Die Größe eines kleinen Einfamilienhauses mit mehreren Tonnen Gewicht können die Transformatoren der Wilson Transformer Company mit Sitz im australischen Glen Waverly bei Melbour- ne einnehmen.
Seit 1993 stellt das Unternehmen industrielle Leistungs- und Verteilungstransformatoren vorwiegend zur Energieversorgung von Industriebetrieben, Städten und Ge- meinden her.
Vor ihrer Auslieferung an Kunden in aller Welt durchlaufen die Umspannwerke ein mehrstufiges Testverfahren: Unter Spannung und bei wechselnden Belastungen müssen die Trafos nachweisen, dass sie ihre Aufgabe im Alltagsbetrieb sicher und zuverlässig erfüllen.
Zum Produktsortiment gehören sowohl kleine kompakte als auch sehr große Transformatoren.
Daher müssen Prüfeinrichtungen und räumliche Gegebenheiten entsprechende Anforderungen erfüllen.
Weil dabei Spannungen von bis zu 22 Kilovolt im Spiel sind, Blitzschläge simuliert wer- den und die Transformatoren mitunter entzündliche Gase oder brennbare Flüssigkeiten zur Kühlung nutzen, sind geeignete und wirksame Maßnahmen zur Reduzierung des Gefährdungsri- sikos für das Testpersonal erforderlich.
Ein intelligentes, auf die unterschiedlichen Transformatoren zugeschnittenes flexibles Sicherheitskonzept ist somit gefragt.
Gemeinsam mit Pilz Australien entwickelte man ein Prüf- und Sicherheitskonzept, das im Kern auf flexiblen, miteinander verknüpfbaren Prüf- und Sicherheitszonen sowie auf dem Auto- matisierungssystem PSS 4000 beruht.
Diese integrierte Lö- sung für Steuerungs- und Sicherheitsaufgaben eignet sich für komplexe Anlagen, ist jederzeit modular erwei- terbar und ohne komplizierte Installations- und Handha- bungsprozesse integrierbar.
Weil die Testgeräte im Prüf- labor extrem empfindlich auf Lärm reagieren, realisierte man die Anbindung über Glasfaser- kabel und das Echtzeit-Ethernet Safetynet P.
Primär hatte das Sicherheitskonzept zum Ziel, das Testperso- nal und andere im Umfeld befindliche Personen zuverlässig vor Stromschlägen zu schützen.
„Wir mussten im Rahmen unserer Gefährdungsanalyse aber auch den extrem seltenen Fall mit einbeziehen, dass ein Transformator beim ersten Anfahren explodieren und somit eine Gefahr durch umher fliegende Teile entstehen könnte“, sagt Adam Hallinan, Technical Manager bei Pilz Australien.
Tor und Tür geschlossen In einem ersten Schritt untergliederte man das Testzentrum in sichere Kontrollräume und flexibel handhabbare Testzonen: Die zu testenden Transformatoren werden durch zwei elektrische Rolltore hindurch in das Testcenter gefahren.
Dort wachen co- dierte Sicherheitsschalter namens Psencode über den Zustand der Rolltore und sichern den Bereich während der Testphase vor unbefugten Zutritten.
Diese Sicherheitsschalter kommen bevorzugt dort zum Einsatz, wo neben der Sicherheit auch hoher Manipulationsschutz erforderlich ist.
Sie vereinen Auswertung und Diagnose mit eingebautem Manipulations- und Umge- hungsschutz in kleiner Bauform.
Aufgrund der integrierten www.scope-online.de Juli 2012 38 Elektrotechnik + Elektronik hh Gefährlich wird es beim Testen von Transformatoren: Künstlich erzeugte Blitze mit einer Spannung von bis zu 1,5 Megavolt gehen nieder.
Hier sollte der Mensch gebührenden Abstand halten.
Wie sich ein Höchstmaß an Sicherheit realisieren lässt, zeigt der australische Transformatorenhersteller Wilson.
Er hat in sein Testcenter eine Lösung aus dem Hause Pilz integriert – bestehend aus einem Automatisierungssystem und intelligenten Sicherheitsschaltern.
Blitz in Down UnderUnder Down Erweiterungen geplant Mit einem Rekordumsatz von 214,3 Millionen Euro beendete die Unternehmensgruppe Pilz mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart das Geschäftsjahr 2011.
Insgesamt erwirtschaftete der Komplettanbieter für Sicherheits- und Standardautomatisierung im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 27 Prozent.
Das Au- tomatisierungsunternehmen expandiert weiter und hat umfangreiche Erweiterungen geplant.
Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern stieg weltweit um 6,6 Prozent auf 1.500 Mitarbeiter.
Im Bereich For- schung und Entwicklung blieb der Anteil der Mitarbeiter mit 30 Prozent stabil, das Entwicklungsbudget lag bei 31,6 Prozent des Gesamtbudgets.
In das laufende Geschäftsjahr 2012 ist das Unternehmen gut gestartet.
Es rechnet 2012 mit einem Umsatzwachstum von zehn Prozent.