www.scope-online.de Juli 2011 12 Wortwechsel hh Weiter auf Wachstumskurs befindet sich die Komet Group.
Das liegt zum einen an der kundennahen Entwicklung innovativer Werkzeuge, aber im Besonderen auch in der Beratung des Kunden, wie diese Werkzeuge am besten einzu- setzen sind.
Anschaulich schildert Dr.
Christof Bönsch, Geschäftsführer der Gruppe, diese Problematik SCOPE-Chef- redakteur Hajo Stotz.
„Es gibt nichts nichts Gutes“Gutes“ SCOPE: Herr Bönsch, moderne Werkzeuge und Schneidstoffe, wie CBN, beschichtete Hartmetalle, PKD, Feinstkornhartmetalle und Cermets sind Jahrzehnte alte Erfindungen.
Täuscht der Ein- druck, dass seither bei den Präzisionswerkzeugen keine großen Innovationsfortschritte mehr erzielt wurden? Bönsch: Innovationen gibt es im Werkzeugbereich genug – es werden ständig neue Schneidstoffe entwickelt, die versprechen, die Wirtschaftlichkeit der spanenden Prozesse zu erhöhen.
Doch das Problem ist ein anderes.
Es ist nicht die Erfindung besserer Werkzeuge, die uns behindert.
Vielmehr sind in der Nutzung und Umsetzung der Erfindungen noch deutliche Potenziale verbor- gen.
Denn nur einsatzfähige Werkzeuge nutzen den Anwendern wirklich etwas.
Einsatzfähige Werkzeuge sind das eigentliche Innovationskriterium.
SCOPE: Das heißt, es mangelt nicht an innovativen Werkzeugen, sondern daran, dass der Anwender sie richtig einsetzt? Bönsch: So ist es.
Die positiven Eigenschaften von Zerspa- nungswerkstoffen wie Hartmetall, Diamant oder CBN hätten mit Sicherheit das Potenzial einen ähnlichen Verdrängungseffekt zu erzeugen, wie wir ihn etwa bei der Entwicklung vom analogen Bildröhrengerät zum digitalen LCD-Fernseher innerhalb weni- ger Jahre gesehen haben.
Tatsache ist jedoch, dass der Weltverbrauch von klassischem Werkzeugstahl immer noch bei etwa 14 Prozent liegt.
Dieser Anteil ist stabil, hat also ähn- liche Wachstumsraten wie die modernen Werkstoffe.
Nun gibt es sicherlich Anwendungen, in denen Werkzeugstahl immer noch eine gewisse Berechtigung hat.
Doch die Anteile der Zer- spanungswerkstoffe reflektieren in keiner Weise die Anteile der Zerspanungsaufgaben.
Und schwer vorstellbar ist zum Beispiel auch, dass die dynamische Entwicklung bei Aluminiumwerk- stoffen nur einem Marktvolumen von etwa fünf Prozent bei den Zerspanungswerkstoffen entspricht.
SCOPE: Doch trotz dieser Vorteile ist aber ein signifikantes Umsetzungsdefizit in der Praxis unübersehbar.
Worin sehen Sie denn die Ursache? Bönsch: Dafür sind meiner Meinung nach vor allem drei Gründe ausschlaggebend.
Ein Grund liegt darin, dass die Zerspanungs- technologie zunehmend komplexer und unübersichtlicher wird.
Die Anbieter von Präzisionswerkzeugen decken auch Anwendungsnischen mit hoch spezialisierten Lösungen ab.
Bei- spielsweise können Sie bei Komet für Ihre Bohrbearbeitung aus über 500 lagergeführten, verschiedenen Wendeschneidplatten auswählen.
Darüber hinaus haben wir noch zahlreiche kunden- spezifische Sonderplatten für extreme Anwendungen.
Dadurch Werkzeuge mit Karat Die Komet Group hat im Juni 2011 die Rhobest GmbH mit Sitz in Innsbruck übernommen.
Rhobest ist ein forschungsorientiertes Unternehmen, dessen Kernkompetenz in der Nano-Diamantbeschichtung liegt.
Mit der Übernahme weitet das Unternehmen sein Know-How im Bereich der Beschichtung aus und wird nach eigenen Angaben zukünftig hochwertige kundenspezifische Schichten für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, im Formenbau und im Energiesektor auf den Markt bringen.
Das von Rhobest patentierte Verfahren ermöglicht erstmals, ultrafeine Diamantschichten höchster Qualität und Reinheit auch auf große und komplex geformte Flächen anzubringen.
Dieses Verfahren setzt die Gruppe für die Diamantbe- schichtung von Werkzeugen ein, die sich insbesondere für die Zerspanung von faserverstärkten Kunst- stoffen und Aluminiumlegierungen eignen.