Anfang der 1940er-Jahre befasste sich das amerikanische Un- ternehmen PEM mit dem Vorhaben, einen montagefreundlichen Einpressbefestiger zu entwickeln.
Er sollte in und an dünnen Blechen und Kunststoff-Flächenteilen ein belastbares Gewinde für Schraubverbindungen zur Verfügung stellen.
Das Vorhaben glückte.
Während der Wirtschaftswunderjahre führte die breite Akzeptanz dieser Verbindungstechnik dann zur effizienten Mas- senproduktion einfacher Einpressbefestiger.
Als schließlich im- mer mehr dünne (und leichte) Metallbleche eingesetzt wurden, stieg auch die Variantenvielfalt der Einpress-Elemente.
Die Technik beruht auf einer simplen Vorstellung: Ein Ein- pressbefestiger ist ein Bauteil mit oder ohne Gewinde, das in ei- nen fließfähigen Werkstoff eingepresst wird, ihn im Lochungs- bereich verdrängt und durch die Kaltverformung in einen Hin- terstich im Schaftbereich fließen lässt.
Eine Verzahnung oder spezielle Kopfform verhindert das Verdrehen des Befestigers, der eine Einheit mit dem Werkstück bildet.
Diese mechanisch-umformtechnische Verbindungstechnik findet heute in fast allen Industriezweigen Anwendung.
Die Luft- und Raumfahrtindustrie nutzt sie ebenso wie Maschi- nenbau, Telekommunikation und Apparatebau.
Auch in der Baugruppen-Fertigung von Elektronik und Fahrzeugtechnik ist sie zuhause.
Dabei kommen Einpressbefestiger meist dort zum Einsatz, wo hohe Ausdreh- und Anzugsmomente auf dünne Werkstoffe wirken, andere Befestigungsmethoden aber keine geeignete Lösung bieten.
Doch auch in dickeren Blechen, in denen sich Gewinde eindrehen ließen, können Einpressbefesti- ger wirtschaftlicher sein.
Grundsätzlich punktet diese Verbindungs- technik in vielerlei Hinsicht.
Es lassen sich damit belastbare Gewinde in Blechen ab 0,5 mm Dicke befestigen.
Die Gewindeträger ha- ben hohe Ausdreh- und Durchzugsmomente und können in einem parallelen Einpress- vorgang montiert werden.
Eine Nachbearbeitung der Bohrung – Ansenken, Entgraten etc.
– ist unnötig.
Die Rückseite des Blechs bleibt unbeschädigt es gibt auch keine Aufwölbungen.
Nachschneiden von Gewinden ist ebenfalls nicht erforderlich.
30.000 mit System Zu den führenden Protagonisten der Einpresstechnik zählt hier- zulande der Bereich Verbindungstechnik von KVT-Koenig.
Die Gruppe hat ihren Stammsitz im schweizerischen Dietikon und liefert Verbindungselemente für Automobilbau, Luft- und Raum- fahrt, Maschinen- und Anlagenbau, Elektronik, Energietechnik, Feinmechanik und Medizintechnik.
Summa summarum führt das Unternehmen mehr als 30.000 Katalogartikel im Sortiment.
Auf dem Gebiet der Einpresstechnik bietet es über die PEM-Ein- pressbefestiger hinaus Montageanlagen mit Zuführtechnik.
Das Unternehmen sieht sich als Systemanbieter, der verbindungs- technische Komplettlösungen liefert.
Das Anwendungsspektrum der Einpresstechnik ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen.
Viele neue Einpresslö- sungen wurden entwickelt.
Darunter etwa ein Grobgewinde- bolzen, der aufwändige Schraubarbeiten obsolet macht.
Clipse, Muttern und Schnellbefestiger aus Standardsortimenten lassen sich darauf aufstecken oder -drehen.
Anders als bei ISO-Ge- windebolzen können auf die PEM-Gewindebolzen nach dem Kennziffer Juni 2011 30 Verbindungstechnik hh Als überraschend vielseitige Verbindungsmethode erweist sich immer wieder die Einpresstechnik.
Sie ermöglicht die prozess- sichere Montage von Schrauben, Bolzen und Gewindestiften auf Dünnblechen und Polymerplatten.
In vielen Fällen entpuppt sich das Einpressen auch als gute Alternative zur Schweißtechnik.
SCOPE-Redakteur Michael Stöcker skizziert das Verfahren und beschreibt einige Einsatzbeispiele.
Von Bolzen, Stiften Von Bolzen, Stiften und „großen und „großen Köpfen“Köpfen“ In neuem Gewand präsentiert sich der Standort Deutschland von KVT Koenig seit der Hannover Messe.
Das Unternehmen firmiert nun als KVT Solutioneering Group und positioniert sich als international tätiger Spezialist für Verbindungs- und Dichtungsanwendungen mit 12 Standorten weltweit.
Ge- liefert werden nicht nur Standardprodukte und Einzelelemente, sondern man begleitet den Kunden aktiv bei der Lösungsfindung – insbesondere bei individuellen Anforderungen.
Er- gänzt wird dieses Angebot durch innovative Werkzeuge und Maschinen.