www.scope-online.de Oktober 2009 17 grösse Eins.
Zwar produzieren wir viele Standardkom- ponenten, aber praktisch hat jede Maschine kunden- individuelle Ausprägungen.
Die Regel sind bei uns Klein- und Kleinstserien.
Fünf Stück sind schon fast eine Serie.“ Und Bernhard Friedl, Leiter Organisation Produk- tionslogistik, ergänzt: „Es ist ein Merkmal von Engel, dass wir sehr individuell auf die Kundenwünsche eingehen.
Das hat natürlich Auswirkungen auf die gesamten Betriebsmittel.“ Vor allem bei der Anzahl der Werkzeuge machen sich die kundenindividuelle Produktion sowie die hohe Fertigungstiefe bemerk- bar.
„Es gibt nicht mehr viele Maschinenbauer“, so Aberl, „die eine vergleichbare Fertigungstiefe haben.
Wir machen vom Blechteil und der Wärmebehandlung angefangen fast alles im Haus.“ Die gesamte Fer- tigung wurde nach der Hochwasserkatastrophe im August 2002, die den Betrieb lahm legte, komplett reorganisiert und neu aufgestellt.
Zudem wurde von der Geschäftsführung beschlossen, in allen Werken eine einheitliche, zentral gesteuerte Organisation einzuführen.
„Das war damals eine tiefgreifende, stra- tegische Entscheidung“, so Erwin Aberl rückblickend.
„In einem Familienbetrieb, der extrem schnell expan- diert hat, hechelt die Organisation oft mit heraushän- gender Zunge hinterher.
Doch mittlerweile haben wir erhebliche Fortschritte gemacht und viele Prozesse zentralisiert und neu organisiert.“ Eines der Resul- tate dieser Reorganisation ist Aberls Job selbst: Seine Aufgabe ist es, darauf zu achten dass bei Maschinen-, Werkzeug- und Betriebsmittel-Investitionen weltweit eine durchgängige Linie eingehalten wird.
Neben der einheitlichen Organisationsform sind dabei vor allem auch die unterstützenden IT-Systeme von zentraler Bedeutung: Auf betriebswirtschaft- licher und fertigungsorganisatorischer Seite setzt Engel weltweit SAP ein, im Fertigungsbereich eine eigenentwickelte BDE-Lösung zudem wurde bis 2002 ein eigenes Werkzeugverwaltungssystem genutzt.
Das war jedoch an den Grenzen seiner Ausbaufähigkeit angekommen, und „da traf es sich eigentlich ganz gut, dass das mit dem Hochwasser 2002 hardwaresei- tig dann untergegangen ist“, wie sich Organisations- leiter Friedl erinnert.
„Dann haben wir uns die Frage gestellt, wie das global aussehen könnte, wenn wir eine einheitliche Werkzeugverwaltung einsetzen.“ Durch das Wachstum des Unternehmens und die selbständige Organisation der einzelnen Werke war der Werkzeugbestand sehr stark gewachsen: 17.500 Werkzeuge wurden zu Beginn des Projektes gezählt.
Friedl: „Da wurde vieles doppelt und dreifach ge- macht.
Das wollten wir ändern.“ 2003 wurde eine umfangreiche Auswahl von Werkzeugverwaltungs- systemen mit mehreren Workshops gemacht.
„Als Ergebnis fiel die Entscheidung für den Tool Director von Coscom“, so Erwin Aberl.
„Und damit auch für zentrale Dienste, zentrale Organisation und ein zen- trales Management.“ 2005 wurde der Tool Director eingeführt.
Die Lösung von Coscom ist eine herstellerneutrale Werkzeugverwaltung, bei der der Organisationsnut- zen im Vordergrund steht.
„Damit ist eine effiziente Werkzeug- und Betriebsmittelorganisation gewähr- leistet“, erläutert Michael Platzner, Geschäftsführer h Kundenindividuelle Produktion und hohe Fertigungstiefe machen sich in der Anzahl der Werkzeuge bemerkbar.
Dank eines Werkzeugverwaltungssys- tems konnte Maschinenbauger Engel seine Werkzeugvielfalt weltweit redu- zieren.
Erwin Aberl, Bereichsleiter Zentrale Dienste Engel: „Das Wichtigste an der Lösung ist, dass wir wirklich weltweit in allen Werken das Sys- tem einsetzen.“