SCOPE: Herr Dr.
Bönsch, Herr Heinz - im März 2012 hat Komet den Hersteller von Überwachungs- und Regelungssystemen Brinkhaus übernommen.
Was hat ein Werkzeughersteller mit dem Thema Prozessüberwachung zu tun? Bönsch: Das ist ganz einfach.
In unserer Technologiestrategie haben wir uns entschieden, nicht den Weg vieler Wettbewerber zu gehen.
Oft sind dort überlappende Portfolios durch Zukäufe entstanden und haben zu einem unscharfen Profil geführt.
Wir sind der Überzeugung, dass das nicht der richtige Weg ist, und haben uns entschlossen in unsere Kerntechnologien zu investieren.
Deshalb haben wir bereits vor längerem Rhobest, ein Unternehmen zur Diamantbeschichtung, in unsere Unter- nehmensgruppe aufgenommen.
Und wir schauen: Was ist denn bei den Kunden in direkter Prozessnachbarschaft zu unseren Werkzeugen? Bei Hochleistungsanwendungen ist es eben so, dass ein Werkzeug in der WZM ständig überwacht wird.
Die Brinkhaus-Technologie ist insofern einzigartig, da sie einfach die Spindelleistung als Messgröße und die Auswertung zur Re- gelung nutzt.
Die Lösung lässt sich vollständig in die Maschi- nensteuerung integrieren.
SCOPE: Aber das machen doch andere auch? Bönsch: Die Produkte von Komet-Brinkhaus arbeiten aber in Echtzeit.
Das Unternehmen hat deshalb unserer Meinung nach erhebliches Potenzial im Markt und ist ein ganz wichtiges Argument, um un- sere Systemkompetenz beim Kunden zu unterstreichen.
SCOPE: Werden die Produkte von Komet-Brinkhaus nur noch in Verbindung mit Ko- met-Werkzeugen angeboten? Heinz: Nein, Brinkhaus wird weiterhin als werkzeugunabhän- gige Lösung angeboten.
Es sind auch Anwendungen zukünftig denkbar, etwa im Zusammenhang mit unseren mechatronischen Werkzeugen, wo wir zusammen werkzeugspezifisch entwickeln.
Aber grundsätzlich werden wir das Tool-Scope-System natürlich für alle Werkzeuge offen halten.
SCOPE: Ein Problem bei der Werkzeugüberwachung über die Spindelleistung waren bisher immer die kleinen Durchmesser.
Haben Sie das gelöst? Bönsch: Ja, wir haben hier etliche Tests gemacht, das funkti- oniert auch mit kleineren Durchmessern.
Komet hat ja auch Mikrotools im Programm, damit geht das auch.
Aber Sie haben Recht, das Konzept stößt bei sehr kleinen Durchmessern an Grenzen.
Wie gesagt, derzeit ist das Tool-Scope-System noch sensorlos.
Aber für sehr kleine Durchmesser werden wir wohl zukünftig auch Sensoren verwenden.
SCOPE: Was gibt es von Komet neben dem Thema Brinkhaus auf der AMB Neues zu sehen? Bönsch: Etliches.
Zum Beispiel High-Performance Finishing, das ist eine Art Schruppreiben in einem Werkzeug.
Dann Blueflex, ein Feinspindelgerät zur Feineinstellung basierend auf Bluetooth-Technologie.
Und neben dem Thema Werkzeug- www.scope-online.de Juli 2012 10 Wortwechsel hh Nicht nur Werkzeughersteller sein - Mit ihrer Ideen Fabrik + und den jüngsten Übernahmen beweist die Komet Group Weitblick wie kaum ein anderes Unternehmen der Branche.
SCOPE-Chef- redakteur Hajo Stotz sprach mit Dr.
Christof Bönsch und Matthias Heinz, den beiden Geschäftsführern, über die Gründe für die Übernahme von Brinkhaus - einem Spezialisten für Prozessüberwachung.
„Leistung als Messgröße“ Raum für Ideen Während unten Metallspäne fliegen, werden oben Ideen ausgetauscht.
Die Ideen Fabrik + spiegelt den Wandel der Komet Group vom Werkzeughersteller zum kreativen Experten für Lösungen rund um das Boh- ren, Reiben, Gewinden und bei mechatronischen Werkzeugen wider.
Der zentrale Gedanke ist, den Kunden und Mitarbeitern Freiräume für kreatives Arbeiten und Lernen zu bieten.
Auf insgesamt 2.500 Quadrat- metern hat das Unternehmen ein modernes, mehrgeschossiges Fabrikumfeld geschaffen, ganz bewusst oberhalb eines Fertigungsbetriebs.
Teil des Konzeptes Ideenfabrik ist das jährlich stattfindende Ideen Forum +, das Impulsvorträge, erkenntnisreiche Fachreferate und Raum für Dialog und Austausch bietet.
Dr.
Christof Bönsch