vorteil bringt, wird das ins System aufge- nommen.“ Dabei spielen die Werkzeugkosten und die Maschinenstunden eine Rolle – ausschlaggebend sind aber die Gesamtprozess-Kosten, etwa durch höhere Standzeiten.
„Alle Faktoren, die man für eine www.scope-online.de Oktober 2009 18 Produktionstechnik + Werkzeugmaschinen Titelthema hh Bernhard Friedl, Organisation Pro- duktionslogistik Engel: „Da wurde vieles doppelt und dreifach gemacht.
Das wollten wir ändern.“ Verständlich geschriebene Texte gute Prinzipskizzen, ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis sowie ständige Aktualität durch regelmäßige Neuauflagen tragen zum Erfolg des CNC- Handbuchs bei.
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Hans B.
Kief Helmut A.
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