www.scope-online.de Erst durch den Bezug zum Produkt – abgeleitet vom Auftrag, der via BDE / MDE gemeldet wird, und so- mit quasi als Abfallprodukt – können Fragen zum direkten Energieverbrauch beantwortet werden.
In einem reinen Energiemanagementsystem fehlt dieser Bezug, insbesondere in der Genauigkeit eines MES-Systems.“ Viele Funktionen des MES-Systems tragen schon indirekt dazu bei, die Energiekosten zu senken.
Bei- spielsweise wird mit einer optimierten Feinplanung Energie in der Produktion gespart.
Die Maschinen laufen nicht unnötig auf Standby und Stromver- brauch ohne Produktivität wird verhindert.
Ebenso kann die Produktion auf die Nutzung günstiger En- ergiekontingente abgestimmt werden, Mehrkosten durch Schwellenüberschreitungen werden vermie- den.
Eine Reduzierung des Ausschusses verringert den energieverbrauch durch weniger Nachbearbei- tung.
Auch die Verkürzung der Liege- und Durch- laufzeiten trägt zur Energieeinsparung bei: die allgemeinen Kosten sinken, wie beispielsweise für Heizung und Beleuchtung.
Durch das integrierte Energiemanagementsys- tem kann das MES die Energiedaten mit anderen Produktionsdaten verknüpfen.
Dadurch können Zusammenhänge zwischen der Produktion und dem Energiebedarf hergestellt werden, wie Eckard Eberle, CEO Industrial Automation Systems bei Siemens, erläutert: „Die direkte Integration des Energie- managements in ein Produktionssystem erlaubt es, in bestimmten Fällen sofort einzugreifen, zum Beispiel bei Ausfällen oder Maschinendefekten im Prinzip also immer dann, wenn zuvor festgelegte Grenzwerte überschritten wurden (so genannte En- ergiegrenzwert-Überwachung).
Simatic IT kann an- hand der Produktionskalender Alarmierungen über SMS oder E-Mail auslösen.
Linienpersonal kann den 24-Stunden-Durchschnittsverbrauch für elektrische Energie beobachten, für Dampf oder Prozesswärme, CO2 und Wasser einen bestimmten Bereich oder Zeitraum betrachten – und das alles wird im Sekun- dentakt aktualisiert.
Linienmanager haben Zugriff auf “Online”-Analysen“.
Die Energiedaten werden im Kontext mit MES-Produktionsdaten dargestellt und sie können für einen bestimmten Zeitraum in Bezug gesetzt werden, etwa zu einem Anlagenteil oder einem produzierten Gut.“ Die Voraussetzungen, die für den erfolgreichen Einsatz eines EMS an den Maschinen, Anlagen und Gebäuden geschaffen werden müssen, hängen dabei stark von den Prozessen und Energieflüssen des An- wenders ab.
Je mehr Informationsquellen vernetzt und ausgewertet werden, desto genauere Aussagen und Bewertungen kann das MES/EMS treffen.
Eckard Eberle: „Diese Energiedaten können über separate Sensorik erfasst werden oder aber aus be- reits vorhandenen Komponenten der Feldebene ent- nommen werden.
So bieten Geräte wie Frequenzum- richter, Motorstarter oder Leistungsschalter bereits Energiedaten an, die sich über vorhandene Bussys- teme, die für die eigentliche Automatisierungsauf- gabe bereits als Vernetzung vorhanden sind, nutzen lassen.
Das senkt die Investitionskosten deutlich, da die vorhandene Automatisierungsstruktur weiter für das Energiemanagement genutzt werden kann.“ Wahre Daten Kai Weber, Geschäftsführer des Produktions- und Ma- nagementsystemherstellers Werusys, gibt aber dabei zu bedenken: „Worauf die Unternehmen in jedem Falle achten müssen, ist die Verifizierung bzw.
Validierung der gemessenen Daten.
Da es sich um Management- daten mit großer Außenwirkung handelt, muss deren Korrektheit sichergestellt werden.
Dazu sollten die Daten entweder anhand qualifizierter Messtechnik und validierter Prozesse oder durch redundante Erfas- sung der Versorgerdaten verifiziert werden.“ Ein weiterer Punkt kommt von Dr.
Jürgen Kletti, MPDV: „Bei energieintensiven Unternehmen sind Juli 2012 14 Special MES Titelthema hh Eckard Eberle, CEO Industrial Automation Systems, Siemens: „Der Vorteil eines Energiema- nagementsystems integriert in ein MES ist, dass die Ener- giedaten mit anderen Produk- tionsdaten verknüpft werden können.
Dadurch können Zusammenhänge zwischen der Produktion und dem Energiebe- darf hergestellt werden.“ Kai Weber, Gründer und Geschäftsführer von Werusys Insti- tut für angewandte Systemanalytik und Industrieinfor- matik: „Besondere Aufmerksamkeit wird auf den Bereich des Energiemonito- ring gelegt, also auf die Überwachung und Messung der Energieaspekte sowie auf die Unter- stützung des PDCA- Zyklus.“