www.scope-online.de „Mehrere Hundertausend Euro pro Jahr“, antwortet Herbert Mühl auf die Frage nach den Einsparungs- potenzialen durch das eingesetzte Energiemanage- mentsystem (EMS).
Der Ingenieur ist bei Bayer Material Science in der Makrolon-Produktion tätig und für das MES-System von Werusys zuständig.
Und ab nächstem Jahr dürfte die Softwarelösung helfen, noch etliche Euro mehr einzusparen.
Denn dann ergeben sich durch den Einsatz eines Energie- managementsystems steuerliche Vorteile und Erstat- tungsmöglichkeiten.
Nicht nur für Bayer, sondern die gesamte verar- beitende Industrie werden die Energiekosten immer stärker zu einem entscheidenden Kosten- und Wett- bewerbsfaktor.
So stellt die Energie bei Stahlherstel- lern oder der Schwerindustrie inzwischen mit über 50 Prozent bereits den größten Kostenblock dar.
Und auch bei den meisten Fertigungsbetrieben, so das Ergebnis einer Umfrage der IHK, bilden die Ener- giekosten - nach den Personalkosten - bereits oft die größte finanzielle Belastung.
So haben sich etwa die Strompreise für die Industrie seit 2000 mehr als ver- doppelt.
Und zukünftig müssen Produktionsbetriebe mit zusätzlichen Kostensteigerungen rechnen.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (eeG) verlangt nämlich von den Netzbetreibern, bevorzugt teureren Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz einzuspeisen.
Um den Stromlieferanten eine Kompensationsmöglich- keit zu schaffen, wurde die eeG-Umlage eingeführt, auf deren Basis sie die Kosten bis zum Verbraucher weitergeben können.
Bislang gibt es hierbei Vergüns- tigungen für die produzierende Industrie.
Wie sich bei der Recherche für diesen Artikel er- geben hat, ist bisher manchem Unternehmen und auch MES-Anbieter aber nicht bekannt, dass diese Förderungen ab 2013 an die Existenz eines Energie- managementsystems nach ISO 50001 gebunden sind, ebenso wie die Steuervergünstigungen gemäß Ener- giesteuergesetz.
Die Unternehmen sollen dadurch verpflichtet werden, aktiv Energie einzusparen.
Juli 2012 12 Special MES Titelthema hh Der Energieverbrauch entwickelt sich immer stärker zu einem Wettbewerbsfaktor für produzierende Unternehmen: Seit dem Jahr 2000 haben sich die Strompreise mehr als verdoppelt.
Um Steuervergünstigungen zu erhalten, müssen Betriebe ab 2013 zudem für Energiekosten geeignete MES- oder Energiemanagementsysteme einsetzen, wie Chefredakteur Hajo Stotz beschreibt.
MES: Massiv EnergieEnergie Massiv sparen sparen Kompendium für Sparfüchse Mit der kompendiarischen Darstellung des Themas Energieeffizienz und Energiemanage- ment wollen die Autoren Franz Wosnitza und Hans Gerd Hilgersin ihrem Buch „Energieef- fizienz und Energiemanagement“ Neugier wecken, zeitgemäße Energie sparende Maßnah- men ohne Einbußen umzusetzen.
Dies betrifft die gesamte Wertschöpfungskette von der dezentralen Energieumwandlung bis zum Energiekonsum durch die Endkunden.
Das Buch ist als interdisziplinäres Fachbuch angelegt, dessen Lektüre ein ingenieurgemäßes Ver- ständnis der vorgestellten Technologien voraussetzt.
Darüber hinaus möchte es aber auch ökonomische, sozialethische, umweltpolitische und ökologische Trends aufzeigen.
2012, XVIII/548 S., 381 farb.
Abb., ISBN: 978-3-8348-1941-3, Preis 49,95 Euro