Eine wesentliche Voraussetzung für eine intakte und leistungs- fähige Infrastruktur eines jeden Landes sind gut ausgebaute Straßen und Schienennetze – auch in Tunneln.
Um Schneidköp- fe und Getriebe in Tunnelvortriebs-Maschinen zu schützen, wur- den in der neuesten Generation von Tunnelbohrmaschinen eines europäischen führenden Herstellers ST Sicherheitskupplungen von R+W integriert: Die Verbindung zwischen Sicherheitskupp- lung und Motor wird antriebsseitig über eine Motorenwelle mit einer Verzahnung nach DIN 5480 hergestellt.
Abtriebsseitig wird ein Zahnrad angeflanscht, das den Bohrkopf über den ver- zahnten Lagerinnenring der Tunnelvortriebsmaschine antreibt.
Insgesamt sind zwölf Antriebseinheiten verbaut.
Einerseits kann hierdurch eine hohe und gleichmäßige Drehmomentübertra- gung gewährleistet werden.
Andererseits wird das Ausfallrisiko auf ein Minimum reduziert und teure Stillstandzeiten vermie- den.
Im Falle einer Überlast bewegen sich die Kugeln axial aus den Kalotten und es erfolgt eine Zwangstrennung, so dass eine Beschädigung der einzelnen Bohrköpfe vermieden wird.
Somit kommt es bei einem Ausfall einer oder mehrerer Einheiten zu keinen Ausfallzeiten im Tunnelvortrieb.
Das errechnete und werkseitig voreingestellte Drehmoment pro Sicherheitskupplung beträgt 2.500 Nm.
Durch den Ein- satz dreier Schaltsegmente pro Sicherheitskupplung wird ein Einstellbereich von 1.000 Nm bis 6.000 Nm pro ST Sicherheits- kupplung erreicht.
In diesem Bereich kann das Drehmoment justiert und den jeweiligen geologischen Gegebenheiten ange- passt werden.
Der Kunde kann das Drehmoment, bei dem die Sicherheitskupplung im Überlastfall ausrastet, um ei- nen Schaden zu vermeiden, erhöhen oder reduzieren.
Hierfür sind auf den einzel- nen Schaltsegmenten Mar- kierungen eingebracht.
Zur Verstellung des Ausrückmoments muss der Betreiber nur die stirnseitig eingebrachten Klemmschrauben lösen und die Ein- stellmutter unter Einbeziehung der Einstellskala mit einem ein- fachen Stirnlochschlüssel verstellen.
Dann muss er nur noch die Klemmschrauben anziehen.
Um einer etwaigen Fehlbedienung auszuschließen, verfügen die Module über einen Festanschlag in der Position ihres maximal einstellbaren Ausrückmoments.
Schnelle und einfache Einstellung des Kraftbereichs Da die ST Sicherheitskupplungen auf eine hohe Leistungsdichte ausgelegt sind, konnte eine weitaus kompaktere Lösung ange- boten werden als gefordert.
Spezielle Vorgaben machte der Kun- de auch bezüglich der Wiedereinrastung.
So ist ein Einsatz ohne spezielle Werkzeuge vorgesehen, da eine möglichst einfache Wiedereinrastungsmöglichkeit gewährleistet werden muss.
Zur Wiedereinrastung der ST Sicherheitskupplung muss der Betrei- ber An- und Abtriebsseite auf die markierte Einrastposition drehen.
Die Einrastung der einzelnen Schaltsegmente kann über einen axialen Druck auf die Kupplungsstößel unter Hilfenahme eines Hebels, Montiereisens oder eines Kunststoffhammers erfolgen.
Aufgrund des Designs ist es möglich, das maximale Drehmoment mit weiteren Schaltsegmenten zu erhöhen.
Zudem können durch unsachgemäße Behandlung beschädigte oder zerstörte Schaltsegmente in kurzer Zeit ausgetauscht werden.
www.scope-online.de Mai 2010 40 Antriebstechnik hh Das Unternehmen R+W Antriebstechnik ist Marktführer bei Metallbalg- und Technologieführer bei Präzisionskupplungen.
Das Unternehmen wurde im Jahr 1990 gegründet und beschäftigt derzeit 120 Mitarbeiter.
Eigene Tochter- unternehmen sitzen in USA, China und Italien.
Das Portfolio für den Maschinen- und Anlagenbau reicht von Sicherheits-, Metallbalg- und Elastomerkupplungen bis hin zu Gelenkwellen und Linearkupplungen.
Das Verkehrsaufkommen erhöht sich Jahr für Jahr um ein Vielfaches.
Moderne U-Bahn- und S-Bahn Netze sind daher unabdingbar.
Die Hersteller von Tunnelbohrmaschinen werden daher auch in den kommenden Jahren über ausreichend Aufträge verfügen.
Welche Möglichkeiten es gibt, die Schneidköpfe und Getriebe in Tunnelvortriebsmaschinen zu schützen, beschreibt dieser Beitrag über die Sicherheitskupplungen von R+W.
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