Die Studie Compressed Air Systems in the European Union, unter- sucht die Einsparpotenziale der Drucklufttechnik und bezeich- net das Beseitigen von Leckagen als die vermutlich wichtigste Einzelmaßnahme zur Energieeinsparung.
Sie ist in nahezu allen Druckluftsystemen anwendbar (Peter Radgen, Edgar Blaustein, Compressed Air Systems in the European Union, Stuttgart 2001).
Um diese Instandhaltungsaufgabe zu planen, muss der Anwender aber wissen, wie hoch der Leckageanteil ist: Bei größeren Net- zen geben übergeordnete Steuerungen, die eine Druckluftver- brauchsstatistik anzeigen, Hinweise auf den Leckageanteil.
Bei kleinen Netzen mit ein bis drei Kompressoren ist eine solche Lösung hingegen oft überdimensioniert.
Hier mussten sich die Anwender bislang damit behelfen, dass man in einer län- geren Ruhezeit der Produktion die Kompressorlaufzeiten misst.
Dieser Wert ist aussagekräftig, weil die Station in dieser Zeit nur die Leckageverluste kompensiert.
Er ist aber relativ aufwändig zu ermitteln, weil der Instandhalter oder das Servicepersonal dafür Arbeitszeit einplanen muss.
Mit einem elektronischen Tool kann der Druckluftanwender diese wichtige Frage jetzt einfacher beantworten.
Denn es gibt eine neue Generation von Kompressorsteuerungen, die eine automatisierte Erfassung der Leckagemengen ermöglichen.
Diese Funktion lässt sich auch in vorhandenen Steuerungen nachrüsten.
Der Kompressorenhersteller Boge hat als erstes Unterneh- men der Branche einen Leckagemonitor entwickelt, der die Leckagemengen in Ruhezeiten automatisch erfasst.
Somit er- halten auch Druckluftanwen- der für Einzelkompressoren oder kleiner Netze von bis zu drei Kompressoren eine zuver- lässige Leckage-überwachung.
Denn auch hier können sich die Verluste über das Jahr hin- weg summieren.
In zwei Steuerungen, die wiederum jeweils in mehreren Kompressor-Baureihen zum Einsatz kommen, ist dieses Funktionsmodul serienmäßig integriert, das über die Bedienoberfläche aktiviert werden kann.
Die Steuerung erfasst dann nach einer festgelegten Karenzzeit über mehrere Stunden hinweg selbsttätig die Kompressorlaufzeit und zeigt diesen Wert an – hochgerechnet auf ein Jahr.
Der Druckluftanwender kann daraufhin ablesen, wie hoch die Leckageverluste sind.
Dabei muss nur sichergestellt sein, dass die Kompressoren eingeschal- tet und alle Verbraucher abgeschaltet sind: dann wird die reine Leckageluftmenge erfasst.
Solide Datenbasis Mit dem praxisgerechten Tool hat der Druckluftanwender eine klare Datenbasis für die Entscheidung, ob eine Leckageortung und -beseitigung im Druckluftnetz angebracht ist.
Beträgt der Leckagenteil „nur“ sechs Prozent, kann der Anwender zufrie- den sein.
Sind es aber 15 Prozent, dann ist Handeln angesagt.
Denn das würde bedeuten, dass 15 Prozent der Druckluftkosten verschwendet werden.
Da die leckagebedingten Kosten meist unterschätzt werden, steht so bei internen Diskussionen über die Wichtigkeit dieser Instandhaltungs-Maßnahme eine solide Datenbasis zur Verfügung.
Nach der Empfehlung des Herstel- lers sollte die Leckagemonitor-Funktion mindestens einmal www.scope-online.de Juni 2011 44 Fluidtechnik hh Das Aufspüren von Leckagen in Druckluftnetzen und deren Beseitigung könnte deutschen Industrieunternehmen laut Fraunhofer Institut jährlich etwa 200 Millionen Euro an Strom- kosten und etwa 1,7 Millionen Tonnen Emissionen von Kohlen- dioxid ersparen.
Für den energie- und kostenbewussten Druck- luftanwender heißt das: Wenn es um Einsparpotenziale in Druckluftnetzen geht, sollte die Beseitigung von Leckagen an erster Stelle stehen.
Wie groß ist das Loch? das Loch? Vor über 100 Jahren wurde das Familienunternehmen Boge gegründet.
Es ist damit einer der ältesten Hersteller von Kompres- soren in Deutschland – und einer der Marktführer.
Heute arbeiten 550 Mitarbeiter in dem Unternehmen und der Export geht in mehr als 80 Länder.
Das Produktportfolio ist vielfältig.
Angefangen von ölfrei verdichtenden Schrauben-, Kolben- und Turbokompressoren über ölgeschmierte Kolben- und Schrauben- kompressoren bis hin zu Komponenten für die Druckluftversorgung.