www.scope-online.de Juni 2011 17 aktiv: dazu gehören zwei Werke in Mühlacker (nahe Pforzheim), ein Montagewerk in der Slowakei sowie Profiltechnik Söll in Pausa.
In der Konstruktion arbeitet Bernecker bereits seit 2001 auf 3D-Basis mit der CAD/CAM-Lösung Visi, damals in der Version 9.
„Bis dahin hatten wir mit der Software Cadda in 2D konstruiert“, erinnert sich Konstruktionsleiter Maisenbacher.
Und eigentlich wurde dazu nur eine ergänzende Software gesucht, mit der Dateien einfach im- und exportiert werden konnten.
Bereits damals bot Visi Schnittstellen zu allen wichtigen Datenformaten wie Catia, UG, ProE, Step, SAT und unterstützt heute auch die neue Au- tomotive-Standard-Schnittstelle JT Open.
Schneller in 3D als in 2D Frank Hornung, Geschäftsführer des Softwarehauses Men at Work, überzeugte Thilo Maisenbacher jedoch von der Probeinstallation eines Visi-Arbeitsplatzes sowie einer einwöchigen Schulung mit dem Argu- ment, anschließend sofort in 3D arbeiten zu kön- nen.
„Ich war da zunächst skeptisch“, erinnert sich Maisenbacher, „und hab mir gedacht, wir machen da erst mal ein bisschen Datenimport.
Dann bemerkte ich aber schnell, dass das System sehr einfach zu be- dienen ist und habe wirklich nach relativ kurzer Zeit mein erstes Werkzeug in 3D komplett konstruiert.“ Nachdem die Übergabe der Daten an die Erodier- Prozesskette und auch zurück ebenfalls problemlos funktionierte, fiel bei Bernecker die Entscheidung für den Umstieg auf Visi.
Heute stehen in der Kons- truktion neun Arbeitsplätze, auf denen Visi in Version 18 installiert ist, die durch ein Simulationssystem von Stampack sowie eine alte Cadda-Anlage ergänzt werden.
„Die nutzen wir noch, wenn mal für ein altes Werkzeug noch eine Änderung kommt“, so der Konstruktionsleiter.
„Dann nehmen wir das komplett aus dem Cadda raus, übertragen es über eine DXF- Schnittstelle auf Visi und ziehen es in 3D neu hoch.
Denn eine Änderung im 2D macht für uns keinen Sinn mehr, da die Konstrukteure schneller sind, wenn sie das Werkzeug auf Basis der 2D-Geometrie einfach in Visi in der dritten Dimension bauen.“ Die 3D-Daten sind heute unverzichtbare Grundlage der durchgängigen Prozesskette bei Bernecker, die von der Simulation über die Konstruktion bis zu den NC-Programmen für die Fräs-, Dreh- und Erodierma- schinen reicht.
An Modulen setzt das Unternehmen dabei Visi Progress (3D-Konstruktion von Schnitt- und Stanzwerkzeugen) ein, dazu Visi Machining 3D (2 - 5- Achsen-Fräsen)und Peps (2- und 4-Achsen-Drahte- rodieren).
Einen wichtigen Schritt zur vollständigen Integration von Konstruktion und Fertigung stellte dabei die Implementierung der Visi Compass Tech- nologie dar.
Die Compass Technologie wertet die Features eines Werkstückes aus und erzeugt auto- matisch die notwendigen Bearbeitungsoperationen.
Momentan setzt Bernecker Visi Compass für die 2.5 D Fräsbearbeitung ein (Bohrungen und Taschen).
Weiter automatisiert wird die Programmierung in Zukunft bei Bernecker durch den Einsatz von Visi Peps und der damit verbundenen Implementierung der Draht- schneidprogrammierung im Compass -Modul.
Wie wichtig die Branchenorientierung eines Soft- wareherstellers und die damit verbundene Bündelung der Entwicklungskapazitäten ist zeigt, sich unter an- derem bei der Funktion „Zielorientierte Verformung“, h Die Bernecker Group ist spezialisiert auf die Konstruktion und Produktion von Stanz- und Ziehteilen.
(Bild: MaW) Das Ziehen einen solchen Konus ist die hohe Kunst der Ziehtech- nik, da viel freie Fläche beim Ziehen überwunden werden muss – anfangs sogar in den freien Raum… (Bild: MaW)